Klimawandel

18. Februar 2019 08:12; Akt: 18.02.2019 08:17 Print

Warum Konzerne plötzlich das Klima schützen

Nicht Schüler-Demos, sondern die Börse bringt Konzerne dazu, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Auch wenn die Börsianer gar nicht grün sind.

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Schüler gehen auf die Straße, um gegen den Klimawandel zu protestieren. Der Wandel setzt bei den Konzernen tatsächlich ein. Die großen Börsenunternehmen sind dabei, ihre Produktion möglichst klimaneutral zu machen: Der Pharmakonzern Novartis bezieht neu Strom aus US-Windparks, der Lebensmittelriese Nestlé will seine Wegwerf-Plastikverpackungen ersetzen. In den nächsten Jahren wollen fast alle Börsenkonzerne möglichst CO2-neutral werden.

Der Grund dafür sind aber nicht die Schülerdemos. Sondern Investoren. Denn auch der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock ist grün geworden. «Investoren können den Klimawandel nicht mehr ignorieren, einige mögen seine Nachweisbarkeit in Frage stellen, aber alle sind mit der anschwellenden Flut von Klimagesetzen und der Disruption von Technologien betroffen», so Blackrock. Im Klartext: Es geht nicht um ein neues Umweltbewusstsein, sondern um die Angst, dass Ökosteuern oder andere Gesetze Konzernen und damit auch den Investoren die Profite beschneiden könnte.

Angst vor scharfen Klimagesetzen

Die Geldgeber sehen mögliche schärfere staatliche Klimaverordnungen als Risiko und wollen, dass Firmen rechtzeitig vorsorgen, indem sie klimafreundlich werden.

Aktienkonzerne müssen so nicht nur mehr Umsatz und Gewinn liefern, um ihre Investoren bei Stange zu halten. Sondern auch möglichst hohe CO2-Ziele erfüllen. Der US-Finanzdienstleister MSCI, der weltweit wesentlichen Einfluss auf Investoren hat, nimmt auch den Karbonausstoß einer Firma pro Millionen ihres Umsatzes unter die Lupe. Wer da in seinem Sektor am besten abschneidet, liegt bei Anlegern vorne. Denn: «Das Markt- und Gesetzrisiko einer Firma ist höher, je mehr Karbon sie ausstößt», so MSCI.

Die fünf besten Konzerne

Die fünf besten Konzerne im MSCI Low Carbon Target Index sind: Apple, Microsoft, Amazon, Facebook und der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson. Apple hatte vergangenes Jahr sein Ziel erreicht, in allen eigenen Anlagen ausschließlich auf erneuerbare Energie zu setzen.

Ausgelagertes Klimaproblem

Die ersten Schritte sind dabei relativ einfach. Hart wird es dann, wenn auch die Zulieferer der Börsenfirmen CO2-neutral werden sollen, wie ein Konzernchef gesteht. Denn nicht nur Apple, hat die Produktion und damit die Klimafrage zum größten Teil an Firmen in China ausgelagert. Das Klimaproblem ist damit ausgelagert.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sackgasse am 18.02.2019 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    das Klimaproblem auslagern wie bei Elektroautos! ...

  • Monique am 19.02.2019 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nestlé misst dann och emol domat ophalen, am Numm vum Fläschewaasser Raubbau ze dreiwen an de lokale Leit de Krunn ofzedréie fir datt si kënne weider verkaafen a Profit man.

  • mp1987 am 18.02.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fannen daat gudd, och wenn Konzerne reicht ageiren wenn sie hirr suen an gefouer gesin. Hoffen daat mat der Zeit och Zulieferer noleen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nëckel am 18.04.2019 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    An mir Klenger alleguer erdroen dann d'Ökosteieren, während déi gréissten Ëmweltsäi nés dolanscht kommen. Grad just d'Computerbranche an dann och nach ausgerechent Nestlé :-((

  • Monique am 19.02.2019 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nestlé misst dann och emol domat ophalen, am Numm vum Fläschewaasser Raubbau ze dreiwen an de lokale Leit de Krunn ofzedréie fir datt si kënne weider verkaafen a Profit man.

  • mp1987 am 18.02.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fannen daat gudd, och wenn Konzerne reicht ageiren wenn sie hirr suen an gefouer gesin. Hoffen daat mat der Zeit och Zulieferer noleen.

  • Sackgasse am 18.02.2019 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    das Klimaproblem auslagern wie bei Elektroautos! ...