Zusatzkosten

27. Mai 2020 07:03; Akt: 27.05.2020 07:05 Print

Bauunternehmer müssen Kosten auf Kunden abwälzen

LUXEMBURG – Die zahlreichen Maßnahmen gegen das Coronavirus kosten das Baugewerbe viel Geld. Die Kunden sind verärgert, die Unternehmer rechtfertigen sich.

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Die fristgerechte Fertigstellung von Bauprojekten kann durch die Corona-Krise nicht mehr garantiert werden. (Bild: Editpress/Julien Garroy)

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Für einige Privat- und Unternehmenskunden wurde die Wiederaufnahme der Baustellen nach dem Covid-19-Lockdown von einer unangenehmen Überraschung begleitet: Die Preise waren plötzlich höher. Die Ursache dafür liege nach Angaben der Bauunternehmer im Anstieg der Zusatzkosten. «Wir haben für einige unserer Kunden Zusatzvereinbarungen erstellt, die wir im Einzelfall besprechen», berichtet ein Bauunternehmer, der anonym bleiben möchte. Die Zusatzkosten – die sich auf mehrere Zehntausende Euro belaufen können – würden «zu gleichen Teilen vom Kunden und vom Bauunternehmer getragen» werden.

Die höhere Summe hätte nichts mit den Schutzmasken zu tun, sondern mit «den neuen ordnungsgemäßen Maßnahmen. Regelmäßiges Händewaschen, das Baumaterial muss desinfiziert werden, Bauarbeiter müssen den Abstand einhalten». Das alles sei für einen Betrieb, der seinen Angestellten dadurch Überstunden bezahlen müsse, ein Verlustgeschäft. «Außerdem kommen mehr Kleintransporter zum Einsatz. Das verursacht wiederum mehr Kosten», sagt der Bauunternehmer, der die offiziellen Maßnahmen ordnungsgemäß befolgt.

Außergerichtliche Einigung

Die fristgerechte Fertigstellung von Projekten verzögert sich durch die neue Situation. Nach Angaben des Bauunternehmers benötige der Bausektor in den kommenden Wochen «eine staatliche Unterstützung» da die Situation «sehr schwierig» sei. «Ohne staatliche Unterstützung werden wir die Kosten auf den Kunden abwälzen müssen. Das wird sich natürlich auch negativ auf die Immobilienpreise auswirken», sagt er.

Wie die Regierung am Dienstag in einer parlamentarischen Stellungnahme erklärte, plane sie derzeit nicht, diesbezüglich neue Gesetze zu erlassen. Änderungen eines bestehenden Vertrages seien in bestimmten Fällen möglich. Die Behörden ermutigen die Parteien dazu, sich außergerichtlich zu einigen. Sollte dies nicht möglich sein, müsse der Weg über den Luxemburger Verbraucherverband (ULC) oder ein Gericht gegangen werden.

(jg/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kreckelneckel am 27.05.2020 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Méikäschten hunn vill aner Firmen och, mä sie wälzen et net op den Klient of. Dat verhalen passt awer bei d'Baulöwen. Sie sinn net fir näischt all sou räich.

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  • Taxman am 27.05.2020 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wann dei ganz Idioten dei naischt schaffen an do stin ze braddelen ze femmeen an um Handy ze spillen geingen schaffen breicht en se keng Iwerstonnen. Mais et as jo haut als Patron sou dass een all Iesel muss anstellen well eis Politik et net faerdeg brengt Handwierker ze entweckelen dei eppes daachen. Haut kann jo z.B eng Coiffeuse genausou gudd Fensteren anbauen wei en Mann vum Fach.

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  • Saupreis am 27.05.2020 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Preisaufschläge sind eine Sauerei. Ich habe beim Friseur 10 Euro mehr als sonst bezahlen müssen, weil ich einen Hygienezuschlag bezahlen musste. Gestern Abend wollten meine Frau und ich noch auf ein Bierchen ins Café. Dort sollten wir 5 Euro/Person für einen Tisch extra bezahlen. Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • jeanpaul am 27.05.2020 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    net all Firmen erheijen d'Preisser. Mir wessen waat en Kontrakt bedait, wänn ären Entrepreneur daat net wees, braucht Dir en Affekot!

  • Et ginn Alternativen am 27.05.2020 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ech wées schonns laang virwat ech fir meng Aarbechten emmer eng daitsch Firma huelen an dei eng TVA Nr zu Lëtzebuerg huet. Do kennt den Patron net mat senger Porsche Cayenne, ma mat engem normalen Auto, d'Aarbecht kascht 1/2 vun den lokalen Tariffer, dauert och nemmen 1/2 esou laang an den Chantier ass propper wann se owes Héem ginn.

  • Mörtel vom Bau am 27.05.2020 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Diese "Bauunternehmer" verdienen unendlich viel Geld, zuviel wahrscheinlich. Sie sind sich nicht zu schade mit sehr teuren Limousinen Bentley, Lamborghini, Ferrari teuren Uhren usw. rumzuprotzen, eine Schande um dann noch frech einen Aufpreis zu fordern ! Ein Schuss nach Hinten hoffe ich - und voll ins Auge ! Jetzt liegt es an der Regierung hier ein Machtwort zu sprechen, das wäre eine Wählerfreundliche Initiative nach all den Einschränkungen!

  • Saupreis am 27.05.2020 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Preisaufschläge sind eine Sauerei. Ich habe beim Friseur 10 Euro mehr als sonst bezahlen müssen, weil ich einen Hygienezuschlag bezahlen musste. Gestern Abend wollten meine Frau und ich noch auf ein Bierchen ins Café. Dort sollten wir 5 Euro/Person für einen Tisch extra bezahlen. Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun.

    • Marco am 27.05.2020 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      Gestern Abend waren doch noch alle Cafés geschlossen???

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  • jeje am 27.05.2020 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ma, mol kucken wei seier de bausektor lo zezumme brëcht,dan kommen se selver dohannert,dat patronen mussen ganz seier zréck schrauwen.....