Eurozone

25. Juli 2019 15:56; Akt: 25.07.2019 19:30 Print

Zentralbank könnte Geldpolitik lockern

Die Aussicht für die Konjunktur im Euroraum ist trüb: Internationale Handelskonflikte, politische Krisen und der Brexit belasten. Europas Währungshüter steuern gegen.

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Der Leitzins bleibt auf Rekordtief, damit will die EZB die Inflation steigern und die Konjunktur stützen. (Bild: Arne Dedert)

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Die Europäische Zentralbank (EZB) öffnet angesichts düsterer Wirtschaftsaussichten und schwacher Inflation die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Europas Währungshüter gehen davon aus, dass die Zinsen mindestens über die erste Hälfte des Jahres 2020 auf ihrem aktuellen Niveau oder «darunter» bleiben werden, wie die Notenbank am Donnerstag im Anschluss an eine Ratssitzung in Frankfurt mitteilte.

Eine von Sparern erhoffte und von Kreditnehmern befürchtete Zinswende rückt damit in die Ferne. Zugleich bekräftigte die Notenbank, ihre Bereitschaft, alle Instrumente einzusetzen, sollte sich der Inflationsausblick weiter verschlechtern. Dabei sollten auch Optionen für neue Anleihekäufe geprüft werden.

Leitzins bleibt auf Rekordtief

Am Donnerstag beließen die Währungshüter den Leitzins auf dem Rekordtief von null Prozent. Banken erhalten somit frisches Geld bei der Notenbank zum Nulltarif. Auch an den 0,4 Prozent Strafzinsen, die Kreditinstitute zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken, rüttelte die Notenbank nicht. Beobachter rechnen aber damit, dass die EZB auf einer der letzten Ratssitzungen unter ihrem Ende Oktober scheidenden Präsidenten Mario Draghi den Strafzins erhöhen könnte. Um die Banken nicht zu sehr zu belasten sollen Optionen geprüft werden, darunter den Strafzins auf geparktes Geld möglicherweise zu staffeln.

Der Negativzins soll Geschäftsbanken davon abhalten, Geld zur Notenbank zu tragen. Die Währungshüter wollen die Institute stattdessen dazu bringen, mehr Kredite zu vergeben. Dies soll die Wirtschaft ankurbeln und zugleich die Inflation anheizen.

Inflation soll stabil bleiben

Oberstes Ziel der EZB ist eine mittelfristige Teuerungsrate weit genug entfernt von der Nullmarke. Dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise können Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das bremst die Wirtschaft. Im Juni lag die Teuerungsrate im gemeinsamen Währungsraum bei 1,3 Prozent.

Draghi, dessen Nachfolgerin die ehemalige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde werden soll, hatte jüngst zusätzliche Zinssenkungen und weitere Anleihekäufe als denkbar bezeichnet. Sie gehörten zum Instrumentenkasten der EZB. «Wir werden alle Flexibilität innerhalb unseres Mandats nutzen, um unseren Auftrag zu erfüllen», hatte Draghi versichert.

Den Kauf frischer Staats- und Unternehmensanleihen hatte die EZB Ende vergangenen Jahres beendet. Die Gelder aus auslaufenden Papieren werden aber vorerst wieder investiert. Seit längerem wird spekuliert, Europas Währungshüter könnten das vor allem in Deutschland umstrittene Programm wieder aufnehmen. Seit Beginn der Anleihenkäufe im März 2015 bis Ende 2018 hatte die Notenbank Wertpapiere im Volumen von rund 2,6 Billionen Euro erworben.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerard am 25.07.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    geschwenn muss en bezuelen,wann en seng Suen op der Bank leien leist

  • Guy Michels am 02.08.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Was nützen mir Null Prozent Kredite, wenn jedes Jahr die Anschaffungen 3 % teurer werden ?

  • Wem nutzt das Ganze? am 26.07.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die EZB provozierte zuerst eine Geldschwemme welche den Investoren / Spekulanten zugute kam um Alles billig (keine Zinsen) aufzukaufen was nicht niet- und nagelfest war und nun werden die Verkäufer mit negativen Zinsen ihres ehaltenen Geldes beraubt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Guy Michels am 02.08.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Was nützen mir Null Prozent Kredite, wenn jedes Jahr die Anschaffungen 3 % teurer werden ?

  • Wem nutzt das Ganze? am 26.07.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Die EZB provozierte zuerst eine Geldschwemme welche den Investoren / Spekulanten zugute kam um Alles billig (keine Zinsen) aufzukaufen was nicht niet- und nagelfest war und nun werden die Verkäufer mit negativen Zinsen ihres ehaltenen Geldes beraubt.

  • dusninja am 25.07.2019 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weil Draghi Italien stützt. Und Frankreich ist auch ein Land des leichten Geldes, schon immer gewesen im Vergleich mit der Bundesbank. Warum sollte eine Bank bei so niedrigen Zinssätzen Kredite geben, wenn die Kosten bei Kreditausfall über der Rendite liegt. und da ändern auch Strafzinsen nichts.

  • Gerard am 25.07.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    geschwenn muss en bezuelen,wann en seng Suen op der Bank leien leist