Bayer-Konzern

20. März 2019 11:45; Akt: 20.03.2019 11:50 Print

Monsanto-​​Mittel trug zu Krebserkrankung bei

Der zum Konzern gehörende US-Hersteller muss vor dem Gericht in San Francisco eine zweite schwere Niederlage hinnehmen – mit Auswirkungen auf die Börse.

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Um dieses chemische Mittel geht es: Roundup vom amerikanischen Produzenten. (Archivbild)) (Bild: Reed Saxon (AP))

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Das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup des amerikanischen Produzenten Monsanto hat zur Krebserkrankung eines Klägers in den USA mit beigetragen. Das befand am Dienstag die Jury eines US-Bundesgerichts in San Francisco. Sie musste entscheiden, ob Glyphosat ein «wesentlicher Faktor» für die Erkrankung des 70-jährigen Edwin Hardeman war, der 25 Jahre lang das Mittel Roundup auf seinem Grundstück einsetzte.

Für das zum deutschen Bayer-Konzern gehörende Unternehmen Monsanto handelt es sich um die zweite juristische Niederlage binnen eines Jahres. In einem anderen Prozess im August hatte eine Jury in San Francisco Monsanto zur Zahlung von Schadenersatz an den früheren Schulhausmeister Dewayne Johnson verurteilt. Bayer ist gegen das Urteil zum Fall Johnson in die Berufung gegangen.

Krebs im Lymphgewebe

Nach dem erneuten Glyphosat-Urteil in den USA ist die Bayer-Aktie an der Börse in Frankfurt am Main eingebrochen. Das Papier des Konzerns stürzte bei Öffnung der Börse am Mittwochmorgen um mehr als zehn Prozent ab.

Johnson wie auch Hardeman leiden am Non-Hodgkin-Lymphom, einer Krebserkrankung des Lymphgewebes. Beide Kläger setzten Roundup über viele Jahre hinweg ein. Die Jury zum Fall Johnson hatte dem Kläger einen Schadenersatz von 289 Millionen Dollar zugesprochen. Eine Richterin befand die Summe jedoch später für übertrieben und reduzierte sie auf 78,5 Millionen Dollar. Mit der Substanz des Urteils befasste sich die Richterin aber nicht.

Auf Antrag von Bayer wurde der Prozess in zwei Phasen geteilt. In der ersten Phase ging es darum, ob Roundup tatsächlich die Krankheit Hardemans verursacht hat. In der zweiten Phase, die am Mittwoch beginnen soll, soll darüber verhandelt werden, ob Monsanto die Risiken kannte, sie verheimlicht hat und wenn ja, ob das Unternehmen für den Krebs des Klägers verantwortlich gemacht werden kann.

Die Umarmung im Tribunal

Hardeman und seine Anwälte umarmten sich, nachdem die Jury ihre Entscheidung verkündet hatte. «Wir sind sehr zufrieden», erklärte die Anwältin Jennifer Moore. Bayer zeigte sich «enttäuscht». Das Unternehmen sei «weiterhin fest davon überzeugt, dass die vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen, dass glyphosatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen», erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig sei Bayer «zuversichtlich», dass die Beweise in der zweiten Phase des Prozesses «zeigen werden, dass Monsantos Verhalten angemessen war und das Unternehmen nicht für die Krebserkrankung von Herrn Hardeman haftbar gemacht werden sollte».

Das US-Unternehmen, das Roundup seit mehr als 40 Jahren auf der ganzen Welt verkauft, führt ins Feld, das Mittel sei bei sachlauter Anwendung ungefährlich. Hardeman ist hingegen der Ansicht, die Firma habe die von ihrem Herbizid ausgehenden Gesundheitsgefahren verschleiert.

Experten und Behörden sind sich uneinig

Insgesamt sind mehr als 9300 Klagen von Krebskranken gegen Monsanto bei US-Gerichten eingegangen. In der Forschung ist die Frage, ob die in Roundup enthaltene Chemikalie Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, allerdings umstritten.

Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Aufsichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgeht. Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren, dass Glyphosat «wahrscheinlich krebserregend bei Menschen» sei.

(L'essentiel/fal/chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kriminell onsanktionéiert Gëftindustrie am 21.03.2019 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    ... a mir kréien dat kriebserregend Gëft all Daag ongefrot transparent um Teller servéiert ... BAYER weist ons mat der Iwernahm vun MONSANTO, dat sie ons wëllen liquidéieren mat hieren Liggen an dat sie absolut net un onserer Gesondheet intresséiert sin, mä un onserer Krankheet ... d'Verseuchungsindustrie ass just un kranken Leit intresséiert, well déih sech net gudd kënnen wiëren an een hinnen d'Täschen méih liecht kann eidel machen ...

  • Daweb am 20.03.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ass bayer gudd op der nues! Se wussten et jo!

  • Jengi am 20.03.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe auch nicht warum die EU Ende 2017 für eine Verlängerung des Gebrauchs von Glyphosat stimmte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Cram am 21.03.2019 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach, wanns de mettel geint de Kriibs wells iegendwann op de marché brengen muss de och dofir suergen dat och de maximum vun der Gesellschaft vum kriibs befall as , soss kreien se hier Medikamenter net verkaaf!! War jo schon mat der schwengsgripp esou , fir d eischt leit infizeieren fir den impfstoff kennen ze verkaafen op deem se bestemmt scho puer joer sutzen!!

  • kriminell onsanktionéiert Gëftindustrie am 21.03.2019 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    ... a mir kréien dat kriebserregend Gëft all Daag ongefrot transparent um Teller servéiert ... BAYER weist ons mat der Iwernahm vun MONSANTO, dat sie ons wëllen liquidéieren mat hieren Liggen an dat sie absolut net un onserer Gesondheet intresséiert sin, mä un onserer Krankheet ... d'Verseuchungsindustrie ass just un kranken Leit intresséiert, well déih sech net gudd kënnen wiëren an een hinnen d'Täschen méih liecht kann eidel machen ...

  • jimbo am 20.03.2019 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Jengi Dat nennt en Lobbyaarbecht! Dei ass do, well dei Politiker, dei do sëtzen, vun deem, wat se eigentlech do maachen, absolut keen Plang hunn a sech dofir vun anere Leit beroode loosen dei an hirem eegenen Interêt handelen.

  • Daweb am 20.03.2019 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ass bayer gudd op der nues! Se wussten et jo!

  • Jengi am 20.03.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe auch nicht warum die EU Ende 2017 für eine Verlängerung des Gebrauchs von Glyphosat stimmte.