Ex-Konzernchef von Thomas Cook

15. Oktober 2019 14:17; Akt: 15.10.2019 14:17 Print

«Wir hätten einen Neustart geschafft»

Der Reisekonzern Thomas Cook musste im September Insolvenz anmelden. Der ehemalige Chef des Unternehmens spricht nun über die Pleite.

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Der Ex-Chef des pleite gegangenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, ist Vorwürfen über seine Bezahlung und Managementfehler entgegen getreten. Bei einer Anhörung eines Ausschusses des britischen Parlaments entschuldigte sich der Schweizer am Dienstag erneut bei Kunden, Beschäftigten und Geschäftspartnern für die Insolvenz des weltweit ältesten Reisekonzerns.

Er habe unermüdlich für die Rettung und den Erfolg des Unternehmens gearbeitet. Auf Fragen nach seiner Vergütung von rund einer Million Pfund 2018 und einem Bonus in Höhe von 750.000 Pfund für 2017 sagte Fankhauser, er lege seine Bezahlung nicht selbst fest. Der Bonus von 2017 könne ihm theoretisch wieder entzogen werden. 30 Prozent davon seien jetzt wertlose Thomas-Cook-Aktien.

Von Verschuldung gebremst

Das seit Jahren hoch verschuldete Unternehmen war Ende September pleite gegangen, nachdem einige Banken einen milliardenschweren Rettungsplan nicht mittragen wollten und auch der britische Staat eine Kredithilfe ablehnte. Thomas Cook kämpfte schon länger mit Problemen durch seine große Abhängigkeit von Pauschalreisen und die wachsende Konkurrenz durch Online-Reisevermittler.

Fankhauser erklärte, die Bemühungen um eine Wende seit seinem Antritt als Konzernchef 2014 seien von der hohen Verschuldung gebremst worden. Mehrere Beteiligte seien verantwortlich gewesen für das Scheitern des Rettungsplans. Hätte er gegriffen, wäre Thomas Cook das bestfinanzierte Reiseunternehmen in Europa gewesen.

«Ich glaube fest, dass wir einen Neustart nach einer erfolgreichen Rekapitalisierung geschafft hätten», sagte Fankhauser. Er wolle die britische Regierung wegen der Absage an einen Hilfskredit nicht kritisieren. Aber die Kosten des Zusammenbruchs von Thomas Cook seien letztlich viel höher gewesen als die angefragte Finanzierung, die sich auf 150 Millionen Pfund belaufen haben soll.

(L'essentiel/sda)

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