Urlauber als Pfand

22. September 2019 12:57; Akt: 22.09.2019 20:51 Print

Security hält Touristen in tunesischem Hotel fest

Weil ein tunesisches Hotel befürchtet, dass Thomas Cook wegen der drohenden Insolvenz nicht für seine Touristen aufkommt, hält es diese fest.

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Zahlreiche Touristen stecken in einem Hotel in Tunesien fest. Medienberichten zufolge werden sie von bewaffneten Sicherheitskräften festgehalten. Der Grund: Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook war bei seiner finanziellen Sanierung auf Schwierigkeiten gestoßen und bangt nun um sein Überleben.

Banken fordern zusätzlich zu einem schon ausgehandelten etwa 1 Milliarde Euro schweren Rettungspaket zusätzlich knapp 250 Millionen Euro. Rund 600.000 Touristen drohen weltweit zu stranden. Und auch das Hotel «Les Orangers» in Tunesien befürchtet, dass die Firma nicht für den Aufenthalt seiner Kunden aufkommen kann.

In den sozialen Medien posteten verängstigte Touristen Videos und Bilder. In der Zwischenzeit soll sich die Situation aber beruhigt haben.

Notfallpläne eingerichtet

Ob der älteste Touristikkonzern der Welt wirklich Pleite geht, ist noch unklar. Laut der «Financial Times» sei es relativ unwahrscheinlich, dass die britische Regierung dem Unternehmen helfe. Die Nachrichtenagentur AFP erfuhr hingegen aus Verhandlungskreisen, dass die Gespräche zwischen dem Unternehmen und der Regierung immer noch andauern.

Der britische Außenminister Dominic Raab sagte, dass keine Urlauber im Ausland hängen gelassen würden. «Wir hoffen, dass es weitergehen kann», sagte er. Aber man habe Notfallpläne eingerichtet, «um sicherzustellen, dass wir im schlimmsten Fall alle diejenigen unterstützen können, die sonst gestrandet wären», sagte Raab der BBC.

Am frühen Sonntagabend soll der Verwaltungsrat zusammenkommen und entscheiden, wie es weitergeht. Sollte Thomas Cook das Geld nicht beschaffen können, könnte der Konzern Gläubigerschutz beantragen müssen.

21.000 Mitarbeiter in 16 Ländern

Der 1841 gegründete Reiseveranstalter beschäftigt 21.000 Mitarbeiter in 16 Ländern. Pro Jahr entscheiden sich 19 Millionen Personen für eine Reise mit Thomas Cook. Von einer möglichen Pleite betroffen wären auch Hauptreiseländer wie Spanien, Griechenland oder die Türkei.

Thomas Cook, der weltweit zweitgrößte Reisekonzern nach TUI, war durch eine milliardenschwere Abschreibung auf ein britisches Tochterunternehmen und ein schwächeres Reisegeschäft ins Schleudern geraten. Stärker als TUI leidet Thomas Cook unter der mit Brexit und schwächerem Pfund einhergehenden Reiseunlust der Briten.

Größter Aktionär ist die chinesische Fosun-Gruppe, die nach bisherigen Planungen 450 Millionen Pfund frisches Geld bereitstellen sowie drei Viertel des Reisegeschäfts und ein Viertel der Airline-Gruppe übernehmen will.

(L'essentiel/mon/reuters)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 22.09.2019 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Évitez ces pays même gratuit je reste chez moi

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 22.09.2019 21:07 Report Diesen Beitrag melden

    Évitez ces pays même gratuit je reste chez moi

    • wat de Bauer net kennt am 25.09.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      Petit esprit

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