Auf der Sonnenseite

06. August 2019 22:04; Akt: 06.08.2019 22:08 Print

Neuer Rückenwind für Solarautos

Jahrelang galten Solarautos vor allem als großer Hype. Nun aber ist Bewegung in den Sektor gekommen. Experten räumen der Technologie durchaus Chancen ein.

Vorreiter oder Hype? Solar-Limousine Lightyear One. (Lightyear)

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Auch Sonnenkinder führen manchmal ein Schattendasein. Nachdem mit Solarenergie angetriebene Autos vor fünf Jahren als das nächste große Ding angepriesen worden waren und Ford das Konzept C-Max Solar Energi präsentiert hatte, wurde es ruhig um die «Mobilität der Zukunft». Zwar twitterte Elon Musk 2016, dass Solarenergie auch für Tesla eine Option sein würde, doch das hatte wohl auch damit zu tun, dass der Visionär beide Technologien in seiner Firma quasi zur Hand hat.

In diesen Tagen nun aber haben Solarautos plötzlich wieder Rückenwind erhalten. Zusammen mit Batteriehersteller Sharp bringt Toyota Ende Monat einen mit Solarpanels aufgerüsteten Prius Plug-in Hybrid zu Testzwecken auf die Straße – wenn auch vorerst im japanischen Heimmarkt. Ende Juni hat zudem das Start-up Lightyear sein erstes Solarauto vorgestellt. Der Lightyear One ist eine imposante Elektrolimousine mit Solardach, die dank leichter Bauweise fast 800 Kilometer Reichweite haben soll.

Größer, leichter und effizienter

Tatsächlich hat die Technik deutliche Fortschritte gemacht. Die Prototypen von Toyota sind mit hocheffizienten Solarzellen ausgestattet, die einen Umwandlungswirkungsgrad von über 34 Prozent haben und auf dem Dach, der Motorhaube und der Heckklappe montiert sind. Bereits 2016 hatte Toyota einen Prius mit Solardach präsentiert. Dank größerer Fläche und höherer Zelleffizienz erzielt die neue Version aber eine Leistung von rund 860 Watt, also fast das Fünffache. Zudem kann das Auto neu nicht nur beim parken Energie tanken, sondern auch während der Fahrt.

Dass im Bereich der Fotovoltaik bemerkenswerte Fortschritte erzielt wurden, bestätigt Markus Peter. «Gesteigert wurden nicht nur die Wirkungsgrade, auch die Breite des Einsatzgebiets wurde erhöht», so der Leiter Technik und Umwelt beim AGVS. So gebe es heute neben klassischen Panels auch farbige, flexible und besonders dünne Solarzellen. Wenn ein großer Teil der Fahrzeugoberfläche mit Solarzellen bestückt sei und ideale Wetterbedingungen herrschten, könne im Lauf eines Tages genügend Energie für etwa zehn Kilometer geladen werden. Peter: «Die Kombination aus sehr leichten Fahrzeugen mit größeren und effizienteren Solarzellen verspricht für die Zukunft sogar Reichweiten von über 100 Kilometern am Tag.»

Bedenken bei der Sicherheit

Dem Durchbruch stehen Bedenken bei der Sicherheit sowie der hohe Preis im Weg. In den USA etwa darf der Solar-Prius nicht auf die Straße, weil er die Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt. Auch Ford und Nissan kämpfen gegen Probleme bei Crashtests, die Gefahr von Überhitzung und Probleme bei der Integration der Zellen ins Design. Dazu kommen die hohen Kosten. Die Produktion gebogener Solarzellen sei zwar bereits möglich, doch koste diese Technologie relativ viel, bestätigt Markus Peter: «Man muss bei solchen Autos mit Preisen von über 100.000 Euro rechnen.» Zudem sei hinderlich, dass viele Parkplätze in Tiefgaragen liegen – was für das Aufladen nicht förderlich ist.

(L'essentiel/srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Solarfan am 07.08.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ein tolles, preiswertes und nachhaltiges Auto mit Solarzellen ist der "Sion" von Sono Motors aus München, der bald in Schweden in Produktion geht. Ansonsten wäre es grundsätzlich sinnvoll, Rastplätze mit Ladestationen für Elektroautos zu überdachen und auf den Dächern Solarzellen und/oder Windräder zu installieren, so wird jedes Elektroauto ein wenig zum "Solarauto".

