Umstrittene Werbung

26. August 2019 07:43; Akt: 26.08.2019 07:49 Print

Was hat Nespresso gegen diesen Clooney?

Eine israelische Firma besorgte sich für seine Kaffeemaschinen einen eigenen George Clooney. Das findet Nespresso gar nicht lustig.

Dieser Clooney-Doppelgänger passt Nespresso gar nicht (Video:Youtube).

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Der Mann im schicken Anzug und mit grau meliertem Haar verlässt eine Kaffee-Boutique. In der Hand trägt er eine soeben gekaufte Espresso-Maschine. Draußen vor der Tür nimmt er seine Sonnenbrille ab und lächelt charmant einer Frau zu. Auf den ersten Blick scheint klar: Das müssen George Clooney und ein Werbespot von Nespresso sein.

Doch alles falsch: Das Video stammt vom israelischen Kaffeemaschinen-Hersteller Espresso Club. Dieser wirbt im Spot mit einem Clooney-Doppelgänger für seine Geräte. Nespresso passte das allerdings gar nicht und klagte. Vor einem Gericht in Israel ist die Nestlé-Tochter nun aber in letzter Instanz abgeblitzt, wie die «Handelszeitung» schreibt.

Sie wären dem Fake-Clooney natürlich nicht auf den Leim gegangen – oder doch? Schauen Sie die Parodie im Video oben.

Keine bloße Kopie

Seit Jahren macht Nespresso mit US-Schauspieler George Clooney Werbung für Kaffeekapseln. Daher musste das Gericht jetzt entscheiden, ob die Clooney-Parodie aus Israel das Urheberrecht und den Ruf von Nespresso verletzt. Die Richter befanden den Spot allerdings als gelungene Parodie. Sie basiere nicht auf der ursprünglichen Werbung mit dem richtigen Clooney. Daher sei der Clip innovativ genug, um nicht als bloße Kopie durchzugehen, so der Bericht weiter. Nespresso teilte L'essentiel mit, man wolle den Fall nicht weiter kommentieren.

Die Schweizer haben in den letzten drei Jahren immer wieder versucht, den Werbespot aus dem Verkehr zu ziehen. Das Gericht gab jeweils Espresso Club recht, sodass Nespresso den Fall letztlich bis ans oberste Gericht weiterzog. Eine Richterin hielt bereis 2017 gegenüber der Onlinezeitung «Times of Isreal» fest: «Man muss sich daran erinnern, dass der heutige Durchschnittszuschauer genug gebildet und vielen Informationen und Werbungen verschiedener Medien ausgesetzt und fähig ist, zwischen einer humorvollen Werbung und einer tatsächlichen Verleumdung zu unterscheiden.»

Umkämpfter Markt

Sowohl Nespresso als auch Espresso Club kämpfen in Israel um die Gunst der Kaffeetrinker. Die braune Brühe boomt in dem Land. Laut «Handelszeitung» wird der Markt in diesem Jahr um 3 Prozent wachsen.

(L'essentiel)

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