BMW Chef-Einkäufer

24. Juli 2018 11:38; Akt: 24.07.2018 11:56 Print

VW angelt sich BMW-​​Topmanager Duesmann

Seit der Verhaftung von Audi-Vorstand Rupert Stadler ist die VW-Tochter Audi ohne Vorstandsvorsitzenden. Nun verdichten sich die Zeichen, dass es BMW Einkaufschef Duesmann wird.

storybild

Markus Duesmann, Mitglied des Vorstandes der BMW AG, aufgenommen während der BMW Bilanz-Pressekonferenz 2017. Einkaufsvorstand Duesmann hat überraschend bei BMW gekündigt. Foto: Peter Kneffel/dpa (Bild: Peter Kneffel)

Zum Thema

Der Volkswagen-Konzern wirbt dem Konkurrenten BMW dessen Einkaufschef Markus Duesmann ab. Der Aufsichtsrat habe entschieden, dem Manager einen Posten im Konzernvorstand anzubieten, teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit. Duesmann werde seine Tätigkeit aufnehmen, sobald er dafür zur Verfügung stehe. «Es gibt noch keine Entscheidung über die Ressortverantwortung», sagte Aufsichtsratssprecher Michael Brendel der Deutschen Presse-Agentur.

Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, der auch Mitglied des VW-Konzernvorstands ist, sitzt im Zusammenhang mit dem Abgasskandal seit mehr als einem Monat in Untersuchungshaft. Seitdem ist er beurlaubt, und Vertriebsvorstand Bram Schot führt die VW-Tochter Audi kommissarisch. Bisher hieß es, Stadler werde vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden, «bis der Sachverhalt geklärt ist, der zu seiner Verhaftung geführt hat».

Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet, Duesmann solle neuer Vorstandschef von Audi werden. BMW hatte am Montagabend den Abgang von Duesmann aus «persönlichen Gründen» verkündet, ohne weitere Details zu nennen. Dem «Handelsblatt» zufolge hat er eine Wettbewerbsklausel in seinem Vertrag. Frühestens in einem halben Jahr, eher aber später könnte er bei Audi anfangen, hieß es dort. Aus Kreisen hieß es dazu: «Die Position des Audi-Chefs ist nur eine von mehreren Möglichkeiten.»

Wird er der neue Audi-Vorstand?

Duesmann ist nicht der erste prominente Manager, der von den Münchnern nach Wolfsburg wechselt. VW-Konzernchef Herbert Diess ging 2015 nach Wolfsburg, nachdem ihm der Weg an die BMW-Spitze verwehrt worden war. Er leitete dort zunächst die Kernmarke VW Pkw, bis er im April Matthias Müller als Konzernchef ersetzte. Bei den Münchenern war er zuletzt für das Entwicklungsressort zuständig gewesen, bevor Ex-VW-Chef Martin Winterkorn ihn nach Wolfsburg holte.

Solche Wechsel sind in den deutschen Autokonzernen nicht ungewöhnlich, unter anderem war Ex-VW-Chef Bernd Pischetsrieder vorher bei BMW an der Konzernspitze. Des öfteren leistet der neue Arbeitgeber auch eine Zahlung an den alten Arbeitgeber, um einen Manager früher loszueisen oder dessen Pensionsansprüche abzugelten.

Der Westfale Duesmann ist 49 Jahre alt und seit Oktober 2016 Mitglied im BMW-Vorstand. Der Maschinenbau-Ingenieur ist seit 2007 im Konzern, vorher arbeitete er unter anderem bei Daimler. Zuletzt hatte Duesmann bei BMW als Einkaufschef unter anderem die Sicherung der Rohstoffversorgung für die Batterien in künftigen Elektroautos im Blick. Der Manager ist zudem Experte für Motorsport, arbeitete sowohl bei Mercedes-Benz als auch bei BMW in den jeweiligen Formel-1-Teams.

Duesmann nicht der erste Manager der von BMW zu VW wechselt

VW-Vorstandsmitglied Hiltrud Werner sprach sich im Interview mit der «Financial Times» gegen eine vorzeitige Absetzung Stadlers aus. «Ich kann nur für mich sprechen, aber wenn jemand in dieser Art gedemütigt wird, gibt es aus meiner Ansicht keinen Grund für den Aufsichtsrat, ihn noch weiter zu demütigen», sagte die bei VW für Integrität und Recht zuständige Managerin der Zeitung. Stadler sei nicht angeklagt und die Ermittler hätten auch keine Beweise für ein Fehlvergehen vorgelegt.

(L'essentiel/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.