In Österreich Pflicht

31. März 2020 18:06; Akt: 31.03.2020 19:25 Print

Was bringen Masken im Kampf gegen Corona?

Immer mehr europäische Länder setzen auf Masken im Kampf gegen das Coronavirus. Umstritten ist, wie viel die Masken bringen.

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Wer in Österreich einkaufen geht, darf das bald nur noch mit Hygienemaske tun. Am Eingang von Supermärkten sollen ab Mittwoch Masken verteilt werden - auch selbst produzierte Masken sind zulässig.

In Asien ist das Tragen von Masken längst an der Tagesordnung. Auch in Tschechien und Slowenien muss, wer sich an die Öffentlichkeit begibt, eine Maske tragen. In Südkorea, Taiwan und Hongkong, allesamt Länder, die das Coronavirus bislang vergleichsweise erfolgreich bekämpfen, trägt ebenfalls beinahe jeder eine Maske. Auf Twitter kursieren entsprechende Grafiken, die einen Zusammenhang zur Anzahl Infektionen suggerieren:

Vergleiche zu ziehen, ist laut der Virologin Angela Rasmussen von der Columbia-Universität aber schwierig, da viele andere Faktoren einen oftmals größeren Einfluss auf die Infektionszahl haben. Ausschlaggebend seien vielmehr die strikten Quarantänemaßnahmen und das Einhalten von Social Distancing.

Sowieso ist die Wirksamkeit von Masken unter Wissenschaftlern umstritten. Laut der Fachzeitschrift «Science» haben bislang keine randomisierten, kontrollierten Studien mit anderen Viren bewiesen, dass die Öffentlichkeit mit Masken auszustatten, Infektionen reduziert.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf.

Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. «Unser Rat: wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist», sagte Ryan.

«Großer Fehler, dass die Leute keine Masken tragen»

Dennoch plädieren zahlreiche Forscher für den Einsatz von Masken gegen das Coronavirus. So etwa der Direktor des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung, George Gao. Er sagt in einem Interview mit «Science»: «Der große Fehler in den USA und Europa besteht meiner Meinung nach darin, dass die Leute keine Masken tragen.»

Eine Maske zu tragen sei sinnvoll, weil immer, wenn man spricht Tröpfchen aus dem Mund kämen. Diese spielten eine sehr wichtige Rolle bei der Verbreitung. Besonders, da es auch Corona-Infizierte gebe, bei denen sich die Symptome spät oder gar nicht zeigen würden. «Wenn sie Masken tragen, können sie den Virus enthaltende Tröpfchen davor hindern, zu entweichen und andere anzustecken.»

Auch der deutsche Virologe Alexander Kekulé ist ein starker Verfechter des Einsatzes von Masken. Zum WDR sagt er, dass man mit dem Tragen von Atemschutzmasken einen wichtigen Beitrag dazu leisten könne, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. «Ich würde dringend empfehlen, jetzt, wo viele Infizierte draußen rumlaufen, tatsächlich solche einfachen OP-Masken zu tragen», so Kekulé. Er empfiehlt sogar, sich zur Not selber eine Maske zu basteln.

Laut Kekulé bieten die Masken auch dem Träger einen gewissen Schutz, vor allem in geschlossenen Räumen. Denn die Viren müssten für eine Infektion erst auf den Schleimhäuten, also im Mund, in der Nase oder in den Augen landen.

Maske muss richtig getragen werden

Bereits nachgewiesen wurde, dass Masken verschiedene Atemwegsinfektionen bei Pflegepersonal verhindern können. Für Benjamin Cowling, Epidemiologe der Universität Hongkong, macht es keinen Sinn, «sich vorzustellen, dass chirurgische Masken für das Gesundheitspersonal wirklich wichtig sind, aber dann für die Allgemeinheit überhaupt nicht nützlich».

Wichtig sei aber, dass dem Durchschnittsmensch beigebracht werde, wie man eine Maske richtig trägt. Erst dann habe er, so Cowling, «einen gewissen Schutz vor Infektionen in der Gemeinschaft».

Raten Behörden wegen Knappheit ab?

Dass dennoch viele Gesundheitsbehörden vom Tragen von Masken abraten, liege am begrenzten Angebot, sagt Elaine Shuo Feng, Epidemiologin an der Universität Oxford. Sie verglich mit ihrem Team Empfehlungen verschiedener Gesundheitsbehörden bezüglich Gesichtsmasken.

