Masken schützen

13. Mai 2020 07:18; Akt: 13.05.2020 07:19 Print

Spanische Grippe zeigt, was auf uns zukommen könnte

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die derzeit viel diskutierte Maskenpflicht vor der gefürchteten Welle schützen dürfte.

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Die Spanische Grippe, der in den Jahren 1918/19 weltweit zwischen 20 und 40 Millionen Menschen zum Opfer fielen, liegt zwar schon über 100 Jahre zurück. Doch ein Teil der damals ergriffenen Maßnahmen ist auch heute wieder aktuell: Das Auf-Abstand-Gehen etwa, aber auch das Tragen von Masken sowie die Debatten darüber und der Widerstand dagegen ähneln sich.

Der Vergleich zeigt, wohin das führen kann: Während die Abkehr vom Social Distancing in Philadelphia zu einem sprunghaften Anstieg der Toten in der US-Stadt führte, sorgte die voreilige Abkehr der Mundschutzpflicht in San Francisco für eine Verschlimmerung der Situation.

«Verheerend, mit noch mehr Opfern»

«Die Menschen warfen die Masken voller Freude in die Luft oder verbrannten sie. Doch damit ermöglichten sie erst recht eine zweite Welle. Und diese war noch verheerender, mit noch mehr Opfern als die erste», so Stephen Morse von der New Yorker Columbia University zu SRF News.

Der Fall San Francisco könnte sich laut dem Epidemiologen heute wiederholen – zum Beispiel, wenn «wir auf einen Schlag alle Maßnahmen aufheben würden», wie Heiner C. Bucher, Direktor des Instituts für klinische Epidemiologie und Biostatistik Basel und Chefarzt am Universitäts-Krankenhaus Basel bestätigt. Dann, so der Fachmann, sei eine zweite Welle unvermeidbar.

Kaum noch Neuinfektionen im einstigen Corona-Hotspot

Das Beispiel aus den USA zeigt weiter, wie sinnvoll Mundschutze beim Eindämmen einer viralen Pandemie sein können. Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelte, sondern auch heute zusätzlich zu den entsprechenden Hygienemaßnahmen und dem Abstandhalten dazu beitragen kann, die Infektionszahlen zu senken und niedrig zu halten, zeigt der Blick ins deutsche Jena.

Die thüringische Stadt war die erste in Deutschland, in der Anfang April die Maskenpflicht eingeführt wurde, und wandelte sich in der Folge vom Hotspot zur beinahe Corona-freien Zone:

Doch nicht nur Hygienemasken können helfen, die beim Atmen, Sprechen, Lachen, Niesen und Husten ausgestoßenen Tröpfchen zurückzuhalten. Auch Stoffmasken, selbst genäht oder gekauft, können ihren Teil dazu beitragen, wie etwa Benjamin Cowling von der Universität Hongkong der Nachrichtenagentur Reuters sagte: «Meiner Meinung nach dürften auch Stoff- oder Baumwollmasken schützen, wenn auch etwas weniger als eine richtig getragene chirurgische Maske.»

So sieht es auch das deutsche Robert-Koch-Institut. In der aktuellen Maskenempfehlung heißt es: «Das Risiko, eine andere Person anzustecken, kann so verringert werden (Fremdschutz).» Und weiter: «Es ist zu vermuten, dass auch Masken das Risiko verringern können, andere anzustecken.» Das gelte aber nur, wenn die Abstands-, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten würden.

Materialmix ist wichtig

Wie gut ein wahlweise als Behelfs-, DIY- oder Alltagsmaske bezeichneter Mund- und Nasenschutz aus Stoff ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt einerseits vom Sitz des Mundschutzes ab, andererseits aber auch von den verwendeten Materialien.

Während Ersteres immer auch von der Kopf- und Gesichtsform des Trägers abhängig ist und sich nicht pauschal sagen lässt, können Forscher um Supratik Guha von der University of Chicago zumindest zum zweiten Aspekt Anhaltspunkte liefern. Wie sie im Fachjournal ACS Nano schreiben, hat sich in ihrer Studie ein Mix aus «eng gewebter Baumwolle und wahlweise Seide, Chiffon oder Flanell» als besonders effektiv erwiesen.

In Kombination würden die Materialien mehr als 80 Prozent der unter 300 Nanometer großen Partikel und mehr als 90 Prozent der über 300 Nanometer großen Partikel filtern. Allerdings würde ein Verrutschen der Maske die Filterfunktion um rund 60 Prozent reduzieren.

Masken bei 90 Grad reinigen

Weiteres Problem: Sowohl Seide als auch Chiffon und Flanell können nicht bei 90 Grad gereinigt werden – weder in der Waschmaschine noch im Backofen oder dem Kochtopf. Solch hohe Temperaturen braucht es laut neusten Erkenntnissen des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte aber, um Viruspartikel zuverlässig abzutöten.

Deshalb empfehlen Experten auch beim Tragen von Masken, sich stets so zu verhalten, als ob man keine Maske tragen würde. Das heißt: zu anderen Menschen auf Abstand zu gehen, immer in die Armbeuge zu husten und zu niesen und die Hände regelmäßig zu waschen.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 13.05.2020 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Es sollte auch erwähnt werden dass man sich das Virus auch über die Augen einfangen kann, d.h. Tragen von FFp2/3 sollten durch Schutzbrille ergänzt werden

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  • Frank am 13.05.2020 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warten wir die 2te Welle ab. China riegelt mal wieder eine Millionenstadt ab. So lange kein Impfstoff da ist, geht das weiter mMn.

  • Gru am 13.05.2020 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déi aarem Schreiner ann Doudegriéwer ...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 13.05.2020 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warten wir die 2te Welle ab. China riegelt mal wieder eine Millionenstadt ab. So lange kein Impfstoff da ist, geht das weiter mMn.

  • Gru am 13.05.2020 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déi aarem Schreiner ann Doudegriéwer ...

  • Skeptiker am 13.05.2020 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Gin et dann och statistiken Driwwer wéieng Leit bai der Spuenescher Gripp gestuerwen sin. Dat kann ech mer schlecht Virstellen dass deemols well sou genau Dokumentéiert war op des Leit Virerkrankungen haten. An ween seet dann dass den Covid-19 sou Letal as wéi d'Spuenesch Gripp?

  • Julie am 13.05.2020 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Es sollte auch erwähnt werden dass man sich das Virus auch über die Augen einfangen kann, d.h. Tragen von FFp2/3 sollten durch Schutzbrille ergänzt werden

    • SafetyFirst am 13.05.2020 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Zusätlich bitte auch ein Kondon über Kopf und alle anderen Körperöffnungen ziehen. Zur Sicherheit!

    • Maria am 13.05.2020 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      Und das Kondom am Hals richtig fest zubinden.

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