Umstrukturierung

09. August 2019 10:52; Akt: 09.08.2019 10:53 Print

Victoria's Secret erfindet sich gerade komplett neu

Zu wenig Diversity, zu altmodische Designs: Victoria's Secret ist auf dem absteigenden Ast. Mit neuen Strategien soll die einst so erfolgreiche Marke nun gerettet werden.

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Der Marketing-Chef verlässt das Haus

Am Montag verkündete Ed Razek (71), der langjährige Marketing-Chef von Victoria's Secret, dass er in Rente gehe und das Unternehmen verlasse. In einem internen Memo teilte er seinen Arbeitskollegen mit, dass er «die Arbeit für VS jede Minute geliebt» habe.

Razek arbeitete bereits seit 35 Jahren für L Brands, dem Unternehmen, zu dem Victoria's Secret gehört – und gehörte zu den Wegbereitern der jährlichen Fashionshow. Er suchte die ersten Engel wie Heidi Klum oder Gisele Bündchen aus – und hat seit 1998 über die Modelbesetzung der Shows bestimmt.

In einem Interview mit der «Vogue» sagte Razek 2018, dass Victoria's Secret keine Transgender- oder Plus-Size-Models einstellen sollte, da die Show «eine Fantasie bleiben solle». Mit dieser Aussage zementierte er das eindimensionale Image, das der Marke seit einigen Jahren anhaftet: Victoria's Secret ignorierte die Diversity- und Body-Positivity-Bewegungen – und ist damit gerade für jüngere Kundschaft nicht mehr attraktiv.

Diversity hat doch Platz

Nun die späte Einsicht: Vor knapp einer Woche wurde verkündet, dass mit der Brasilianerin Valentina Sampaio (22) zum ersten Mal ein Transgender-Model für Victoria's Secret wirbt. Dass diese Neuigkeit fast zeitgleich mit dem Austritt des 71-Jährigen Marketing-Chefs zusammenfällt, ist wohl kein Zufall.

Die Herbst-Kollektion deutet eine neue Richtung an

Vor kurzem präsentierte Victoria's Secret eine Vorschau der kommenden Herbst-Kollektion. «Unsere bisher sinnlichsten Dessous», steht auf der Website. Und tatsächlich: Die BHs und Höschen kommen ganz anders daher, als man es sich von der Marke gewohnt ist.

Mit viel transparenter Spitze, ohne Push-up-Einlagen und in schlichten Farben präsentieren sich die aktuellen Teile.

Und so sieht die aktuelle Bademode aus.

Damit nähern sich die VS-Designer Konkurrenzlabels wie Agent Provocateur oder Rihannas Fenty-Linie an, die momentan zu den beliebtesten Unterwäsche-Brands gehören – dies, weil sie auf schlichte und natürliche Designs setzen. Und nicht wie Victoria's Secret bis anhin auf wild gemusterte, ausgestopfte Push-ups, die mit funkelnden Straßsteinchen verziert sind.

Das Rollenbild hat sich schließlich verändert: Frauen wollen keine Fantasieengel mehr sein – Stärke und Natürlichkeit sind gefragt. Auch bei der Unterwäsche. Ob sich die neue Kollektion damit wieder besser verkauft, wird sich zeigen.

Hier ein Eindruck von der letztjährigen VS-Show in New York.

Die Fashion-Show fällt dieses Jahr aus

Bereits im Mai verkündete Leslie Wexner (81, CEO und Gründer von L Brands, dem Mutterkonzern von Victoria's Secret), dass es dieses Jahr keine TV-Übertragung der jährlichen Fashionshow geben wird. Vor einer Woche sagte nun das Victoria's-Secret-Model Shanina Shaik (28), dass die diesjährige Show ganz ausfallen wird.

Ob die Show 2020 in einem neuen Design fortgeführt wird oder ob es das endgültige Aus ist, ist noch offen. Laut Shaik soll die Show aber weitergeführt werden – es müssten zuerst einfach neue Wege gefunden werden.

Auch die Models fordern Veränderung

Nicht nur die Kundschaft sehnt sich nach einer Veränderung des Brands – auch die Models tun es. Am Dienstagmorgen haben über hundert Models – darunter Fashiongrößen wie Christy Turlington Burns (50), Edie Campbell (28) und sogar der ehemalige VS-Engel Doutzen Kroes (34) – einen offenen Brief unterschrieben, der sich direkt an Victoria's Secret wendet.

Der Inhalt des Schreibens: Victoria's Secret soll seine Models besser vor sexueller Belästigung schützen. In den vergangenen Wochen wurde nämlich bekannt, dass viele Fotografen, die eng mit Victoria's Secret zusammenarbeiten, der sexuellen Belästigung beschuldigt werden. So unter anderem Timur Emek, David Bellemere und Greg Kadel.

Laut The New York Times soll zudem Jeffrey Eppstein (66), der Unternehmer, der kürzlich wegen Missbrauchsvorwürfen in Untersuchungshaft genommen wurde, sich regelmäßig bei jungen Mädchen als Talent-Scout für Victoria's Secret ausgegeben haben. Laut dem Berichts soll er auch ein «enger Freund» von Label-Chef Wexner sein.

Bringen die Neuerungen etwas?

Der amerikanische Unterwäschehändler hat selbstverschuldet einen schweren Stand – die Verkaufszahlen sind, wie einem kürzlich veröffentlichten Bericht von L Brands entnommen werden kann, nach wie vor am Sinken.

(L'essentiel/mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jeng am 16.08.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Egal wat .... all Kappkrank

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jeng am 16.08.2019 15:41 Report Diesen Beitrag melden

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