Neue Richtlinien

23. Mai 2018 07:53; Akt: 23.05.2018 07:59 Print

Wer im Starbucks sitzt, muss nichts bestellen

Mit einer neuen Richtlinie reagiert Starbucks auf Rassismusvorwürfe in den USA. Gäste dürfen nun die Räumlichkeiten nutzen, ohne zu konsumieren.

Diese Aufnahmen haben in den USA für Furore gesorgt. Sie zeigen, wie zwei Afroamerikaner in einem Starbucks-Café in Philadelphia festgenommen werden. (Video: Storyful/AP)

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Starbucks hat am Samstag neue Richtlinien zur Nutzung seiner Räumlichkeiten bekannt gegeben. Diese erlauben allen, in den Cafés Platz zu nehmen und die Toiletten zu benutzen, ohne etwas kaufen zu müssen, wie «ABC News» berichtet.

Die Bekanntgabe kommt fünf Wochen nach dem Vorfall, bei dem zwei schwarze Männer im Starbucks in Philadelphia festgenommen wurden, weil sie nichts bestellt hatten. In der Folge sah sich der Kaffeeanbieter mit schweren Rassismusvorwürfen konfrontiert.

«Jeder ist ein potenzieller Kunde»

Das Unternehmen erklärte daraufhin, dass die alten Richtlinien nicht eindeutig und nicht strikt genug gewesen seien. Die Entscheidung darüber, ob und wann jemand in einem Café sitzen durfte, ohne etwas zu bestellen, oblag den jeweiligen Managern.

Starbucks habe nun seinen Arbeitnehmern nahegelegt, dass jeder, der ein Café betritt, als potenzieller Kunde wahrgenommen werden soll. «Wir sind bestrebt, eine Kultur der Wärme und der Zugehörigkeit zu schaffen, in der jeder willkommen ist», schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme. Dennoch sollen Angestellte weiterhin umgehend die Polizei alarmieren, wenn sie eine Gefährdung der Sicherheit erkennen.

Gäste wollten auf einen Kollegen warten

Der eingangs erwähnte Vorfall ereignete sich im April dieses Jahres. Zwei schwarze Männer warteten in einem Starbucks in Philadelphia auf einen Kollegen. Da er noch nicht eingetroffen war, hatten sie noch nichts bestellt. Einem Angestellten kam dies verdächtig vor. Auch eine Erklärung der Situation ließ er nicht gelten. Nachdem er die Männer zum Gehen aufgefordert hatte, rief er die Polizei. Diese führte die beiden ab – just in dem Moment traf der erwartete Kollege ein. Auch dessen Erklärungen, dass es sich um ein Missverständnis handle, konnte die Situation nicht entschärfen.

Zu einem späteren Zeitpunkt musste Starbucks eingestehen, dass sich viele weiße Gäste ähnlich verhalten wie die zwei schwarzen Männer. Nur werden sie deswegen nicht gleich weggeschickt. Die Empörung – besonders auf Social Media – war groß. Viele riefen zum Boykott der Café-Kette auf.

Starbucks-Chef Kevin Johnson entschuldigte sich bei den Männern für das Vorgehen. Gleichzeitig kündigte er die entsprechende Änderung der Starbucks-Geschäftspraktiken an.

(L'essentiel/kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Capitan am 29.05.2018 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Een den neicht bestellt soll och net a mein Café kommen herno hun ech Café voller Leit an awer kee Waak an der Täsch well se mei Café als Wartesall benotzen vir angeblech op een ze waarden deen awer herno net kennt wann dat do 2 weisse Männer passeiert wier giff keen sech opreegen emmer nemmen dann wann em fuerweger geet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • El Capitan am 29.05.2018 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Een den neicht bestellt soll och net a mein Café kommen herno hun ech Café voller Leit an awer kee Waak an der Täsch well se mei Café als Wartesall benotzen vir angeblech op een ze waarden deen awer herno net kennt wann dat do 2 weisse Männer passeiert wier giff keen sech opreegen emmer nemmen dann wann em fuerweger geet.