Staatshilfen

26. Mai 2020 15:34; Akt: 26.05.2020 16:07 Print

Ryanair kritisiert das Lufthansa-​​Hilfspaket

Ryanair kritisiert Lufthansa-Hilfspaket der Bundesregierung als «rechtswidrige Beihilfen». Derweil meldet der Verband IATA dreistellige staatliche Milliardenhilfe für Airlines.

storybild

Ryanair kritisiert das Lufthansa-Hilfspaket der Bundesregierung als «rechtswidrige Beihilfen». (Bild: DPA/Boris Roessler)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach der Zusage von Staatshilfen für die Lufthansa sieht der Billigflieger Ryanair eine Wettbewerbsverzerrung auf dem Luftverkehrsmarkt. Die Hilfen der Bundesregierung in Höhe von neun Milliarden Euro würden den monopol-ähnlichen Zugriff der Lufthansa auf den deutschen Luftverkehrsmarkt weiter stärken, kritisierte die irische Fluggesellschaft am Dienstag.

«Es ist zutiefst ironisch, dass die deutsche Regierung, die alle anderen EU-Länder über die Einhaltung der EU-Vorschriften belehrt, keine Hemmung hat, die Vorschriften über staatliche Beihilfen zu brechen, wenn es um die Lufthansa geht», sagte Ryanair-CEO Michael O’Leary. Ryanair werde gegen dieses Beispiel «rechtswidriger staatlicher Beihilfen» für die Lufthansa vorgehen.

Am Montag hatten Bundesregierung und Lufthansa bekannt gegeben, dass das staatliche Hilfspaket für die deutsche Fluggesellschaft stehe. In einem nächsten Schritt muss allerdings die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung. Das Unternehmen war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Von den rund 138.000 Mitarbeitern bangen Zehntausende um ihren Job.

Airlines erhalten etwa 112 Milliarden Euro Staatshilfen

Aus einer Kalkulation des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) geht hervor, dass die Lufthansa und andere coronagebeutelte Airlines staatliche Hilfen von insgesamt 112 Milliarden Euro erhalten. Dabei geht es um Kredite, Zuschüsse, Steuernachlässe oder Lohnkostensubventionen.

Allerdings seien rund 55 Prozent der Hilfen Kredite und Kreditgarantien oder aufgeschobene Steuern, sagte der Chefökonom des Verbands, Brian Pearce.

Am großzügigsten war demnach Singapur: dort erhielten Fluggesellschaften bislang Hilfen im Umfang von mehr als 84 Prozent der Einnahmen, die sie im vergangenen Jahr durch Ticketeinkünfte erzielten. Der Anteil in den Niederlanden (41 %), in Frankreich (36 %), in den USA (33 %), der Schweiz (24 %), Japan (22%) und Deutschland (19,5 %) ist geringer. In China lag der Anteil bei zwei Prozent, in Großbritannien bei 7,1 Prozent.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.