Deutscher Ex-Nationalgoalie

28. April 2020 13:45; Akt: 28.04.2020 13:50 Print

Corona-​​Kritiker Jens Lehmann litt selbst am Virus

Vor einer Woche warf der Ex-Torwart Jens Lehmann Politikern und Virologen Intransparenz vor. Nun legt er nach – und gesteht die Infektion mit dem Virus.

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«Ich glaube, dass wir von Politikern als auch von Virologen nicht so genau Bescheid bekommen, wie es sich denn um das ganze Virus verhält. Auch die Medien spielen natürlich ihren Teil. Dass man mit Zahlen konfrontiert wird, die noch vor vier Wochen – so wie wir sie jetzt haben – optimal gewesen wären, um eine Lockerung zu erzielen.» Das sagte der deutsche Ex-Torwart Jens Lehmann vor einer Woche in der Fußball-Talkshow «Doppelpass».

Und auch die Einschränkungen der Freiheitsrechte kritisierte der 50-Jährige da schon heftig. Er sagte: «Auf den Fußball und auf andere Wirtschaftszweige bezogen, glaube ich, dass man vielleicht den Fehler macht, zu lange zu sagen: Wir halten es geschlossen. Weil dadurch geht extrem viel kaputt – jeder Tag kostet uns Milliarden.» Lehmanns Aussagen irritierten Tausende von Fans. Ihn scheint das jedoch nicht zu kümmern. So hat sich der Ex-Torwart nun in der «Bild» erneut gemeldet. Im Interview legt er nach und gesteht, dass er selbst am Coronavirus litt.

Lehmann will wieder offene Geschäfte

«Ich litt anderthalb Tage an Husten und leichtem Fieber», sagte Lehmann der Zeitung. «Nach zwei Wochen Quarantäne wurde ich von den Behörden wieder für gesund erklärt.» Weiter meinte er, dass der Krankheitsverlauf «leichter als bei einer Grippe» gewesen sei und: «Gefährdete Menschen müssen natürlich aufpassen. Es hilft wahrscheinlich auch, einigermaßen gesund zu leben.»

Seine im «Doppelpass» getätigten Aussagen bereut er nicht. So fordert er in der «Bild» erneut, bei einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison die Stadien teilweise für Fans zu öffnen. «Ich habe bisher noch kein vernünftiges Gegenargument gehört», sagt er. Generell fände Lehmann es gut, wenn Lockerungen bald kämen. Er meint: «Wir müssen Deutschland wieder hochfahren, damit die Wirtschaft überlebt. Das gilt für alle Wirtschaftszweige, auch für die Bundesliga.»

«Wer kann das beantworten?»

Lehmann fällt nicht zum ersten Mal auf. Kurz nach Aussetzung der Bundesliga hatte er Mitte März bei Twitter geschrieben: «Was ist, wenn wir mehr Schaden mit dem Schließen von allem anrichten? Ist es besser, zu Hause zu bleiben, gegen etwas unter Quarantäne gestellt zu werden, das wir in den vergangenen Jahren nicht messen konnten, den Job jetzt zu verlieren oder ein erfolgreiches Unternehmen? Wird es mehr Menschen geben, die wegen großer finanzieller Probleme krank werden als durch das Virus? Wer kann das beantworten?»

Die Reaktionen auf den Tweet folgten sogleich. Eine Userin twitterte: «Bist du zu oft gegen den Pfosten gelaufen?», jemand anders schrieb: «Jens, Liebchen, du warst mal ein ganz guter Torwart, zu diesem Thema kannst du dich ganz sicher professionell äußern. Zu Pandemien und insbesondere Maßnahmen gegen ebenjene solltest du aber einfach mal die Klappe halten, Schätzchen.»

(L'essentiel)

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