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  • Warten auf Solarautos am 07.08.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    So langsam entsteht eine Technik welche Sinn ergibt. In 10 Jahren kann man villeicht umsteigen auf ein praxisgerechtes Auto

  • Niemand am 07.08.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrer Umweltschutz ist das weiter betreiben alter Geräte und Fahrzeuge. Warum muss immer alles neu hergestellt werden . . . diese ganze Energieverschwendung . . . das muss nicht sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zombie am 08.08.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    --Die Produktion gebogener Solarzellen sei zwar bereits möglich, doch koste diese Technologie relativ viel, bestätigt Markus Peter: «Man muss bei solchen Autos mit Preisen von über 100.000 Euro rechnen.» --- Der redet sollchen Bullshit? Natürlich gibt so schon recht günstig Solarzellen sie sich bigen lassen. Auf welchen Mond lebt er? Bei anderen kommt es schon bald im Auto integriert.

  • Niemand am 07.08.2019 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrer Umweltschutz ist das weiter betreiben alter Geräte und Fahrzeuge. Warum muss immer alles neu hergestellt werden . . . diese ganze Energieverschwendung . . . das muss nicht sein.

    • hepisch am 08.08.2019 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      Weil alte Fahrzeuge auch mal altern

    • Beides am 08.08.2019 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Neue Geräte werden ja trotzdem angeschafft – spätestens, wenn die alten irreparabel kaputt sind. Und dann ist es sinnvoll, auf moderne und nachhaltige Technik zu setzen.

    • Niemand am 08.08.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      @Beides Oh ja, moderne Technik . . . Wegwerfgesellschaft kann ich da nur sagen. Geht mal wieder schlafen . . .

    • Niemand am 08.08.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

      @ hepisch Ich besitze einen Toyota Celica Baujahr 85 in einem top Zustand mit über 284.000km und noch einen Mazda (Alltagsauto) aus dem Jahre 91' ebenfals im top Zustand. Fahrzeuge altern, wenn man schlampig damit umgeht und man nicht an die Intervallen hält. Besitze dann noch zwei alte AEG Waschmaschinen aus dem Jahre 87' und 93', laufen beide einwandfrei. Diese wurden schon von mir repariert und werden beide wieder ihre 20 Jahre Dienste leisten, denn damals wurde noch auf Haltbarkeit gebaut. Aber sowas könnt ihr nicht verstehen.

    • Beides am 09.08.2019 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Niemend: Dann sind wir uns ja einig. Keines Ihrer Fahrzeuge oder Geräte ist irreparabel kaputt. Gut so.

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  • Solarfan am 07.08.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ein tolles, preiswertes und nachhaltiges Auto mit Solarzellen ist der "Sion" von Sono Motors aus München, der bald in Schweden in Produktion geht. Ansonsten wäre es grundsätzlich sinnvoll, Rastplätze mit Ladestationen für Elektroautos zu überdachen und auf den Dächern Solarzellen und/oder Windräder zu installieren, so wird jedes Elektroauto ein wenig zum "Solarauto".

    • UnvorstelbarBlöd am 08.08.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      Mit dem Sonomotor kommt man über 30km am Tag weit. Da kauf ich doch kein Solarauto wo weniger hat und noch ein unvorstellbaren Preis hat. Einfach alles Banane. Klar, die Batterie macht es aus. Bei dem eine Riesengross und beim ander sehr klein. Wo sonst kommt die Reichweite her.

    • Solarfan am 08.08.2019 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      Der Sion lädt pro Tag Sonnenergie für 30 km; man kann die Batterie selbstverständlich (schnell) aufladen und 250 km fahren. Und dann wieder laden. Und wenn man mal ein paar Tage gar nicht fährt, hat man gleich 100 km oder so "geschenkt" bekommen. Auch sonst ist das Auto sehr nachhaltig konzipiert.

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  • Warten auf Solarautos am 07.08.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    So langsam entsteht eine Technik welche Sinn ergibt. In 10 Jahren kann man villeicht umsteigen auf ein praxisgerechtes Auto

  • jimbo am 06.08.2019 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De SonoMotors Sion huet dat och.... Brengt awer net esouvill, virunallem well wann dSplarzellen warm gin, brengen se entspriechend manner