Air New Zealand

05. März 2018 10:05; Akt: 05.03.2018 10:12 Print

Kritik für «coolstes Sicherheitsvideo der Welt»

Die neuseeländische National-Airline ist bekannt für ihre kreativen Sicherheitshinweise. Doch diesmal ging der Schuss nach hinten los.

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Dass ausgerechnet eine Airline, die zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehört, ein Lehrvideo über die Fragilität der Antarktis erstellt, scheint schon fast zynisch. Doch immerhin unterstützt Air New Zealand schon seit Jahrzehnten Forschungsprojekte auf dem weißen Kontinent. Diese wollte die Fluggesellschaft im «coolsten Sicherheitsvideo der Welt» in den Fokus stellen. Hollywood-Star Adrian Grenier führt durch den Clip und besucht darin unter anderem die neuseeländische Forschungsstation Scott Base. In einem weiterführenden Video wird vertieft auf den Schutz des gefährdeten Ökosystems eingegangen.

Air New Zealand scheint sich der Sensibilität des Themas bewusst zu sein. «Um die Auswirkungen der Dreharbeiten auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, reiste eine insgesamt nur sechsköpfige Crew in die Antarktis, wobei Wissenschaftler und Mitarbeiter der Forschungsstation im Sicherheitsvideo als Nebendarsteller zu sehen sind», heißt es in der Pressemitteilung. Trotzdem hagelt es Kritik. «Ich fordere, dass der CEO das Sicherheitsvideo sofort zurückzieht», sagt etwa der bekannte Öko-Aktivist Lewis Pugh gegenüber Radio NZ. «Die Antarktis wird darin als der nächste große Abenteuerspielplatz dargestellt. Und das ist sicherlich nicht der Fall», erklärt er seinen Unmut. «Die Antarktis ist ein einmaliges, sehr wertvolles Ökosystem, das bereits stark von Klimawandel und Umweltverschmutzung beeinträchtigt wurde», führt er weiter aus. Es sei unsere Pflicht, den Kontinent und die Tiere, die seit Jahrtausenden ungestört leben, zu schützen. «Wir Menschen sind dort nur zu Gast.»

Darüber hinaus sei es es «tief verstörend», dass das Video nur wenige Kilometer vom Mt Erebus entfernt gedreht wurde, wo sich am 28. November 1979 das größte Unglück der neuseeländischen Luftfahrtgeschichte ereignete. 257 Menschen starben, als eine Maschine von Air New Zealand während eines Aussichtsflugs am Berg zerschellte. «Söhne und Töchter der Opfer müssen sich bei ihrem nächsten Flug nun dieses Sicherheitsvideo anschauen», so Pugh. Auch in anderen Medien wird die Airline für dieses Versäumnis gerügt. Pläne für ein solches Sicherheitsvideo seien «krass, arrogant und respektlos», sagte ein Angehöriger bereits im Januar gegenüber dem New Zealand Herald. «Das Video ist geschmacklos und sendet eine falsche Nachricht über den Schutz der Antarktis», fasst Pugh zusammen.

(L'essentiel/sei)

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  • Andreas Fecker am 05.03.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sir Edmund Hillary war regelmäßig auf diesen Flügen dabei und erzählte den Passagieren von der eisigen Welt der Berge und dem Gleichgewicht der Natur. Am 28.11.1979 war er durch eine andere Verpflichtung verhindert.

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