(L'essentiel/pro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meenung am 31.03.2020 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Pit Meier, dat as jo klengkareiert denken. En as dann an der Woll dran awer nach net futti. Also mist du se mindestens all Dagg desinfizeieren, waeschen bei heiger Temperatur. Dees dat falsch un an aus, an kennt dann awer un dei Spaut, da kanns du et awer kreien, a weider gin. ,Da muss een och soen, wanns du dann deng Mask un dees, da sin Viren och vu bannen dran, werden sech vermehren, wanns du dann nees net nees desi.fizeiets. Ob eng Mask gudd as oder net denke ech perseinlech jo an och nee. Fir akafen ze goen denke ech jo, gees an de Boesch spazeiren muss dat net onbedengt sin.

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  • Gritty clement am 02.04.2020 00:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wann ist eine Maske zu tragen? Das Tragen einer Maske als Präventivmaßnahme wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht empfohlen, um eine Kontamination mit dem COVID-19-Virus zu vermeiden. Die WHO empfiehlt, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die selbst Atemwegsbeschwerden haben, eine chirurgische Maske tragen sollten, um eine Kontamination anderer zu vermeiden. Der Einsatz von Spezialmasken (FFP2) zur Verhinderung einer Coronavirusinfektion ist nur in Krankenhäusern, in denen Coronavirus-infizierte Patienten behandelt werden und bei der Untersuchung des Körpermaterials dieser Patienten sinnvoll. Das Tragen einer FFP2-Maske ist für das Gesundheitspersonal erforderlich, wenn ein Test (Nasenabstrich) an einem Patienten durchgeführt wird. Ebenso muss der Labortechniker beim Umgang mit den Atemwegsproben eine chirurgische Maske tragen,.

  • Pit Meier am 31.03.2020 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Der Virus kommt bestimmt nicht durch meine selbstgebastelte Maske aus Bio-Baumwolle! Da bleibt er drin stecken.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gritty clement am 02.04.2020 00:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wann ist eine Maske zu tragen? Das Tragen einer Maske als Präventivmaßnahme wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht empfohlen, um eine Kontamination mit dem COVID-19-Virus zu vermeiden. Die WHO empfiehlt, dass Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die selbst Atemwegsbeschwerden haben, eine chirurgische Maske tragen sollten, um eine Kontamination anderer zu vermeiden. Der Einsatz von Spezialmasken (FFP2) zur Verhinderung einer Coronavirusinfektion ist nur in Krankenhäusern, in denen Coronavirus-infizierte Patienten behandelt werden und bei der Untersuchung des Körpermaterials dieser Patienten sinnvoll. Das Tragen einer FFP2-Maske ist für das Gesundheitspersonal erforderlich, wenn ein Test (Nasenabstrich) an einem Patienten durchgeführt wird. Ebenso muss der Labortechniker beim Umgang mit den Atemwegsproben eine chirurgische Maske tragen,.

  • jim am 31.03.2020 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Europäiesch Arroganz nennen d'Asiaten eist Behuelen waat d'Masken unbelangt. Wann wéineg Leit Masken droen, dingt et net vill, wann jidwereen eng Mask dréiht, dingt et enorm. D'Ëisträicher hun daat verstaan.

  • Meenung am 31.03.2020 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Pit Meier, dat as jo klengkareiert denken. En as dann an der Woll dran awer nach net futti. Also mist du se mindestens all Dagg desinfizeieren, waeschen bei heiger Temperatur. Dees dat falsch un an aus, an kennt dann awer un dei Spaut, da kanns du et awer kreien, a weider gin. ,Da muss een och soen, wanns du dann deng Mask un dees, da sin Viren och vu bannen dran, werden sech vermehren, wanns du dann nees net nees desi.fizeiets. Ob eng Mask gudd as oder net denke ech perseinlech jo an och nee. Fir akafen ze goen denke ech jo, gees an de Boesch spazeiren muss dat net onbedengt sin.

    • Monique am 01.04.2020 09:03 Report Diesen Beitrag melden

      Beim Maskendroe géif jiddereen allt wéinstens säi Späizi bei sech halen antatt en an d'Loft ze prusten... wa jiddereen eng Barrière méich, hatten, déi, di nach net infizéiert sinn manner Chancen et ze kréien well déi, déi et schon hunn net sou vill an d'Géigend verdeelen.

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  • Pit Meier am 31.03.2020 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Der Virus kommt bestimmt nicht durch meine selbstgebastelte Maske aus Bio-Baumwolle! Da bleibt er drin stecken.

    • Meenung am 31.03.2020 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      Leider as niegenuch Platz fir ze schreiwen, mam Boesch praeziseieren ech dann och ness, den Afstand halen vun 2 m minimum, awer wat ech do materliewen as, Leit dei an de Boesch gin passen sech beim spazeieren emmer gudd un an halen meechtens nach vill mei Afstand, ee problem den ech bemierken, dat sin dess oefteren Velofuerer, ech well se awer net schlecht machen, mei dei sollen al mon eng Schell kreien fir sech da besser obmierksam ze machen, dei kommen oft einfach naemlech lanscht geduest.

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