Milliardenhilfe

29. März 2020 17:28; Akt: 29.03.2020 18:34 Print

Direkthilfe an kleine Firmen soll bald fließen

Viele Firmen sind wegen der Coronavirus-Krise in Existenznot. Verbände kritisieren, dass die Hilfe im Mittelstand nicht ankomme. Der Wirtschaftsminister beschwichtigt. Zumindest für kleine Unternehmer soll jetzt rasch Geld da sein.

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Wie hier in den Hackeschen Höfen sieht es derzeit in vielen Städten aus. Die Geschäfte haben geschlossen. Auch die Aufträge für Selbständige und Freiberufler sind weggebrochen. (Bild: Annette Riedl)

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In der Corona-Krise soll in den nächsten Tagen die Auszahlung von Direkthilfen an Millionen von kleinen Firmen, Solo-Selbstständigen und Freiberufler beginnen. Insgesamt geht es um Bundesmittel von bis zu 50 Milliarden Euro. Bund und Länder einigten sich auf eine Verwaltungsvereinbarung, wie das Finanz- sowie das Wirtschaftsministerium am Sonntag mitteilten. Dadurch könnten die Länder die Bundesmittel ab Montag abrufen, um Zuschüsse schnell und unbürokratisch auszuzahlen.

Wegen der drastischen Auswirkungen der Coronakrise fürchten viele Solo-Selbstständige um ihre Existenz - also etwa Musiker, Fotografen, Künstler, Heilpraktiker, Dolmetscher oder Pfleger. Viele Geschäfte mussten schließen, Messen, Veranstaltungen und Konzerte wurden abgesagt. Aufträge und Umsätze vieler Solo-Selbstständiger sind weggebrochen.

Ziel ist es nun, Liquiditätsengpässe bei kleinen Firmen zu überbrücken, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen. Konkret bekommen Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten eine Einmalzahlung von 9000 Euro für drei Monate, Firmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro.

Handwerk und Reisebranche beklagen mangelnde Unterstützung

Handwerk und Reisebranche beklagen aber nach wie vor mangelnde Unterstützung in der Corona-Krise und eine Förderlücke. «In dieser Extremlage brauchen neben den kleinen Betrieben auch solche mit mehr als zehn Mitarbeitern Soforthilfen», sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer der Deutschen Presse-Agentur. Weite Teile des Mittelstandes fielen durch das Raster von direkten Zuschüssen. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Reiseverband (DRV). «Die Bundesregierung muss dringend Maßnahmen für mittelständische Unternehmen bewilligen», forderte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) versuchte, die Kritik zu entschärfen. «Wir helfen mit umfassenden Maßnahmen der gesamten Wirtschaft von klein bis groß und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, mit dieser Extremsituation umzugehen», heißt es in einem der dpa vorliegenden Brief Altmaiers an Wirtschaftsverbände. Zugleich stellte er weiteren staatlichen Anschub für die Zeit nach der Krise in Aussicht.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern und Jobs zu schützen, ist neben dem Programm für kleine Firmen etwa ein Rettungsfonds für große Unternehmen beschlossen worden, über den sich der Staat notfalls an angeschlagenen Konzernen beteiligen kann.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ass schonns bedenklech am 30.03.2020 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    D'Kriis ass elo mol an der 3ter Woch ukomm an d'Firmen sinn schonn hannen béi an fir wider? Do muss éen sech allerdengs d'Fro stellen wei se dann am Normalen iwwert d'Ronnen kommen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • ass schonns bedenklech am 30.03.2020 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    D'Kriis ass elo mol an der 3ter Woch ukomm an d'Firmen sinn schonn hannen béi an fir wider? Do muss éen sech allerdengs d'Fro stellen wei se dann am Normalen iwwert d'Ronnen kommen?