Diesel-Affäre

06. August 2020 09:47; Akt: 06.08.2020 09:56 Print

Justiz klagt vier weitere Audi-​​Mitarbeiter an

Ende September wird Ex-Audi-Chef Stadler der Prozess wegen der Diesel-Affäre gemacht. Die Justiz plant jedoch weitere Anklagen gegen Audi-Mitarbeiter.

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Vier weitere Audi-Mitarbeiter müssen sich wegen des Dieselskandals verantworten. (Bild: Armin Weigel)

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In der Diesel-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II gegen drei frühere Mitglieder des Vorstands der Audi AG und einen Hauptabteilungsleiter im Ruhestand Anklage erhoben. Die Behörde wirft ihnen nach Angaben vom Donnerstag Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vor. Zuvor hatte das «Handelsblatt» darüber berichtet. Das Landgericht München II muss nun entscheiden, ob es die Anklagen zulässt und es einen Prozess gibt.

Dem früheren Hauptabteilungsleiter legt die Staatsanwaltschaft den Angaben zufolge zur Last, für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche die Entwicklung von Motoren veranlasst zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet war. Diese habe bewirkt, dass auf dem Rollenprüfstand die Abgasminderung anders - und besser - funktioniert als im realen Fahrbetrieb. Diese Funktion ist als Abschalteinrichtung bekannt.

Manipulationen sollen bekannt gewesen sein

Von der am Mittwoch erhobenen Anklage sind den Angaben nach insgesamt 434.420 Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche betroffen, die vor allem auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt verkauft wurden.

Den ehemaligen Vorständen wirft die Staatsanwaltschaft laut Mitteilung vor, ab jeweils unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen Oktober 2013 und September 2015 von den Manipulationen gewusst zu haben und trotzdem den Verkauf veranlasst beziehungsweise nicht verhindert zu haben. Einem der Betroffenen wird darüber hinaus vorgeworfen, die Audi AG im Vorfeld seiner Berufung vom oberen Management in den Vorstand im Jahr 2016 über seine Beteiligung an den Manipulationen getäuscht zu haben. So habe er «in betrügerischer Weise» Vorstandsvergütungen erhalten.

Prozessbeginn gegen Stadler am 30. September

Es ist ein weiterer Schritt in den Ermittlungen: In der Affäre wird dem früheren Audi-Vorstandschef Rupert Stadler und drei Mitangeklagten ab 30. September der Prozess gemacht. Auch in diesen Fällen lauten die Vorwürfe Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung. Stadler habe spätestens Ende September 2015 von den Abgas-Manipulationen bei Audi-Dieselmotoren gewusst, aber den Verkauf der Autos trotzdem nicht verhindert, lautet der Vorwurf gegen ihn. Für den Prozess hat das Gericht fast 200 Verhandlungstage bis Ende Dezember 2022 eingeplant.

Das Landgericht erwartet einen großen Andrang und hat wegen «erheblichen öffentlichen Interesses» eine 18-seitige Sicherungsverfügung erlassen. Sie regelt unter anderem, wie die angesichts der Corona-Schutzmaßnahmen knappen Sitzplätze für die Öffentlichkeit vergeben werden.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Whistle Blower am 06.08.2020 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie ist es mit der luxemburger SNCH die den ganzen Schwindel abgesegnet hat ? Wird da auch jemand angeklagt ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Whistle Blower am 06.08.2020 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie ist es mit der luxemburger SNCH die den ganzen Schwindel abgesegnet hat ? Wird da auch jemand angeklagt ?