Die Versicherer gefragt

07. Februar 2012 12:13; Akt: 07.02.2012 16:27 Print

Wirrwarr um die Bonus-​​Malus-​​Regelung

LUXEMBURG – Die Einheitsregeln für Autoversicherungen sind Geschichte. Um an die besten Bedingungen zu kommen, ist nicht alles erlaubt. Verhandeln lohnt sich trotzdem.

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Bei der Übertragung des Bonus der Autoversicherung ist längst nicht alles drin. Aber verhandeln scheint sich wieder zu lohnen. (Bild: DPA)

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Können Autofahrer nun wieder von der günstigen Versicherung eines unfallfreien Familienmitglieds profitieren? Wer sich als Kunde bei Versicherungsgesellschaften über die nun gültige Praxis beim Bonus-Malus-System (siehe Infobox) erkundigt, erhält zumeist folgende Antwort: «Es herrscht nun wieder mehr Kulanz. Wir müssen wieder jeden Fall einzeln bearbeiten. Das ist mehr Arbeit, kommt dem Kunden unter Umständen aber zu Gute.»

Dass es sich jetzt wieder lohnt, als Kunde genauer zu vergleichen, hängt mit einer freieren Interpretation der geltenden Regeln zusammen: Im Juli hatten sich neun Versicherungsgesellschaften auf eine einheitliche Regelung geeinigt: Sie wollten damit der Grauzone im Gesetz ein Ende setzen, die Versicherten zu viele Geschenke einräumte. Verträge für Autoversicherungen konnten vor dem 1. Juli oft in der Familie weitergegeben werden, der Enkel von Opas jahrelanger Unfallfreiheit profitieren. Sein guter Bonus führte zu einer günstigeren Versicherung als die eines Fahranfängers.

Verhandeln lohnt sich wieder

Damit war es seit Sommer vorbei. Die Versicherungen verschrieben sich selbst ein einheitliches, transparentes System. Jedes neue Auto bekommt einen neuen Vertrag und das Zählsystem beim Bonus-Malus fängt bei 100 Prozent an, lautete die Grundregel. Ende Januar schafften die Versicherungen das viel kritisierte Modell wieder ab. Nun sind sie wieder frei, ihre eigene Regelung im Rahmen des Gesetzes anzuwenden.

«Wir müssen nun erst auf interne Regeln warten», heißt es auf Nachfrage bei verschiedenen Versicherungen. Aber Versicherungsberater lassen durchklingen, dass es sich für den Kunden nun wieder lohnt zu verhandeln.

Übertragung von Motorrad auf Auto

Die Übertragung oder gar Vererbung von Versicherungsverträgen wird es nicht mehr geben, darin sind sich Berater der Gesellschaften Axa, LaLux und Foyer bei stichprobenartigen Nachfragen einig. Aber die Übertragung eines Bonus oder Malus bei Leasingverträgen des gleichen Fahrers oder von einem Motorrad oder Traktor auf ein Auto sind offenbar wieder möglich.

Wer ein zweites Auto auf seinen Namen anmeldet – also zum Beispiel der Vater für sein Kind – profitiert jedenfalls nach den neuen Regeln bei Foyer nicht mehr vom besseren Bonus. «Jedes neue Auto startet bei 100 Prozent. Aber wer mehrere Autos auf denselben Namen versichert, kann Mengenrabatt bekommen», erklärt ein Berater.

Im Sommer wieder neue Regeln?

Die neue, alte Interpretationsfreiheit erzeugt ein Wirrwarr von Sonderfällen, bei dem es für Kunden schwer ist, den Überblick zu behalten. Aber verhandeln scheint sich zu lohnen.

Jedenfalls so lange, bis der Gesetzgeber einschreitet. Das entsprechende Gesetzesprojekt soll überarbeitet werden, um Grauzonen ein Ende zu setzen. Die Versicherer rechnen bereits im kommenden Sommer mit – wieder – neuen Regeln.

(sb/L'essentiel Online)

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