Glyphosat

29. Juni 2016 19:27; Akt: 29.06.2016 19:27 Print

Zulassung für Pestizid wird verlängert

Die EU-Kommission wird Glyphosat für weitere 18 Monate erlauben. In dieser Zeit soll eine Studie klären, ob der Unkrautvernichter krebserregend ist.

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18 Monate auf Bewährung für Glyphosat: Protestaktion in Berlin. (6. Juni 2016) (Bild: Kay Nietfeld)

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Trotz Bedenken in zahlreichen Ländern bleibt das Pflanzenschutzmittel Glyphosat in der EU weiter zugelassen. Die EU-Kommission gab am Mittwoch offiziell die Verlängerung der Zulassung um 18 Monate bekannt. Bis zum Ablauf dieser Zeit soll eine neue Studie der europäischen Chemikalienagentur klären, ob Glyphosat krebserregend sein kann.

Die aktuelle Zulassung von Glyphosat läuft am Donnerstag um Mitternacht aus. Bislang konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. Es steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Der US-amerikanische Monsanto-Konzern, den Bayer übernehmen will, hat mit dem Mittel vergangenes Jahr Milliardenumsätze gemacht.

Nur zwei Länder gegen weitere Zulassung

Im zuständigen Berufungsausschuss kam keine Mehrheit für eine Verlängerung über Juni hinaus zustande. Von den 28 Mitgliedsländern stimmten einem EU-Vertreter zufolge 19 für eine weitere Zulassung, sieben enthielten sich, und Frankreich sowie Malta waren dagegen.

Da es keine gemeinsame Position gab, musste die EU-Kommission eine Entscheidung treffen. Sie hatte bereits angekündigt, die Zulassung für den weltweit meistgenutzten Unkrautvernichter um bis zu 18 Monate zu verlängern. In dieser Zeit soll eine Studie klären, ob Glyphosat krebserregend ist.

Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt. Ursprünglich hatte die EU-Kommission eine Nutzung für weitere 15 Jahre vorgeschlagen.

Untersuchung in der Schweiz

Glyphosat ist weltweit und auch in der Schweiz das am weitesten verbreitete Herbizid. Zu Glyphosat-Rückständen in Lebensmitteln sind in der Schweiz allerdings noch keine Kontrollen durchgeführt worden.

Dies soll sich aber ändern: Der Nationalrat hat vor rund zwei Wochen den Bundesrat mit 106 zu 72 Stimmen damit beauftragt, einen entsprechenden Bericht darüber zu verfassen. (nag/sda)

(L'essentiel)

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