an Finanzinvestoren

27. Februar 2020 19:37; Akt: 27.02.2020 20:11 Print

Thyssenkrupp verkauft Aufzugssparte

Bei Thyssenkrupp ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Der Traditionskonzern verkauft seine Aufzugssparte für viel Geld. Damit fällt aber auch ein sicherer Gewinnbringer weg.

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Thyssenkrupp gab am Donnerstag den Verkauf seiner Aufzugssparte bekannt. (Bild: DPA/Sebastian Gollnow)

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Der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp verkauft seine Aufzugssparte für 17,2 Milliarden Euro vollständig an ein Konsortium mehrerer Finanzinvestoren. Das teilte Thyssenkrupp am Donnerstag in Essen mit. Mit dem Geld will das Unternehmen Schulden abbauen und den geplanten Konzernumbau finanzieren.

Für einen Teil des Verkaufspreises in Höhe von 1,25 Milliarden Euro will Thyssenkrupp wieder Anteile am verkauften Aufzugsgeschäft erwerben. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen, man erwarte aber keine Bedenken der zuständigen Behörden, heißt es in der Mitteilung weiter.

RAG-Stiftung mit im Boot

Zu den Käufern um die Finanzinvestoren Advent und Cinven gehört auch die RAG-Stiftung aus Essen. Die Stiftung ist für die Finanzierung der dauerhaften Folgekosten des Steinkohlenbergbaus zuständig und dazu auf sichere Erträge ihres Kapitals angewiesen.

Die Aufzugssparte ist derzeit der einzige nennenswerte Gewinnbringer bei Thyssenkrupp. Weltweit beschäftigt Thyssenkrupp Elevator rund 53 000 Mitarbeiter, fast ein Drittel aller Beschäftigten. Während der Stahl tief in den roten Zahlen steckt, erzielte Thyssenkrupp mit dem Verkauf und der Wartung von Aufzügen und Rolltreppen allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen operativen Gewinn von 228 Millionen Euro.

Konsortium gewinnt Bieterrennen

Thyssenkrupp hatte zunächst einen Börsengang der Aufzugssparte vorbereitet, der mit dem Verkauf an die Finanzinvestoren abgesagt wird. Interesse hatten auch Konkurrenten wie der finnische Kone-Konzern angemeldet. Die Finnen zogen sich aber aus dem Bieterrennen zurück. Zuletzt hatten auch noch die Investoren Blackstone, Carlyle und Canadian Pension Plan gemeinsam für die Aufzugssparte geboten.

Bei Thyssenkrupp hat sich in den vergangenen Monaten die Lage immer mehr zugespitzt. Die lange vorbereitete Fusion der Stahlsparte mit dem europäischen Zweig des indischen Stahlkonzern Tata war von der EU-Kommission untersagt worden. Eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Aktiengesellschaften wurde darauf abgesagt. Vorstandschef Guido Kerkhoff musste nach nur gut einem Jahr im Amt seinen Hut nehmen. Im Oktober wechselte dann die Aufsichtsratsvorsitzende Martina Merz als Interimschef an die Spitze des Vorstands. Nach dem Verkauf der Aufzugssparte soll der traditionsreiche Stahl wieder zum Kerngeschäft von Thyssenkrupp werden.

(l'essentiel/dpa)

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