EZB-Nominierung

17. Juli 2019 07:15; Akt: 17.07.2019 07:23 Print

Lagarde tritt als IWF-​​Chefin zurück

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, hat ihren Rücktritt angekündigt. Sie will den Chefposten bei der Europäischen Zentralbank.

storybild

Christine Lagarde war Chefin des Internationalen Währungsfonds. (Bild: Jose Luis Magana)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, hat ihren Rücktritt eingereicht, um sich auf ihre Kandidatur für den Spitzenposten der Europäischen Zentralbank (EZB) zu konzentrieren. Der Rücktritt werde es dem IWF ermöglichen, die Auswahl ihres Nachfolgers schneller auf den Weg zu bringen, erklärte Lagarde am Dienstag in Washington.

Ihr Rücktritt soll am 12. September wirksam werden. Bis dahin lasse sie aber ihre Aufgaben weiterhin ruhen. Lagarde wurde Anfang Juli nominiert, um ab November die Europäische Zentralbank (EZB) zu leiten. Seitdem hatte sie ihr Amt in Washington vorläufig niedergelegt. Zum Interimschef wurde Lagardes Stellvertreter David Lipton berufen, ein US-Ökonom. Lagarde sagte, sie habe mittlerweile mehr Klarheit über ihre Nominierung zur EZB-Chefin.

Der IWF-Verwaltungsrat nahm ihre Entscheidung an und dankte ihr. «Unter ihrer Führung hat der Fonds den Mitgliedsstaaten erfolgreich geholfen, eine Reihe komplexer und beispielloser Herausforderungen zu navigieren, darunter die Auswirkungen der globalen Finanzkrise und deren Nachwirkungen», hieß es.

Europäer wollen Nachfolger stellen

Die Europäer haben bereits wieder Anspruch auf den IWF-Chefposten angemeldet. Die Personalie dürfte Thema beim Treffen der Finanzminister aus den sieben wichtigen Industriestaaten am Mittwoch und Donnerstag in Frankreich werden. Als potenzielle Kandidaten gelten Bundesbank-Chef Jens Weidmann sowie seine Kollegen aus Großbritannien und Finnland, Mark Carney und Olli Rehn. Auch über den früheren niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem und die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager wurde schon spekuliert.

Lagarde ist mitten in ihrer zweiten Amtszeit beim IWF – einer Art Feuerwehr, die Ländern in Zahlungsschwierigkeiten helfen soll, zuletzt etwa Argentinien oder Griechenland. Ihr Vertrag läuft eigentlich noch bis Juli 2021. Bis zuletzt hatte sie alle Spekulationen dementiert, ein Interesse an dem EZB-Chefposten zu haben. Die Personalie war Teil des Pakets zur Besetzung europäischer Top-Posten.

Schwellenländer stören sich am Duopol

Traditionell wird der IWF von einem Europäer geleitet und die Schwesterorganisation Weltbank von einem Amerikaner. Beide Institutionen wurden zum Ende des Zweiten Weltkrieges ins Leben gerufen. Mittlerweile hat sich die Weltwirtschaft aber stark verändert. Vor allem die aufstrebenden Schwellenländer stören sich an dem Duopol und würden gerne selbst mehr Einfluss bekommen.

Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt entscheidet über die Geldpolitik in der Euro-Zone. Die Amtszeit an der EZB-Spitze dauert acht Jahre und kann nicht verlängert werden. Draghis Amtszeit endet Ende Oktober. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten Lagarde vorgeschlagen, vergangene Woche wurde die Nominierung von den Euro-Finanzministern bestätigt. Nun wird das Europaparlament konsultiert. Die Staats- und Regierungschefs werden wohl im Oktober endgültig entscheiden.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.