Erdogan beleidigt Macron

25. Oktober 2020 09:47; Akt: 26.10.2020 10:28 Print

Frankreich zieht Botschafter aus Türkei ab

Nach einer Attacke des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf den französischen Präsidenten, hat Paris seinen Botschafter in Ankara zu Konsultationen zurückgerufen.

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«Die Worte von Präsident Erdogan sind inakzeptabel», zitierte die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend die Begründung aus dem Élyséepalast für den Abzug des Botschafters aus Ankara. «Wir lassen uns nicht auf unnütze Auseinandersetzungen ein und akzeptieren keine Beleidigungen», hieß es demnach weiter. Man fordere den türkischen Präsidenten auf, den Kurs seiner gefährlichen Politik zu ändern.

Erdogan hatte zuvor am Samstag auf einem Kongress seiner Partei AKP in Kayseri in Zentralanatolien gegen «besorgniserregende Anzeichen einer wachsenden Islamfeindlichkeit in Europa» gewettert. Als Beispiel nannte er unter anderem Macron, der nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty vor gut einer Woche dem radikalen Islamismus in Frankreich den Kampf angesagt hatte. Paty war von einem 18-Jährigen mit russisch-tschetschenischen Wurzeln getötet worden, nachdem er im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte.

Diskussion um Glaubensfreiheit

Macron wirbt für einen Islam, der «mit den Werten der Republik» vereinbar ist. Die strikte Trennung von Staat und Kirche gilt als ein Grundprinzip der französischen Verfassung.

«Was für ein Problem hat diese Person namens Macron mit dem Islam und Muslimen?», fragte Erdogan bei der Veranstaltung am Samstag. Macron gehöre in psychologische Behandlung, fügte der türkische Präsident hinzu. Sein französischer Amtskollege verstehe die Glaubensfreiheit nicht.

Bei derselben Veranstaltung hatte sich Erdogan auch kritisch zu der Polizeirazzia in einer Berliner Moschee geäußert. Am Mittwoch hatten etwa 150 Polizisten in der deutschen Hauptstadt mehrere Firmen und eine Moschee wegen des Verdachts auf Corona-Subventionsbetrug durchsucht. Erdogan hatte den Vorgang zuvor auf Twitter als rassistisch und islamfeindlich bezeichnet.

(L'essentiel/SDA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stau-Geplagter am 25.10.2020 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo - Wenigstens ein Staatschef der Charakter beweist !

  • Pas am 25.10.2020 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Stau-Geplagter : top Äntwert ! ????

  • Menschen, die nie erwachsen werden am 26.10.2020 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wie von 10 auf 4 rote Punkte zurück gefallen???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Menschen, die nie erwachsen werden am 26.10.2020 18:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wie von 10 auf 4 rote Punkte zurück gefallen???

  • Endlich einer der reagiert am 26.10.2020 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland müsste schon längst auch entsprechend mit ihren Hasspredigern verfahren und diese zurück schicken. Mein Respekt für Macron, hoffentlich hält er durch und zieht es bis zum Ende durch.

  • Pas am 25.10.2020 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Stau-Geplagter : top Äntwert ! ????

  • Menschen, die nie erwachsen werden. am 25.10.2020 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hier pflichte ich Erdogan zu; denn Macron wäre ohne seine Muttis - u. dazu gehört auch Merkel - recht hilflos!!!

    • Bin Deiner Meinung am 26.10.2020 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Toll, die roten Zahlen beweisen, dass die Meinung richtig liegt!

    einklappen einklappen
  • Stau-Geplagter am 25.10.2020 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo - Wenigstens ein Staatschef der Charakter beweist !