Coronavirus

12. März 2020 21:14; Akt: 12.03.2020 22:13 Print

Bettel verkündet «historische Maßnahmen»

LUXEMBURG – Der Regierungsrat hat einer Krisensitzung tiefgreifende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen.

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Die Schließung der Luxemburger Grenzen komme nicht in Betracht, sagt Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel (DP), «dann müssten wir auch die Krankenhäuser schließen». Trotzdem steht Bettel am Donnerstagabend, als er sich gemeinsam mit Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) nach einer außerordentlichen Sitzung des Regierungsrates erneut an die Menschen im Großherzogtum wendet, die Anspannung ins Gesicht geschrieben. Denn die weiteren Maßnahmen der Regierung, um gegen die Ausbreitung des Coronavirus vorzugehen, sind für Luxemburg «historisch».

«Die Situation hat sich in den vergangenen 24 Stunden so sehr verändert, dass dies notwendig ist», sagt Bettel. Dies betrifft unter anderem die Besuchszeiten in Krankenhäusern und Altenheimen, die Schließung aller Schulen und Universitäten sowie das öffentliche Leben im Großherzogtum. Weil sich innerhalb eines Tages 19 weitere Menschen angesteckt hätten, müssten diese einzigartigen Maßnahmen ergriffen werden. «Wir müssen einfach aufpassen und die Ausbreitung des Virus maximal minimieren». Er betont, dass die Krankheit in über 80 Prozent der Fälle harmlos verlaufe, aber manchmal eben auch tödlich ende.

Alle Schulen werden geschlossen

Deshalb werden Bildungseinrichtungen ab Montag für zwei Wochen bis einschließlich 27. März geschlossen. «Das betrifft alle Schulen», sagt er, ob Grundschulen oder Berufsschulen. Auch sämtliche Kindergärten und Tagesstätten werden geschlossen. Gleichzeitig unterstreicht der Premier, dass weder schulfrei ist, noch die Schüler in Quarantäne sind. «Auch an der Universität bleiben die Türen geschlossen» und fügt hinzu, dass Bildungsminister Claude Meisch (DP) am Freitag um 10 Uhr in einer Pressekonferenz Detail erklären wird.

Um die Verbreitung einzudämmen, sollen besonders gefährdete Menschen, also Kranke, Menschen über 65 Jahre oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen wie Krebspatienten, so weit als möglich zuhause bleiben, den öffentlichen Personennahverkehr zu Stoßzeiten meiden und möglichst über das Internet oder telefonisch ihre Einkäufe in Auftrag geben.

« Wir müssen davon ausgehen, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich infiziert »

Eine Spezialregelungen gelte auch für Krankenhäuser und Altenheim. So seinen Besuche ab jetzt nicht mehr erlaubt. Betroffen ist auch das öffentliche Leben. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, etwa in Restaurants oder Kinos gelte eine maximale Obergrenze von 100 Personen, bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ein Maximum von 500 Besuchern.

Der öffentliche Personennahverkehr soll verstärkt werden, um überfüllte Busse zu vermeiden. Die Menschen sind angehalten, Abstand voneinander zu halten und das öffentliche Leben weitgehend zu vermeiden.

Die Ausnahmesituation der vergangenen Tage bringe die eingerichtete Hotline an ihre Kapazitätsgrenze. «Wir versuchen, alle Fragen zu beantworten und das Call-Center zu verstärken», erklärt Lenert: «Die meisten Menschen, die sich infizieren, machen wohl eine ganz normale Grippe durch. Wir müssen davon ausgehen, dass ein großer Teil der Bevölkerung sich infiziert», sagt sie: «Wichtig ist, dass jene, bei denen der Krankheitsverlauf ernst und kritisch verläuft, die nötige Behandlung erreicht.»

Die wichtigsten Maßnahmen in Stichpunkten finden Sie hier.

(Michael Aubert/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • alain am 13.03.2020 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hut dier em Premier net nogelauschtert, dat soll e sinn lossen, oder dei können de Virus jo kreien.

  • Nëckel am 13.03.2020 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    «Wir müssen einfach aufpassen und die Ausbreitung des Virus maximal minimieren» ... sehr vertrauenserweckend solche Worthülsen. Weiter so Herr Bettel! :-))

  • lily88 am 13.03.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    an waat ass bei ons mat restraunt'en diskoen café, an der belg maan dei sait haut zou, do ass och eng grouss gefoor

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 14.03.2020 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    En copions sur les dires des autres dirigeants. Tout seul ils ne savent prendre aucune décision

  • Arm am 13.03.2020 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er hat vielleicht andere Probleme für den Rest interessiert er sich nicht

  • lars am 13.03.2020 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schule und Kitas zu OK. Ja aber diese Kinder habe doch Eltern die den Virus mitbringen können?? Oma und Opa gehen bestimmt einkaufen oder raus?? OK das die Kinder untereinander nicht anstecken. Aber der rest??

  • Ranzu am 13.03.2020 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Grossveranstaltungen vermeiden. Hier sind fast über 1000 Mitarbeiter die Husten und Schnupfen. Der Fahrstuhl, super Voll das man meint das man in einer Grossveranstaltung ist. Besser kann man das alles hier nicht übertragen. Wir sitzen im Paradies des Bakterium und warten auf den ersten Fall. Panik/Angst überall, Keine richtigen information vom Arbeitgeber (der denkt ja sowieso nur an sein Geld). Ist normal das unser gehirn stress schüttet und wir krank werden. Wieviel wert ist ein Mensch?

  • lily88 am 13.03.2020 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    an waat ass bei ons mat restraunt'en diskoen café, an der belg maan dei sait haut zou, do ass och eng grouss gefoor