Coronavirus in Luxemburg

19. März 2020 19:18; Akt: 19.03.2020 20:32 Print

Luxemburg verfolgt das Thema Chloroquin genau

LUXEMBURG – Ein Mittel, das bislang vor allem gegen Malaria eingesetzt worden ist, wirkt offenbar auch bei Covid-19. Die Gesundheitsministerin verfolgt die Entwicklung.

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Überall auf der Welt wird fieberhaft nach einem Mittel gegen das Coronavirus geforscht. (Bild: AFP)

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Auch wenn viele pharmazeutische Unternehmen derzeit an einem Impfstoff arbeiten, wurde noch keine Waffe gegen das Coronavirus gefunden. Die Antwort auf das derzeit akuteste Problem der Menschen könnte das bislang vor allem als Malariamittel bekannte Medikament namens Chloroquin sein. Oder das inzwischen deutlich weiter verbreitete und noch besser verträgliche Hydroxychloroquin.

Dieser Überzeugung ist jedenfalls Dr. Didier Raoult, Direktor des Infektionsinstituts in Marseille und Mitglied des wissenschaftlichen Rates in Frankreich. Am Montag präsentierte der französische Arzt Ergebnisse, die vom französischen Gesundheitsministerium als «sehr vielversprechend» eingestuft wurden. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn soll seinem Land bereits große Mengen des Wirkstoffs gesichert haben.

In Frankreich waren drei Viertel von 24 Patienten, die Hydrochloroquin erhielten, nach sechs Tagen geheilt. In Kombination mit einem Antibiotikum zur Behandlung der Lungenentzündung sei die Behandlung noch wirksamer, insbesondere bei schweren Fällen. Spektakuläre Ergebnisse, die das Interesse der Ärzte in Luxemburg geweckt haben. «Ich habe volles Vertrauen, dass Dr. Raoults Ergebnisse stimmen», sagt ein im Großherzogtum ansässiger Allgemeinmediziner.

Gesundheitsministerin verfolgt die Entwicklung

Der Luxemburger Arzt bedauerte jedoch die Skepsis, auf die die Studie des Arztes aus Marseille im Großherzogtum stößt: «Ich habe das CHL darüber informiert. Sie wollten nichts davon wissen. In Luxemburg neigen wir dazu, nur zu reagieren. Wir werden es erst versuchen, wenn es unsere Nachbarländer bereits getan haben.»

Die WHO hat Chloroquin in ihr Programm für klinische Studien aufgenommen, die USA hat den Einsatz am Donnerstag genehmigt. Auf Nachfrage von L'essentiel sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Donnerstag, dass sie diese Entwicklung mit großem Interesse verfolge.

Eine gewisse Vorsicht ist nach wie vor angebracht. Allein schon deshalb, weil die Tests von Dr. Raoult an einer sehr kleinen Gruppe durchgeführt wurden. Eine Studie aus China, die an einer etwas größeren Gruppe durchgeführt wurde, kam zu demselben Ergebniss. Chloroquin kann, insbesondere bei Überdosierung, viele Nebenwirkungen haben.

(th/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacques am 19.03.2020 23:53 Report Diesen Beitrag melden

    Et aas vir ze baschten, bei de Masken asw den Zuch verpasst an nach ëmmer naischt beigeléiert, déi Daitsch hunn schonns lang massiv reservéiert

  • Jean Muller am 20.03.2020 02:38 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Lenert hat nicht unbedingt Unrecht mit ihrem Zögern. Hier die 'paar' Nebenwirkungen von Chloroquin: "Chloroquine Side Effects" Ist also eher für den allerletzten Notfall....

  • Yves Boden am 20.03.2020 00:23 Report Diesen Beitrag melden

    Anscheinend fügen die Chinesen noch hohe Vitamin C Dosen hinzu, was den kleinen Unterschied machen kann. Leider wird, auch in Luxemburg, außer Händewaschen, zu Hause bleiben und Distanz bewahren zu wenig Wert auf Prävention gelegt, um das eigene Immunsystem zu stärken und zu unterstützen. Ich denke da an jahrzehntelang bewährte Mittel wie essentielle Öle (intern und als Diffusion), Propolis, hohe Vitamin C Dosen, Echinacea usw. Wo bleiben die naturheilkundliche Stimmen unserer Ärzte???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Meier am 20.03.2020 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe die Ergebnisse der chinesischen Studie zu den Tests mit Chloroquin bereits seit 2 Wochen auf dem Schirm. Interessant: der Basisstoff ist Chinin, gewonnen aus der Chinarinde. Finden wir auch in z.b. Schweppes. Die Leute der Kolonialzeit haben Schweppes zur Vorbeugung gegen Malaria getrunken ????

  • Cena am 20.03.2020 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Chinese? Chloroquin ist ein Wirkstoff dass von Bayer entwickelt wurde. Die Produktion des Medikamentes Resochin wird gerade in Pakistan (einzige Produktionsstätte) von Bayer hochgefahren. Dann hoffen wir das beste. Stayhome..

  • loshein am 20.03.2020 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da ginn elo d‘Regaler eidel geraumt fir Gin-Tonic ze maschen.

    • Schwuppdiwupp am 20.03.2020 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Am Indian Tonic as menes wessens Quinine an net Chloroquin

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  • gut zu wissen am 20.03.2020 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Also sind die Chinesen auch in der Medezin schon weiter als man uns hier immer wieder erzählt

    • Besserspätalsnie am 20.03.2020 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Sowieso, ich weiss nich wer ihnen etwas anderes Erzählt haben sollte... Vieleicht mal die Aktuelle Literatur in anspruch nehmen anstelle der des 19Jh...

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  • Jean Muller am 20.03.2020 02:38 Report Diesen Beitrag melden

    Frau Lenert hat nicht unbedingt Unrecht mit ihrem Zögern. Hier die 'paar' Nebenwirkungen von Chloroquin: "Chloroquine Side Effects" Ist also eher für den allerletzten Notfall....