Land Rover

24. September 2017 20:43; Akt: 24.09.2017 20:45 Print

Milliardär will Defender neu aufleben lassen

Der englische Chemie-Milliardär Jim Ratcliffe will bis 2020 einen «echten Nachfolger» für den Land Rover Defender auf die Straße bringen.

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Nach 68 Jahren war 2016 Schluss: Land Rover stoppte die Produktion des kultigen Defenders. (Bild: Dieter Liechti)

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Im vergangenen Jahr zog Jaguar Land Rover (JLR) einen Schlussstrich unter das Thema Defender. Nach 68 Jahren gaben die Briten den Versuch auf, den Veteran an die modernen Sicherheitsanforderungen heranzuführen. Wie ein moderner Nachfolger des kultigen Offroaders aussehen könnte, haben die Briten zwar mit Studien gezeigt, doch seither herrscht Stillschweigen.

Ein Auto für Förster und Bauern

Das ärgert die Defender-Fans. Und davon gibt es viele. Unter anderem auch den 64 Jahre alten Jim Ratcliffe, der als Chemie-Unternehmer jedes Jahr mehr als 4 Milliarden Pfund mit seiner Firma Ineos macht. Dieser Ratcliffe will nun selber einen «neuen Defender» bauen, da er davon ausgeht, dass der Nachfolger von Land Rover zu sehr als Lifestyle-Auto konzipiert werden wird. «Ich will ein Auto, das man nicht fürs Shoppen in Chelsea braucht, sondern für die tägliche Arbeit – als Förster oder Bauer», so Ratcliffe, der selber einen Ur-Defender besitzt. Und fährt.

Und sein puristischer Geländewagen ohne technischen Schnickschnack soll zwar nicht billig, aber doch erschwinglich sein: 35.000 Pfund – umgerechnet rund 40.000 Euro – „das wäre ein gutes Preisziel", findet er. Damit würde sich sein Auto klar vom sehr viel teureren G-Modell von Mercedes unterscheiden, das ansonsten Ratcliffes Vorstellungen noch am nächsten kommt.

«Made in UK» oder nicht?

Das «Projekt Grenadier» – benannt nach einem Pub in London's Belgravia –, soll «wenn möglich in Großbritannien realisiert werden. Wir wollen Britishness stärken und dem Norden helfen», so Ratcliffe. «Aber wir müssen die Mängel und Unzuverlässigkeit des alten Defenders ausmerzen. Das können wir, wenn wir nur wollen.» Während Ratcliffe gegenüber den britischen Journalisten von möglichen Fabriken in Schottland oder Hull sprach, schloss er gegenüber deutschen Journalisten eine Produktion in Deutschland oder in Südeuropa nicht aus. «Denn wir müssen die Kosten im Auge behalten, das Auto soll nicht mehr als rund 40.000 Euro kosten.»

So oder so sollen ab Ende Jahr 150 Ingenieure in Deutschland das Projekt auf einem weißen Blatt Papier beginnen. Denn noch weiß Ratcliffe nicht, wer die Motoren liefern wird. «Sicher ist, dass wir auch eine teilelektrische Variante bauen werden», so der Unternehmer.

(L'essentiel/lie)