Überzogene Anforderungen

14. Januar 2018 16:59; Akt: 14.01.2018 17:05 Print

So überlisten Sie Firmen trotz Lücken im Lebenslauf

Laut einer Umfrage akzeptieren viele Firmen nur Bewerber, die perfekt zur Stelle passen. So kommen Sie trotzdem zu ihrem Traumjob.

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Unternehmen kennen auf der Suche nach dem perfekten Mitarbeiter kein Pardon: Wer das Stellenprofil nicht vollständig erfüllt, blitzt ab. Zu diesem Resultat kommt die Beratungsfirma von Rundstedt in ihrem aktuellen Arbeitsmarkt-Barometer. So wird etwa ein «IT Geek-Supporter» gesucht, der sich in zehn Technikbereichen auskennt, aber höchstens 30 Jahre alt ist. Doch wie kriegt man den Job, auch wenn man nicht alle Kriterien erfüllt? Wir haben bei Personalexperten nachgefragt:

• Augenmaß

Viele Stellenprofile vergleicht Headhunter Thomas A. Biland mit einer eierlegenden Wollmilchsau: Die gesuchte Person müsse alle Bedürfnisse befriedigen und allen Ansprüchen genügen. Meistens kann niemand alle Punkte erfüllen. «Daher muss man aus dem Profil herauslesen, welche die entscheidenden Kriterien sind», sagt Biland. Wenn man diese dann nicht erfülle, dann lohne sich die Bewerbung auch nicht.

• Dossier

Wer sich übers Internet oder traditionell auf eine Stellenanzeige bewirbt, sollte auf ein gutes Bewerbungsdossier achten. «Ein sauberer Lebenslauf mit einem professionellen Bild sind ein Muss», sagt Thomas O. Bayer, Personalexperte und Gründer von Bayerplus Executive Search. Wer nicht alle Punkte im Profil erfüllen könne, solle im Begleitschreiben die persönlichen Qualitäten und andere Merkmale, die für das Unternehmen ausschlaggebend sind, betonen. Hinzu kommt eine gute Begründung, warum man ausgerechnet diesen Job will. «Im Schreiben sollte die Begeisterung für die Stelle rüberkommen», sagt Bayer.

• Referenzen

Die in der Bewerbung aufgeführten Referenzen sollten gut gewählt sein. Am besten seien Personen, die einen gewissen Namen und ein bestimmtes Gewicht in der Arbeitswelt hätten, sagt Bayer. «Verzichten Sie auf ein Gefälligkeitsgutachten.»

• Vitamin B

Laut der Erhebung der Firma von Rundstedt wird es für Jobsuchende immer schwieriger, die Branche zu wechseln. Heute schafft das nur jeder Fünfte. 2015 war es noch jeder Dritte. Um größere Chancen für den Sprung zu haben, sollte man auf Vitamin B zurückgreifen. «Es hilft, wenn man jemanden kennt, der einen empfehlen kann», sagt Thomas A. Biland. Für den Experten ist daher ein großes Netzwerk unumgänglich. «Treffen Sie Leute aus der Arbeitswelt und bringen Sie sich in Diskussionen ein», so Biland. Mit Netzwerken komme man oft weiter als mit dem Weg über das klassische Bewerbungsverfahren.

• Durchhaltewillen

Absagen darf man laut Thomas O. Bayer nicht als persönliche Niederlage verstehen. Einen negativen Bescheid solle man nutzen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. «Wer eine Absage nicht als vernichtende Niederlage, sondern als Lernprozess betrachtet, wird zu den Gewinnern gehören», so Bayer.

• Kontinuität

«Wechseln Sie nicht gleich jedes Jahr den Job», sagt Bayer. Das zeuge von Verlässlichkeit. Ansonsten könne es den Anschein machen, dass es Probleme mit der Persönlichkeit des Jobsuchenden gebe. Das heiße aber nicht, dass man immer beim gleichen Arbeitgeber bleiben solle. «Jemand macht sich gerade auch wertvoll, wenn er verschiedene Unternehmenskulturen erlebt hat», so Bayer. Die Karriere solle aber eine gewisse Kontinuität reflektieren.

Auch in Zukunft dürften die Stellenprofile Jobsuchende einschüchtern. «Die Anforderungen werden spezifischer und vielschichtiger», sagt Pascal Scheiwiller von der Firma von Rundstedt. Unternehmen bräuchten vertieftes Wissen, weil die Welt immer komplexer werde. Erst wenn die Unternehmen gar keine Spezialisten mehr fänden, dürfte die Flexibilität und Kompromissbereitschaft auf Arbeitgeberseite wieder größer werden.

(L'essentiel/dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Einstein am 15.01.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Heisst die Personalvermittlungsfirma nicht etwa Randstadt? Rundstedt war doch der Mit der Ardennenoffensive!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Einstein am 15.01.2018 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Heisst die Personalvermittlungsfirma nicht etwa Randstadt? Rundstedt war doch der Mit der Ardennenoffensive!

    • L'essentiel Online am 15.01.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

      Haha, der war gut. Aber nein, die Firma heißt tatsächlich so.

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