Kampf gegen Corona

17. Juli 2020 16:02; Akt: 17.07.2020 16:03 Print

Warum Luxemburg weiterhin so viel testen sollte

LUXEMBURG – Weniger Tests bedeuten weniger Neuinfektionen? Warum diese Rechnung nicht aufgeht, erklärt Jean-Paul Bertemes vom Nationalen Forschungsfond.

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Luxemburg habe die Pandemie bisher noch unter Kontrolle, weil so viel getestet wird und die Rückverfolgung der Kontakte so gut funktioniere. (Bild: DPA)

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Seit einigen Tagen nimmt die Zahl der registrierten Covid-19-Infektionen in Luxemburg wieder stark zu. Am gestrigen Donnerstag wurden 163 Neuinfektionen gemeldet. Der höchste Wert seit dem 1. April, damals waren es 191. In keinem anderen europäischen Land ist die Zahl der Neuinfektionen – gemessen an der Einwohnerzahl – derzeit so hoch wie in Luxemburg. Belgien und Deutschland haben das Großherzogtum deshalb bereits als «Risikogebiet» eingestuft.

Vielen Menschen brennt nun eine Frage unter den Nägeln: Wäre es nicht besser, wir würden weniger testen, um dann weniger Neuinfektionen zu haben? «Nein, im Gegenteil», sagt Jean-Paul Bertemes vom Nationalen Forschungsfond: «Weniger Tests bedeuten nicht weniger Neuinfektionen. Weniger Tests bedeuten bloß weniger offiziell registrierte positive Fälle und eine höhere Dunkelziffer.» Sprich: Die Neuinfektionen sind da, egal ob sie registriert werden, oder nicht. «Das müssen wir als Gesellschaft verstehen», sagt Bertemes in Gespräch mit L'essentiel.

«Weniger testen bedeutet am Ende mehr Neuinfektionen»

Würde das Land weniger Tests durchführen, könne es seine Zahl der Neuinfektionen zwar beschönigen, allerdings «nur kurzfristig», wie Bertemes auf «science.lu erklärt: «Mittelfristig würde dies aber bedeuten, dass weniger Menschen, die ansteckend sind, identifiziert und in Quarantäne gesetzt werden können.» Deutlich mehr Infizierte, oftmals symptomfrei, würden dann für weitere Infektionen sorgen. Zudem entfalle die Rückverfolgung der Kontakte, wodurch sich das Virus noch stärker weiterverbreitet würde.

«Weniger testen bedeutet also bloß weniger Infektionsketten durchbrechen. Und am Ende mehr Neuinfektionen», so der Chemiker. Der Coronatest sei nur der erste Schritt zur Rückverfolgung der Kontakte und anschließenden Quarantäne-Maßnahmen.

Luxemburg habe die Pandemie bisher noch unter Kontrolle, weil so viel getestet wird und die Rückverfolgung der Kontakte so gut funktioniere. Ohne die flächendeckenden Tests «wäre die Situation möglicherweise bereits außer Kontrolle. Und dann würden uns die Nachbarländer sicherlich nicht besser einstufen», sagt Bertemes.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nuesvoll am 17.07.2020 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ech kann et netmei heireren.

  • Meenung am 17.07.2020 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Denke das Testen sollte bleiben, wie mit diesen Ziffern umgegangen wird ist eine andere Frage. Also solange nicht einheitlich in Europa vorgegangen wird, kann man auch flunkern und nicht alles Preisgenen

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  • patrick am 17.07.2020 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Se sollen eisen AUSLÄNNESCHEN Matbierger emol en Avis vum Covid-19 Gesetz an hierer Sprooch zoukommen loossen. Villäicht begräiffen se ët dann, dass se hieren Nues a Mondschutz sollen undoën. An eis POLICE soll och emol duerchgräifen an direkt e Protokol schreiwen wann se een untreffen den eng ALLERGIE géint d‘Mask huet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mach dich schlau am 20.07.2020 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Neuinfektionen sind da, egal ob sie registriert werden, oder nicht. «Das müssen wir als Gesellschaft verstehen» Die PCR Tests sind nicht zur Diagnose geeignet(sagt Kary Mullis Erfinder der PCR Tests). Das müsste ein Chemiker verstehen/wissen und sich darüber schlau machen und uns darüber aufklären aber wenn man einem Test-Dogma folgt bringen Fakten auch nichts.

  • @Linda am 20.07.2020 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann daat wouer ass wéi Dir daat do schreift géif ech daat mol publique maachen da missten se sech nämlech fir dee Geste entschëllegen.Daat ass Diskriminéierung.Daat heescht jo dann datts se keng Lëtzebuerger an hierem Geschäft wëllen.Firwat hänken se dann keen Ziedel an hier Fënster:Kein Zutritt für Luxemburger.

    • Hetzpropaganda am Netz am 20.07.2020 14:53 Report Diesen Beitrag melden

      Wisou dann wuel !!!! Wëll et net stëmmt !!!! Wat mengt Dir, wären do d'Handy'en erausgehol gin fir dat ze filmen? Mais komescherweis wees geschwënn jiddereen et mais et ass emmer d'Frendin oder de Kolleg gewierscht, deen daat gesin oder heieren huet!!!

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  • @Linda am 20.07.2020 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wat ee Kabes!Wann déi Däitsch hier Suën a Lētzebuerg verdenge kommen dann ginn se nët krank?Ah jo si hätten am léifste gehat et hätt een hinnen d'Paye nach weider heemgeschéckt.Daat misst är Frëndin sech verhalen an nët méi an Däitschland hir Suën ausginn.D'Leit missten mol am Moment esou wäit et geet an esou wäit et hinnen finanziell méiglech hier Suën a Lëtzebuerg ausginn amplaz se an d'Nopeschlänner oder an d'Ausland ze droën fir d'Économie hei a Lêtzebuerg erem unzekuerbelen.

  • Linda am 19.07.2020 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    All Land an Europa soll seng Leit selwer testen. Anstatt datt Letzebuerg et mecht. Déi stroofen ons hei an sin vill Grenzgänger wou den Virus ran schleefen!!! Haut huet eng Bekannten mir geschriwen. Eng Frendin vun hir war am Aldi an Daitschland ankaafen... dozou koum et net. Hir Autosnummer gouf um Parking opgeruff... an sie huet missen op da Plaaz Geschäft valossen!! Aldi huet se rausgeheit! Sou wait sin mir lo! Traurech!!!

    • COVID NEE MERCI am 21.07.2020 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      An di Daïtsch kréien ewell d'Autoen futti gemaach wann se hei parken. An dobai sin och Lëtzebuerger betraff, dei dohannen wunnen well se sech et hei net leeschte kënnen. Wann ech main Mupp am Auto loossen, gin ech och ausgeruff.

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  • Ras le bol am 18.07.2020 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ass dat dobaussen den Gros sech un absolut naischt mei hellt, mol net an den Geschäfter an wann éen manéierlech eppes séet gett éen direkt domm ugemat. Et missten kloer erem vill méi Kontrollen sinn an bei den Wiederholungstäter misst den Protokoll esou laang verdoubelt ginn bis se et begraff hunn.