GPS

14. März 2019 09:41; Akt: 14.03.2019 09:47 Print

Sicherheitsexperte warnt vor dem Fliegen am 6. April

Steht uns nächsten Monat ein Verkehrschaos bevor? Experten warnen, dass eine geplante GPS-Umstellung weitreichende Folgen haben könnte.

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In der Nacht vom 6. auf den 7. April beginnt eine neue Epoche. Beim Global Positioning System, kurz GPS, steht eine weitreichende Anpassung an. Dies bereitet einigen Experten Sorgen. So warnte Bill Malik, Vizepräsident der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro, an einer Konferenz Anfang März vor der Umstellung, da GPS in vielen Bereichen ein kritisches System sei. «Am 6. April werde ich nicht fliegen», sagte der Amerikaner gegenüber Tomsguide.com.

Ein britischer GPS-Hersteller warnt zudem, dass Finanzmärkte, Energieerzeuger und Rettungsdienste in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Bereits 2018 hatte die US-Regierung auf die nun anstehende Umstellung hingewiesen. Der Grund für die Aufregung: GPS-Satellitensignale beinhalten unter anderem einen Zeitstempel, der auch zur Berechnung des Standortes verwendet wird. Diese Angabe, die GPS-Zeit, benötigt nur 10 Bit Speicherplatz. Allerdings können so auch nur maximal 1023 Wochen definiert werden. Bei älteren Systemen beginnt deshalb Anfang April der Zähler wieder bei Null, was zu Problemen führen könnte.

EGNOS statt GPS

Was also soll man am 7. April tun? Laut Johann Richard, wissenschaftlicher Berater beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und Delegierter bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA, seien von der Umstellung vor allem Geräte der ersten Generation, die den veralteten 10-Bit-Zähler nutzen, betroffen. Der Experte des Bundes relativiert die Aussagen von Malik. Ihm sei kein kritisches System bekannt, das ausschließlich auf diese GPS-Zeit vertraut. So werde es meist auch in der Luftfahrt nur als Backup genutzt.

«Die Rega zum Beispiel nutzt EGNOS. Das ist ein viel genaueres und speziell abgesichertes Erweiterungssystem zu GPS, womit man auch bei Nebel oder in geringer Höhe fliegen kann», erklärt Richard.

157 Jahre bis zur nächsten Umstellung

Richard weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: «Im Jahr 1999 fand der letzte Epochenwechsel statt. Damals waren noch viel mehr ältere GPS-Receiver im Einsatz. Es traten dabei aber weder im Flugverkehr noch andernorts größere Probleme auf», erklärt Richard.

Neuere Geräte – wie zum Beispiel Smartphones – haben keinerlei Probleme mit der Umstellung. Sie nutzen einen verbesserten Standard oder setzen auf das neue 13-Bit-System. Mit diesem dauert eine GPS-Epoche 8192 Wochen, sprich 157 Jahre. Andere GNSS (Globale Navigationssatellitensystem), wie etwa das europäische Galileo seien von dieser Umstellung nicht betroffen.

(L'essentiel/tob)

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