Klimaerwärmung

22. September 2020 17:35; Akt: 22.09.2020 17:43 Print

Reichsten 10 Prozent erzeugen Hälfte des CO₂

Je reicher die Menschen sind, desto mehr CO₂-Ausstoß verursachen sie. Die Hälfte der Treibhausgase wird weltweit von nur 10 Prozent der Bevölkerung verursacht.

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Die weltweit reichsten 10 Prozent sind von 1990 bis 2015 für über die Hälfte des CO₂-Ausstoßes verantwortlich gewesen. Das zeigt ein Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam vom Montag. Das reichste Prozent allein sei an 15 Prozent der gesamten weltweiten CO₂-Emissionen schuld.

Im Gegensatz dazu ist die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung für lediglich 7 Prozent des Gesamtausstoßes verantwortlich, wie es weiter heißt. Zu den Top-10-Prozent gehört man bereits ab einem Nettoeinkommen von 35.000 Euro im Jahr – weltweit sind das 630 Millionen Menschen. In der Schweiz beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen um die 60.000 Euro netto.

«Die Ärmsten zahlen den größten Preis»

Die unterschiedliche Verteilung sei nicht nur unfair, weil die Reichen ein größeres CO₂-Budget haben als die Armen, sagt Oxfam-Chef Danny Sriskandarajah: «Der Überkonsum der reichen Minderheit befeuert die Klimakrise, und die Ärmsten der Welt zahlen den größten Preis.» Weniger wohlhabende Personen seien besonders von den durch die Klimaerwärmung verursachten Umweltphänomenen wie etwa Fluten oder Stürmen betroffen.

Für die Ungleichheit macht Oxfam vor allem die Politik verantwortlich. Sie fördere den Konsum und spalte die Welt ökonomisch in Gewinner und Verlierer. Statt den Konsum der Reichen zu beflügeln, müsse das weltweite CO₂-Budget genutzt werden, um der gesamten Menschheit einen besseren Lebensstandard zu ermöglichen.

2,1 Tonnen CO₂ pro Kopf

Bis 2030 müsste der weltweite Durchschnitt auf 2,1 Tonnen CO₂ im Jahr reduziert werden, wie die Studienautoren weiter schreiben. Nur so könne man die globale Erwärmung auf 1,5 Grad einschränken.

Oxfam fordert darum, den CO₂-Verbrauch der Wohlhabenden einzuschränken, mehr in öffentliche Infrastruktur zu investieren und die Wirtschaft klimagerecht umzubauen. Die Organisation schlägt etwa vor, besondere Steuern auf SUV und Sportwagen sowie auf regelmäßige Business- oder Privatjetflüge einzuführen. Dieses Geld soll dann in umweltfreundliche Jobs, etwa im Sozialbereich, und grüne öffentliche Verkehrsmittel gesteckt werden.

Die öffentliche Hand müsse zudem in energieeffiziente, erschwingliche Wohnräume investieren. Denn so könnten Regierungen gleichzeitig die Armut und die Klimaerwärmung bekämpfen.

(L'essentiel/Raphael Knecht)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meinung am 23.09.2020 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ob die Leute von Oxfam, auf all dies verzichten was sie den 10% der Reichen vorrechnen. Die reelle Problematik der Menschheit geht keiner an, dass wir eher zu viele Menschen auf dieser Erde sind. Oxfam vergisst, dass durch das Wachstum der Menschheit, die Natur unteranderem auch vernichtet wird, wie zum Beispiel durch Waldbrände, Rodungen, usw. Die Problematik liegt nicht nur bei den Reichen sondern auch bei der Politik ganz gleich welcher Art die hilft dass die Menschheit wächst.

  • Daweb am 23.09.2020 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo a mer sollen zu fouss goen ah jo mer si jo och d’fussvolk

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daweb am 23.09.2020 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo a mer sollen zu fouss goen ah jo mer si jo och d’fussvolk

  • Meinung am 23.09.2020 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ob die Leute von Oxfam, auf all dies verzichten was sie den 10% der Reichen vorrechnen. Die reelle Problematik der Menschheit geht keiner an, dass wir eher zu viele Menschen auf dieser Erde sind. Oxfam vergisst, dass durch das Wachstum der Menschheit, die Natur unteranderem auch vernichtet wird, wie zum Beispiel durch Waldbrände, Rodungen, usw. Die Problematik liegt nicht nur bei den Reichen sondern auch bei der Politik ganz gleich welcher Art die hilft dass die Menschheit wächst.