Frankreich

03. November 2019 14:47; Akt: 03.11.2019 14:50 Print

«Wie Sie sehen, ist ‹Charlie› am Leben»

Zum ersten Mal seit dem Anschlag von 2015 ist am Samstag das Team hinter dem Satirenmagazin «Charlie Hebdo» in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Redaktionsleiter Riss sagte am Samstag auf einer Diskussionsveranstaltung des Weltforums für Demokratie in der Straßburger Oper, das Satiremagazin Charlie Hebdo habe «ihre Vitalität und Dynamik wiedererlangt». Erstmals seit dem Anschlag auf die französische Zeitung vor fast fünf Jahren ist die Redaktion wieder öffentlich aufgetreten.

Zuvor waren die Mitarbeiter des Blattes unter großem Applaus und Bravo-Rufen von den Zuschauern empfangen worden. Die Redaktion nutzte den Auftritt, um das zu tun, was sie am besten kann: mit beißendem Humor punkten.

So zeigte eine Zeichnung von Philippe Vuillemin einen Zirkusdirektor, beschriftet mit den Worten «Und zum ersten Mal in einem Stück, die Redaktion von ‹Charlie Hebdo› in Straßburg!» Redaktionschef Riss versicherte: «Wie Sie sehen, lebt Charlie mit einem jungen und erneuerten Team weiter.»

In drei Diskussionsrunden ging es um Themen wie «Zensur und Bedrohungen» und den 50. Jahrestag der Gründung von Charlie Hebdo im kommenden Jahr. Riss hatte der Nachrichtenagentur AFP vor der Veranstaltung gesagt, Satire sei immer noch ein «Kampf». «Humor ist vielen Menschen suspekt», sagte er.

Fünf Jahre seit Anschlag vergangen

Am 7. Januar jährt sich zum fünften Mal der islamistische Anschlag auf Charlie Hebdo, bei dem zwölf Menschen getötet wurden – darunter einige der bekanntesten Karikaturisten Frankreichs.

Der Auftritt der Redakteure und Zeichner in Straßburg fand deshalb unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen statt: Die Mitglieder von Charlie Hebdo bekamen Polizeischutz, die Türen der Oper öffneten wegen der umfangreichen Kontrollen bereits zwei Stunden vor Diskussionsbeginn. «Die Angriffe waren ein absoluter Schock. Also mussten wir kommen, einfach aus Sympathie, aus Empathie», erklärte eine der Zuschauerinnen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Weltforums für Demokratie statt, das offiziell vom 6. bis 8. November vom Europarat in der elsässischen Hauptstadt unter dem Motto «Information: Demokratie in Gefahr?» veranstaltet wird.

(L'essentiel/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.