Kampf gegen Corona

09. April 2020 21:11; Akt: 09.04.2020 21:21 Print

Macron trifft bekannten Mediziner Raoult

Der französische Präsident ist am Donnerstag zu einem Besuch in Marseille bei einem bekannten Chloroquin-Befürworter eingetroffen. Die Studien des Mannes sind umstritten.

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Emmanuel Macron (links) besuchte am Donnerstagnachmittag den Arzt Didier Raoult (Mitte) in Marseille. (Bild: DPA/Daniel Cole)

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Marseille den bekannten Arzt Didier Raoult getroffen - einen Verfechter des Medikaments Hydroxychloroquin im Kampf gegen Covid-19. Macron kam am Donnerstagnachmittag in der Hafenstadt an, wo Raoult praktiziert. Zuvor hatte er ein Universitätskrankenhaus in Paris besucht. Ziel sei es, sich mit allen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung von Covid-19 auseinanderzusetzen, so der Élysée-Palast. Macron will sich am Ostermontag erneut in einer Fernsehansprache an die Französinnen und Franzosen wenden. Derzeit testen mehrere Experten weltweit die Wirkung des Malaria-Medikamentes Hydroxychloroquin auf das Coronavirus.

Der 68-jährige Raoult stand in den vergangenen Wochen im Fokus öffentlichen Interesses. Der Biologe und Mediziner mit den langen weißen Haaren preist Hydroxychloroquin im Kampf gegen das Virus an. An Raoult scheiden sich die Geister - er ist ein international anerkannter Mikrobiologe. Kolleginnen und Kollegen werfen ihm jedoch vor, mit seinen Studien nicht ausreichend Belege für die Wirksamkeit von Hydroxychloroquin vorgelegt zu haben.

Umstrittene Schnelltests

Öffentliches Aufsehen erregte auch, dass sich vor dem Forschungsinstitut «Méditerranée Infection» in Marseille jüngst sogar lange Schlangen bildeten, weil Raoult dort umstrittene Coronavirus-Schnelltests propagierte. Raoult beriet zeitweise auch die französische Regierung in der Corona-Krise - er verließ jedoch zuletzt den wissenschaftlichen Rat. Dennoch dürfte es auch seine öffentliche Präsenz gewesen sein, die die Regierung dazu veranlasste, die Anwendung von Hydroxychloroquin bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten zu erlaubten.

Raoult hat prominente Unterstützer, etwa den Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, der sich von ihm mit Chloroquin behandeln ließ, sowie Rechtspopulistin Marine Le Pen. Auch unter Verschwörungstheoretikern hatte Raoult hohe Wellen geschlagen. Zahlreiche Theorien machen im Netz die Runde, warum Hydroxychloroquin nicht längst standardmäßig als Medikament gegen Covid-19 eingesetzt wird.

In Frankreich ging zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie die Zahl der Menschen auf Intensivstationen zurück. Wie Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstagabend erklärte, wurden 7066 Patienten dort behandelt, 82 weniger als am Tag zuvor. 12.210 Menschen starben bisher, davon rund ein Drittel in Alten- und Pflegeheimen.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dusninja am 10.04.2020 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gut kann er nicht wein, sonst würde er keine einfache Maske wie auf dem Foto tragen und wüsste dass Bart und Maske inkompatibel sind, sich also rasieren.

  • weg am 10.04.2020 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der sieht aus wie der verrückte Alien-Arzt vom Film Independence Day

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  • weg am 10.04.2020 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der sieht aus wie der verrückte Alien-Arzt vom Film Independence Day

  • dusninja am 10.04.2020 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gut kann er nicht wein, sonst würde er keine einfache Maske wie auf dem Foto tragen und wüsste dass Bart und Maske inkompatibel sind, sich also rasieren.