Trotz politischem Streit

30. Oktober 2020 19:44; Akt: 30.10.2020 19:44 Print

Türkei und Griechenland bieten einander Hilfe an

Nach dem heftigen Erdbeben in der Ägäis mit mindestens 12 Todesopfern haben die Türkei und Griechenland einander Hilfe angeboten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es sind 30 Sekunden, die Stunden und voraussichtlich Tage der Bergungs- und Aufräumarbeiten einleiten: Ein starkes Erdbeben in der Ägäis hat in der Westtürkei und auf den griechischen Inseln am Freitag für große Zerstörung gesorgt. Mehrere Menschen starben; es kam zu Tsunamis.

Vorläufigen Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde von Freitagabend zufolge starben in der Westtürkei mindestens 12 Menschen, etwa 419 Menschen wurden verletzt. Fünf Häuser stürzten ein und verschütteten Menschen. Nach Angaben vom Abend konnten 70 lebend geborgen werden. Auf der griechischen Insel Samos starben zwei Jugendliche.

Stärke des Erdbebens zwischen 6,6 und 7

Das erste Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6. Die für Erdbeben zuständige US-Behörde USGS gab die Stärke des Bebens sogar mit 7 an. Das Zentrum habe in der Ägäis vor der türkischen Provinz Izmir, rund 16 Kilometer nördlich der griechischen Insel Samos gelegen, berichteten türkische und griechische Medien.

Sowohl auf Samos als auch an der türkischen Westküste gab es Tsunamis. Erdbeben-Institute berichteten über erste Nachbeben weiter westlich des Hauptbebens, mehrere davon weit über der Stärke 4,0. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenaden, wo das Wasser Autos wegspülte. Der Strom fiel aus. Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar waren überflutete Gassen zu sehen.

Jugendliche starben auf dem Heimweg

Die auf Samos getöteten Jugendlichen waren den Angaben zufolge nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten. Medien hatten zuvor gemeldet, acht Verletzte würden im Krankenhaus behandelt.

Der türkische Fernsehsender TRT zeigte Bilder von eingestürzten Mehrfamilienhäusern und von Staubwolken über der Stadt Izmir. Es wurde von Panik auf den Straßen während des Bebens berichtet, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen. Türkische Medien berichteten, einige Krankenhäuser in der Provinz Izmir seien beschädigt worden und hätten evakuiert werden müssen. Mehrere Spiele in den türkischen Fußballligen wurden der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge abgesagt. Die Behörden riefen dazu auf, Straßen nicht zu blockieren und das Mobilfunknetz möglichst zu entlasten.

Türkei und Griechenland versprechen Kooperation

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete sich in einem Tweet an die Bevölkerung. Man stehe den vom Erdbeben betroffenen Menschen mit allen Mitteln bei. Erdogan und der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis boten sich in einem Telefonat gegenseitige Hilfe an, wie Anadolu berichtete. Die Regierungen in Athen und Ankara liegen derzeit unter anderem wegen umstrittenen Erdgaserkundungen der Türkei und Grenzstreitigkeiten im östlichen Mittelmeer über Kreuz.

Auch die Europäische Union und die Nato boten der Türkei und Griechenland Unterstützung an. «Ich bin in Gedanken bei allen, die betroffen sind», schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Freitag auf Twitter. «Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten.» Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg boten das an.

Verschiedenen Berichten zufolge soll das Beben in der türkischen Metropole Istanbul und bis in die griechische Hauptstadt Athen zu spüren gewesen sein. 1999 wurde die Türkei von einer der schwersten Naturkatastrophen in seiner Geschichte heimgesucht: Bei einem Beben in der Region um die nordwestliche Industriestadt Izmit, östlich von Istanbul, starben damals mehr als 17.000 Menschen.

(L'essentiel/SDA)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hilfe in Not am 31.10.2020 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es richtig, bei Not sich gegenseitig zu helfen, selbst dann, wenn andere Konflickte anstehen. Auch diese sind zu bewältigen, wenn beide Parteien gewillt!

  • Merde alors am 30.10.2020 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wie blöd ist die EU! Wir lassen uns durch die Turkei erpressen und springen auch noch gleich mit beiden Füssen zur Hilfe in das land was uns Morgen die Kehle aufschlitzt. Erdogan ruft die Jhihadisten zur Selbstjustiz auf und wir als EU zahlen Milliarden an diese Regierung für die EU Burger um zubringen. So was ist nennt man doch Beihilfe. Es wird Zeit dass wir Bürger in der EU uns wehren. Denn die "soft Politik der EU a la Jean Asselborn + Co. sollte gestoppt werden

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hilfe in Not am 31.10.2020 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es richtig, bei Not sich gegenseitig zu helfen, selbst dann, wenn andere Konflickte anstehen. Auch diese sind zu bewältigen, wenn beide Parteien gewillt!

  • Merde alors am 30.10.2020 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wie blöd ist die EU! Wir lassen uns durch die Turkei erpressen und springen auch noch gleich mit beiden Füssen zur Hilfe in das land was uns Morgen die Kehle aufschlitzt. Erdogan ruft die Jhihadisten zur Selbstjustiz auf und wir als EU zahlen Milliarden an diese Regierung für die EU Burger um zubringen. So was ist nennt man doch Beihilfe. Es wird Zeit dass wir Bürger in der EU uns wehren. Denn die "soft Politik der EU a la Jean Asselborn + Co. sollte gestoppt werden