Retter in Not

27. August 2018 07:48; Akt: 27.08.2018 07:48 Print

Steigt Apple jetzt bei Tesla ein?

Laut Analysten könnte sich der iPhone-Hersteller beim angeschlagenen Autobauer einkaufen. Die Spekulationen treiben die Aktie.

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Tesla kommt nicht vom Fleck, im Gegenteil: Die Schulden steigen, die Produktionsverzögerungen werden größer. Auch die jüngsten Eskapaden von Tesla-Chef Elon Musk belasten. Unter anderem dachte er jüngst auf Twitter laut über einen Börsen-Rückzug von Tesla nach. Dann folgte das Pillen- und Stress-Outing. In der Folge rasselte jeweils der Aktienkurs in den Keller.

Allerdings erholte sich zuletzt das Papier leicht. Grund sind Spekulationen: Apple könnte sich als Retter von Tesla erweisen und beim Autobauer einsteigen. Angeheizt werden diese Spekulationen von dem in den USA bekannten Vermögensverwalter Ross Gerber, Mitgründer und Chef von Gerber Kawasaki. Er sieht derzeit eine gute Gelegenheit für Apple, günstig Anteile von Tesla zu kaufen.

Perfektes Übernahmeziel für Apple

Von einem solchen Investment würden laut Gerber sowohl Apple als auch Tesla profitieren, wie das Handelsblatt schreibt. Theoretisch könnte Apple den Autobauer ganz übernehmen. Der iPhone-Hersteller sitzt auf Cash-Beständen in der Höhe von 244 Milliarden Dollar. Tesla ist derzeit 55 Milliarden Dollar schwer. Tesla-Investor Gerber empfiehlt aber, dass Apple zwischen fünf und zehn Prozent der Anteile übernimmt.

Apple-Analyst Gene Munster von der Investmentfirma Loup Ventures sieht in Tesla gar das perfekte Übernahmeziel für Apple. «Es macht allen Sinn der Welt für Apple, Tesla schon heute zu übernehmen», zitiert ihn das Handelsblatt. Allerdings werde Musk seine Macht nicht freiwillig abgeben und einfach so verkaufen. Erst wenn er pleite sei, stünden die Chancen für eine Übernahme durch Apple bei 80 Prozent. Ob es so weit komme, dürften laut Munster die nächsten eineinhalb Jahren zeigen.

Bald muss frisches Geld her

Schon jetzt gehen die Märkte davon aus, dass Tesla frisches Geld braucht. Zwar hat der Konzern noch Eigenmittel in der Höhe von rund rund vier Milliarden Dollar. Doch diese könnten schnell weg sein. Jährlich verbrennt Tesla riesige Summen. Lagen die Nettoschulden 2014 bei knapp 600 Millionen Dollar, sind sie bis Mitte des laufenden Jahres auf fast neun Milliarden Dollar gestiegen. Schwarze Zahlen sind nach wie vor in weiter Ferne. Im ersten Halbjahr 2018 betrug der Nettoverlust 1,4 Milliarden Dollar.

Auch für Apple dürfte ein Engagement bei Tesla interessant sein. Weil der Konzern zu sehr vom iPhone abhängig ist, müssen andere Geschäftsfelder her. Seit 2015 tüftelt Apple angeblich unter dem Projekt «Titan» an Elektroautos. Wie weit die Entwicklung ist, bleibt unklar. Apple lässt sich nicht in die Forschungsküche schauen. In der Vergangenheit sind allerdings immer wieder Mitarbeiter zu Tesla übergelaufen – und umgekehrt.

Große Einkäufe blieben bisher aus

Bei Zukäufen zeigt sich Apple allerdings zurückhaltend. «Apple hat noch nie in eine derart große Firma wie Tesla investiert», sagt Dan Morgan, Portfolio-Manager bei der amerikanischen Investmentbank Synovus Trust, laut dem «Handelsblatt». Die größte Übernahme tätigte Apple vor vier Jahren, als der Konzern den Kopfhörerhersteller Beats für drei Milliarden Dollar schluckte. (dob)

(L'essentiel)

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