Machine Head bei Luxexpo

28. Oktober 2019 14:15; Akt: 28.10.2019 16:05 Print

Metallene Wiedergeburt mit Hindernissen

LUXEMBURG – Am Sonntag sind die US-Metaller Machine Head nach schweren Personalproblemen mit einer Dreieinhalbstunden-Show ins Großherzogtum zurückgekehrt.

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«Call me a fool with a gasoline can, burn it fucking down, start it over and over again» bellte Machine Head-Frontmann Robb Flynn in der Single-Auskopplung des letzten Albums «Catharsis» ins Mikro und sprach damit eine selbsterfüllende Prophezeiung aus, denn kurz nach der Veröffentlichung und einer fulminanten Luxemburg-Show im Atelier verlassen Ende 2018 zwei Langzeitmitglieder die Band wegen kreativer Differenzen. Unterkriegen ließ sich der 52-jährige Lead-Sänger von dem Band-internen Totalschaden nicht und kündigte nur wenige Monate später eine Jubiläums-Tour zum 25. Geburtstag des Debütalbums «Burn My Eyes» an.

Gestern schlug seine mit neuen Mitgliedern wiederauferstandene Kombo in der Luxexpo TheBox mit einer rund 3 1/2-stündigen Show ein, die in der ersten Hälfte den ausufernden Bandkatalog mit allerlei Nackenbrechern und Metal-Epen abfrühstückte, bevor in der zweiten Hälfte das gesamte Debütalbum mit zwei Original-Musikern von damals ausgiebig gefeiert wurde.

Auch wenn Frontmann Robb Flynn vom ersten Riff an das Publikum unermüdlich zu Höchstleistungen antrieb, folgten die Luxemburger unmissverständlichen Anweisungen wie «Headbang Motherfuckers!» zu Beginn eher verhalten. Die neuen Bandmitglieder Waclaw «Vogg» Kieltyka (Lead Gitarre) und Matt Alston (Schlagzeug) meisterten die anspruchsvollen Metal-Epen der Band zwar mit Bravour, ließen aber dennoch das vertraute Zusammenspiel der alten Besetzung vermissen. Das Gefühl, zwei Auftragsmusikern bei der Arbeit zuzuschauen, während Flynn und sein Bassist Jared MacEachern wie eine Einheit blind zusammen funktionierten, verhinderte lange, dass der Funke in Luxemburg endlich übersprang.

«Now you're waking up, Luxembourg!»

Erst eine lange Rede des Frontmanns über die Bedeutung des Thrash Metal in seinem Leben sorgte dann dafür, dass die Luxemburger auftauten. Die Publikums-Chöre wurden lauter, die Circle Pits wurden größer und Flynn konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen: «Now you're waking up, Luxembourg!» Dieser Zustand hielt trotz kurzer Pause dann auch bei der kompletten Darbietung des deutlich raueren und weniger melodischen Geburtstagskindes an. Gerade die beiden für die Darbietung auf die Bühne gerufenen «Burn My Eyes»-Mitglieder Logan Mader und Chris Kontos genossen das wiedergefundene Rockstar-Leben sichtlich und blickten mit einem breiten Grinsen auf die feiernde Menge.

Am Ende war die metallene Dampfwalze Machine Head nach über 3 1/2 Stunden mit dem Großherzogtum versöhnt und die schweißtreibende Wiedergeburt trotz Startschwierigkeiten geglückt. Eine derartige Showlänge sucht man in der Szene bei anderen Bands vergebens, wo meistens nach spätestens zwei Stunden der Vorhang fällt.

Spannend bleibt es aber, denn erst mit dem nächsten Album wird sich zeigen, ob die neue Besetzung zusammenwächst oder die Band fortan als Zwei-Mann-Armee mit Söldnern weiterleben muss. Wer die Tour verpasst hat, hat im kommenden Jahr nochmal die Chance, bei der metallenen Geburtstagsfeier dabei zu sein, denn aufgrund der positiven Resonanz hat man noch einige Termine in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden nachgeliefert.

(Dustin Mertes/L'essentiel)

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