Bürgermeisterwahl

16. Februar 2020 19:16; Akt: 16.02.2020 19:26 Print

Festnahmen nach Eklat um Kandidaten in Paris

Sexvideos bringen Macrons Kandidaten für Paris zu Fall, die Staatsanwaltschaft ermittelt und lässt zwei Menschen verhaften.

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Benjamin Griveaux gab seinen Rückzug bekannt, nachdem pikante Videos von ihm auftauchten. (Bild: Lionel Bonaventure)

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Nach einem Eklat um Sex-Videos und dem folgenden Rückzug des Pariser Bürgermeister-Kandidaten Benjamin Griveaux sind ein russischer Aktionskünstler und dessen Partnerin festgenommen worden. Beide würden wegen des Verdachts der Verletzung der Privatsphäre und der unerlaubten Veröffentlichung sexueller Bilder befragt, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Griveaux, ein Vertrauter von Staatspräsident Emmanuel Macron, hatte sich nach der Veröffentlichung der Videos aus dem Rennen um das Pariser Rathaus zurückgezogen und am Samstag Strafanzeige gestellt.

Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hatte behauptet, die Videos verbreitet zu haben. Er war am Samstag - zunächst allerdings in einer anderen Sache - in Polizeigewahrsam genommen und vernommen worden. Hintergrund war nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Untersuchung wegen Verdachts der Körperverletzung. Nachdem seine Lebensgefährtin im Zusammenhang mit den Videos festgenommen wurde, ordnete die Staatsanwaltschaft an, auch ihn zu dem Sachverhalt zu befragen.

Screenshots aufgetaucht

Eine Webseite hatte am Mittwochabend Screenshots von anzüglich erscheinenden Chatnachrichten veröffentlicht, die angeblich von Griveaux stammen. Außerdem zeigt sie kurze Videos, auf denen zu sehen ist, wie ein Mann masturbiert - es ist aber nicht zu erkennen, um wen es sich dabei handelt. Griveaux hatte am Freitag gesagt, eine Webseite und soziale Netzwerke hätten «abscheuliche Angriffe» auf seine Privatsphäre verbreitet. Er wolle dies seiner Familie nicht länger zumuten. Er hatte in seiner Erklärung weder bestätigt noch bestritten, dass die Videos und Nachrichten von ihm sind.

Griveaux war im vergangenen Jahr als Macrons Regierungssprecher zurückgetreten, um Pariser Bürgermeister zu werden. In Umfragen hatte der 42-Jährige von der Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) zuletzt eher schwach abgeschnitten.

Bisherige Gesundheitsministerin übernimmt

Für Macrons Partei will nun die bisherige Gesundheitsministerin Agnès Buzyn als Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt kandidieren. Die 57-Jährige gab dies am Sonntag bekannt und wollte deshalb noch am Abend den Rücktritt von ihrem Kabinettsposten einreichen.

Agnès Buzyn war bisher Gesundheitsministerin in Macrons Kabinett.

Pawlenski (35) ist bekannt für radikale Aktionen. Er hatte im Oktober 2017 Feuer an einer Zweigstelle der französischen Zentralbank gelegt. Er nähte sich auch aus Protest den Mund zu oder nagelte sich am Hodensack auf dem Roten Platz in Moskau fest. Pawlenski war Anfang 2017 aus Angst vor Verfolgung durch die Moskauer Behörden aus Russland geflohen und hatte in Frankreich Asyl erhalten.

Die erste Runde der Kommunalwahlen findet am 15. März statt. Der Rückzug von Griveaux hatte in Paris ein Beben ausgelöst. Er erhielt von Parteien aus dem gesamten politischen Spektrum Unterstützung. Regierungssprecherin Sibeth Ndiaye sprach von einer «Kampagne der Niedertracht».

(l'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JEAN am 16.02.2020 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Man fragt sich doch,wie bescheuert solche Menschen sind?Da gibt er sich freizügig auf Internet,wo auch immer,und spielt das Opfer,weil sein Post veröffentlicht wird?und solch ein Mensch will Verantwortung übernehmen und Bürgermeister werden?von Paris?Gott bewahre uns und die Franzosen vor solchen leichtsinnigen Menschen.Jeder sollte doch wisssen,einmal auf dem Netz,ewig auf dem Netz.Ich kann solche Menschen nicht bemitleiden.

  • Caroline am 17.02.2020 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre das dem amerikanischen Präsidenten passiert, dann wäre das gar kein Problem gewesen. Der hätte darüber nur gelächelt, ein wenig getwittert und schon wäre die Sache vom Tisch und unterm Teppich.

  • Kritker am 17.02.2020 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man es mal wieder, wie widerwärtig die gewählten Politikern nach der Wahl ihre Wählerschaft für dumm u. dämlich halten. Wer jetzt noch wählen geht, wählt seinen politischen Schlächter.

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  • Kritker am 17.02.2020 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man es mal wieder, wie widerwärtig die gewählten Politikern nach der Wahl ihre Wählerschaft für dumm u. dämlich halten. Wer jetzt noch wählen geht, wählt seinen politischen Schlächter.

  • Caroline am 17.02.2020 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre das dem amerikanischen Präsidenten passiert, dann wäre das gar kein Problem gewesen. Der hätte darüber nur gelächelt, ein wenig getwittert und schon wäre die Sache vom Tisch und unterm Teppich.

  • JEAN am 16.02.2020 20:38 Report Diesen Beitrag melden

    Man fragt sich doch,wie bescheuert solche Menschen sind?Da gibt er sich freizügig auf Internet,wo auch immer,und spielt das Opfer,weil sein Post veröffentlicht wird?und solch ein Mensch will Verantwortung übernehmen und Bürgermeister werden?von Paris?Gott bewahre uns und die Franzosen vor solchen leichtsinnigen Menschen.Jeder sollte doch wisssen,einmal auf dem Netz,ewig auf dem Netz.Ich kann solche Menschen nicht bemitleiden.