Bernhard Mattes

12. September 2019 17:41; Akt: 12.09.2019 17:50 Print

VDA-​​Präsident Mattes legt Amt nieder

Der VDA ist einer der einflussreichsten Lobbyverbände in Deutschland. Nun kündigt der Präsident seinen Rücktritt an – mitten zur IAA.

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Der «Spiegel» hatte vor kurzem berichtet, an Mattes werde Kritik laut. (Bild: Christophe Gateau)

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Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, legt zum Jahresende sein Amt nieder. Mattes werde sich neuen Aufgaben zuwenden, teilte der VDA am Donnerstag mit. Zu den Gründen wurde zunächst nichts bekannt. Der frühere Ford-Manager ist erst seit März 2018 VDA-Präsident. Der Verband gilt als einer der einflussreichsten Lobbyverbände in Deutschland. Der Schritt kommt mitten zur Internationalen Automesse IAA in Frankfurt.

Der Spiegel hatte vor kurzem berichtet, an Mattes werde Kritik laut. Es gebe «Defizite in der politischen Unterstützung» für die Industrie, hatte das Magazin unter Berufung auf einen hochrangigen Automanager berichtet. Der VDA verkaufe sich unter Wert. Kritiker hielten Mattes laut Magazin vor, er sei nicht eng genug mit den Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel vernetzt. Gerade jetzt, wo die Politik die Klimaziele verschärfe, brauche die Autoindustrie eine stärkere Stimme.

Wird Günther Oettinger der Nachfolger?

Der Spiegel berichtete, es kursiere bereits der Name eines möglichen Nachfolgers: Günther Oettinger, der im November seinen Posten als EU-Kommissar aufgibt.

Die Autoindustrie befindet sich derzeit in einem grundlegenden Wandel, hin zu mehr alternativen Antrieben wie der Elektromobilität. Die Hersteller sind wegen strengerer EU-Umweltvorgaben unter Druck. Für den Umbau werden Milliarden benötigt. Zugleich wird aus Klimaschutzgründen die Kritik immer lauter an schweren Sport-Geländewagen (SUV), die aber eine hohe Rendite abwerfen.

Mattes hatte sich auf der IAA gegen eine Verschärfung der bereits geltenden Klimaziele gewandt. Zunächst müsse das erledigt werden, was vereinbart worden sei, sagte er in Richtung Politik. Während die Industrie Technologien zur Verfügung stelle, halte die notwendige Infrastruktur für alternative Antriebe nicht mit.

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 13.09.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich gut verstehen, die deutsche Autoindustrie ist ein Trauerspiel. Als Peugeot im Jahr 2000 den Partikelfilter serienmässig im Diesel verbaut haben in zahlreichen Interviews die deutschen Hersteller ( vorab Mercedes, da die selbst Jahre zuvor kläglich bei Versuchen mit Partiefilter versagt haben ) versichert dass ihre Autos so sauber sind, die brauchen das nicht (Dieselgate), mit der Einführung der adblue Technologie haben sie wieder geschummelt ( Skandal , Absprache der Hersteller ), und jetzt wird wieder wegen Schummelsoftware in Euro-6 Autos bei VW ermittelt... IAA hat fertig

  • Gisela am 13.09.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens spricht Günther Oettinger perfekt Englisch ! Lobbying war auch das einzige was er in Brüssel gemacht hat. Gut das der nicht mehr da ist.

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  • Gisela am 13.09.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens spricht Günther Oettinger perfekt Englisch ! Lobbying war auch das einzige was er in Brüssel gemacht hat. Gut das der nicht mehr da ist.

  • Julie am 13.09.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich gut verstehen, die deutsche Autoindustrie ist ein Trauerspiel. Als Peugeot im Jahr 2000 den Partikelfilter serienmässig im Diesel verbaut haben in zahlreichen Interviews die deutschen Hersteller ( vorab Mercedes, da die selbst Jahre zuvor kläglich bei Versuchen mit Partiefilter versagt haben ) versichert dass ihre Autos so sauber sind, die brauchen das nicht (Dieselgate), mit der Einführung der adblue Technologie haben sie wieder geschummelt ( Skandal , Absprache der Hersteller ), und jetzt wird wieder wegen Schummelsoftware in Euro-6 Autos bei VW ermittelt... IAA hat fertig