US-Aktienmarkt

11. Oktober 2018 08:22; Akt: 11.10.2018 08:25 Print

Schwarzer Tag für den Dow Jones in New York

Der New Yorker Aktienmarkt erlebte am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage im Jahr 2018. Der Leitindex Dow Jones Industrial brach um mehr als 3 Prozent ein.

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Der New Yorker Aktienmarkt hat am Mittwoch einen seiner bisher schlimmsten Tage im Jahr 2018 hinter sich gebracht. Bei den Standardwerten und noch mehr im Technologiesektor standen die Zeichen auf Ausverkauf. Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihemarkt setzten den Kursen zur Wochenmitte erneut zu und verstärkten damit die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

So brach der technologielastige Nasdaq 100, der Anfang Oktober mit etwas über 7700 Punkten noch eine Bestmarke erreicht hatte, um 4,44 Prozent auf 7044,50 Punkte ein. Dies war der höchste Tagesverlust in diesem Jahr. Kaum besser erging es dem Nasdaq Composite mit minus 4,08 Prozent. Beide Indizes haben in diesem Jahr bisher wesentlich besser abgeschnitten als der Leitindex Dow Jones Industrial und der marktbreite S&P 500 – mit ein Grund für den sehr hohen Verkaufsdruck im Techsektor.

Weitere Zinserhöhungen der Fed erwartet

Aber auch der Dow erlebte am Mittwoch einen schwarzen Tag mit einem Verlust von 3,15 Prozent auf 25.598,74 Punkte. Allerdings hatte der Leitindex in diesem Jahr Anfang Februar mit einem Minus von mehr als viereinhalb Prozent an einem einzigen Tag noch stärker verloren. Auch der Dow war erst vor einer Woche bei knapp 26.952 Punkten auf ein Rekordhoch gestiegen. Der S&P 500 sackte am Mittwoch um 3,29 Prozent auf 2785,68 Punkte ab.

Konjunkturseitig kamen aus den USA die Erzeugerpreise, die im September um 2,6 Prozent zum Vorjahr gestiegen waren und damit etwas weniger als erwartet. Die Daten nehmen ein wenig den Druck von der US-Notenbank Fed, die Zinsen noch rascher als erwartet anzuheben. «Insgesamt stehen die Zahlen fortgesetzten, graduellen Zinserhöhungen der US-Notenbank aber nicht im Weg», kommentierte Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba.

Handelsstreit China-USA

In den Strudel wurden auch die asiatischen Börsen gezogen: Die Börse in Tokio sackte um 4,2 Prozent ab. Der Aktienmarkt in Schanghai erlitt ein Minus von 4,3 Prozent. Vor dem Treffen der G20-Finanzminister auf der indonesischen Insel Bali bahnt sich nun ein neuer Streit zwischen China und den USA an. US-Finanzminister Steven Mnuchin warnte Peking vor einer Abwertung der chinesischen Währung, um sich Handelsvorteile zu verschaffen. Daneben schwelt der Handelskonflikt beider Länder weiter. Laut US-Präsident Donald Trump ist die chinesische Regierung noch nicht bereit für eine Einigung, weshalb einige Treffen mit chinesischen Offiziellen abgesagt worden seien. Trump drohte erneut mit weiteren Sonderzöllen auf chinesische Waren im Wert von 267 Milliarden Dollar.

Im Techsektor verzeichneten die unter dem Akronym FAANG zusammengefassten Aktien von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und der Google-Mutter Alphabet herbe Verluste zwischen 4 und 9 Prozent.

Tiffany verliert mehr als zehn Prozent

Eine negative Einschätzung der Bank Morgan Stanley für den europäischen Luxusgütersektor hinterließ auch bei einigen Branchenwerten aus den USA ihre Spuren. So knickten die Papiere des Juwelenhändlers Tiffany um mehr als 10 Prozent ein. Die Anteile des Kosmetikherstellers Estee Lauder fielen um fast siebeneinhalb Prozent.

Im Dow waren die Papiere des Sportartikelherstellers Nike mit einem Minus von 6,81 Prozent auf dem letzten Platz. Gewinner gab es keine. McDonalds waren mit minus 0,86 Prozent an der Dow-Spitze. Home Depot landeten mit minus 1,05 Prozent ebenfalls im vorderen Feld. Händler sagten, die Baumarktkette könnte von Schäden durch Hurrikan Michael profitieren, der mittlerweile in Florida auf Land getroffen ist.

Der Euro-Kurs legte zu. Im New Yorker Handel kostete die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1524 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1500 (Dienstag: 1,1435) US-Dollar festgelegt. Der Dollar hatte damit 0,8696 (0,8745) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 10/32 Punkte auf 97 17/32 Punkte und rentierten mit 3,169 Prozent.

(L'essentiel/dpa)

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