Libanesen in Luxemburg

05. August 2020 15:35; Akt: 05.08.2020 16:08 Print

«Es ist ein Albtraum-​​Jahr» für den Libanon

LUXEMBURG/BEIRUT – Nach der gigantischen Explosion in der libanesischen Hauptstadt stehen auch im Großherzogtum lebende Libanesen unter Schock.

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«Nach der politischen Krise, der Finanzkrise, der sozialen Krise und dem Coronavirus dachten wir, dass es nicht mehr schlimmer kommen könnte. Und dann kam die Explosion». Mandy Esta lebt in Luxemburg und dem Libanon. Am Dienstagabend war sie in Beirut und saß ruhig an einem Tisch, als sich die Explosionen im Hafen ereigneten, die innerhalb von Sekunden Großteile der Stadt zerstörten.

«Zuerst dachten wir, es sei eine Art Erdbeben. Nach einer Minute oder später kam erst der Knall der Explosion», erzählt Mandy. «Meine Mutter fiel hin, setzte sich dann auf und wurde zwei Meter nach vorne geworfen». Die Familie lebt nicht sehr weit vom Schauplatz der Tragödie entfernt. «Wir sind etwa 1,5 km vom Hafen von Beirut entfernt». Um ihr Haus herum «gibt es keine einzige Gasse ohne Glas auf dem Boden, ohne zerbrochene Fenster. Die Fenster unseres Hauses sind alle zerstört.».

«Wir sind noch am Leben. Einige unserer Freunde wurden verletzt und mussten bis 2 Uhr morgens warten, um Erste Hilfe zu erhalten», erzählt Mandy. Die wichtigsten Krankenhäuser in Beirut wurden durch die Explosion beschädigt und erreichten in der vergangenen Nacht schnell die Kapazitätsgrenze. «Es ist ein Albtraum-Jahr» für den Libanon.

« Grobe Fahrlässigkeit oder ein terroristischer Akt »

Mandy Esta ist Teil einer Wohltätigkeitsorganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern aus Familien mit Schwierigkeiten beim Schulbesuch zu helfen. Michael Chidiac gehört auch zu den Gründungsmitgliedern dieser Wohltätigkeitsorganisation und ist Präsident des Libanesischen Kreises von Luxemburg.

Das Großherzogtum zählt nach Schätzungen zwischen 600 und 700 libanesische Einwohner, von denen 400 Mitglieder des Kreises sind. Wie Mandy Asta steht auch Michael Chidiac seit Dienstagabend unter Schock. «Die Libanesen in Luxemburg sind entsetzt. Wir haben die Ereignisse in unseren internen sozialen Netzwerken verfolgt. Seit 1975 und dem Krieg haben wir noch nie eine solche Explosion erlebt», sagt er.

Ihm zufolge «ist es die ganze Stadt, die zerstört ist. Chaos ist weit verbreitet» und jeder kennt jemanden, der davon betroffen ist. «Es ist entweder sehr grobe Fahrlässigkeit oder ein terroristischer Akt. Wir wollen wissen, was passiert ist, aber es ist noch immer nicht klar. Aber solche Mengen an Sprengstoff an einem solchen Ort zu haben, ist eine ernste Sache. Das hätte verhindert werden können».

(jw/L'essentiel)

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