Ghost im Interview

17. Dezember 2019 08:59; Akt: 17.12.2019 09:00 Print

«Je älter du wirst, desto legendärer wirst du»

ESCH/BELVAL – Am Dienstag feiern die schwedischen Masken-Rocker Ghost ihre bisher größte Metal-Messe in der Rockhal. Wir konnten mit dem Band-Mastermind Tobias Forge sprechen.

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Tobias Forge ist das kreative Mastermind hinter der schwedischen Metal-Sensation Ghost, die seit 2010 die Metalszene mit einem ausgefallenen Konzept aufmischt: Alle Musiker sind maskiert und Teil eines ausgefallenen visuellen Konzepts, welches sich von Album zu Album weiterentwickelt. Die optische Erscheinung und damit Identität des Frontmanns wechselt ebenfalls mit jeder Platte. Beim Debütalbum «Opus Eponymous» gab ein maskierter Horrorpapst namens Papa Emeritus den Takt vor, es folgten Papa Emeritus II. und III., bevor beim aktuellen Album «Prequelle» Cardinal Copia das Ruder übernahm.

Lange waren die Musiker hinter dem eingängigen Hard-Rock-Mix anonym, mittlerweile zeigt sich zumindest Tobias Forge in der Öffentlichkeit, der nicht nur in die Papst- und Kardinalsroben schlüpft, sondern auch die kreativen Geschicke der Band lenkt und alle Songs selber schreibt. Und das äußerst erfolgreich. Mit ihrem 2016er Album «Cirice» gewannen die Schweden gar den Grammy für die Beste Hard Rock/Metal Performance, auch die aktuelle Scheibe «Prequelle» war nominiert. L'essentiel konnte mit dem 38-jährigen Schweden über Ghost, die Musikindustrie und Luxemburg sprechen.

L'essentiel: Hallo Tobias, was können die Fans in Luxemburg von dem kommenden Ghost-Konzert am Dienstag erwarten?

Tobias Forge: Es ist die am meisten perfektionierte Show, die wir je gespielt haben. Eine komplette Produktion, ein richtiges Bühnenbild...wir haben alles im Gepäck. Es ist eine richtige Arena-Produktion, es wird sich sehr von allem unterscheiden, was ihr bisher von uns gesehen habt.

Ihr habt schon einige Male in Luxemburg gespielt. Was ist dir in Erinnerung geblieben?

Ich habe gute Erinnerung an Luxemburg. Ich war bisher aber erst einmal in Luxemburg-Stadt. Das war sehr schön. Ich habe die Festung besucht, etwas in der Innenstadt gegessen. In Esch waren wir durch die Rockhal natürlich auch einige Male, aber das unterscheidet sich schon von eurer Hauptstadt.

Im Sommer wart ihr mit Metallica auf Stadiontour. Wie war das für euch?

Wenn Metallica dich fragt, sagst du nicht nein. Die Jungs sind meine Helden, Idole und mittlerweile Freunde. Es war cool und wir konnten vor insgesamt 1,5 Millionen Menschen auftreten. Sowas ist keine Tour, um deine Fans zufriedenzustellen, sondern um neue Fans zu gewinnen. Es ist wie eine Trailer-Version der Band, wir zeigen ein bisschen von dem, was wir machen und wenn ihr zu unseren Konzerten kommt, bekommt ihr dann den «Real Deal».

Ist es heutzutage als Band schwerer, sich in der Musikindustrie durchzuboxen?

Ich denke die Möglichkeiten sind immer noch da. Du musst viel spielen, viel touren und viel opfern. Aber das Interesse der Menschen an neuer Musik ist immer noch da, vielleicht sogar stärker als früher. Ich sehe eine gute Zukunft für Musiker, auch wenn es vielleicht etwas mehr Arbeit als vor 30 Jahren benötigt. Es braucht Zeit, dorthin zu kommen. Aber das ist eines der verdammt coolen Dinge in der Rock-Szene: Die Zeit spielt nicht gegen dich. Je älter du wirst, desto legendärer wirst du und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass du größere Locations und irgendwann vielleicht sogar Stadien spielen kannst.

Kannst du dir für Ghost auch irgendwann eigene Stadien vorstellen?

Momentan sind Stadien für mich noch nicht wichtig. Aber wenn wir weiterhin gute Arbeit machen und wachsen können, hoffe ich, dass wir eines Tages so relevant, interessant und vielleicht berühmt sind, dass die Menschen uns im Stadion sehen wollen. Das wäre fantastisch. Aber eins nach dem anderen.

(Dustin Mertes/L'essentiel)

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