Schlammschlacht

15. September 2020 12:38; Akt: 15.09.2020 13:00 Print

Alabas Vater wirft Hoeneß schmutzige «Lügen» vor

Der Vertragspoker zwischen David Alaba und Bayern München wird immer abstruser. Ehrenpräsident Uli Hoeneß und die Alabas gifteln sich öffentlich an.

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Der FC Bayern München und der langjährige Spieler David Alaba schaffen es nicht, ihre Transferverhandlungen in einem stillen Kämmerlein irgendwo in München abzuhalten. Stattdessen wird der Vertragspoker in aller Öffentlichkeit ausgetragen und entwickelt sich immer mehr zu einer Schlammschlacht. Und das obwohl der Österreicher seit zwölf Jahren für Bayern spielt und eigentlich längst zur Identifikationsfigur gereift ist.

In den letzten Tagen merkte man von gegenseitiger Wertschätzung aber wenig. Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat am Sonntag bei Sport1 zur Attacke ausgeholt: «David Alaba hat einen geldgierigen Piranha als Berater.» Der 77-jährige Pinhas Zahavi verlange für eine Unterschrift Alabas alleine für sich ein Honorar «im zweistelligen Millionenbereich» – und sei deshalb das Hauptproblem bei den Verhandlungen.

Weiter sei problematisch, so Hoeneß, dass sich insbesondere Alabas Vater von Zahavi beeinflussen lasse. Hoeneß sagte: «Es geht wirklich nur um Geld und sonst gar nichts.»

Nach diesem Angriff haben sich Vater und Berater des österreichischen Nationalspielers zur Wehr gesetzt. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut», sagte George Alaba am Montag dem TV-Sender Sky.

«Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen», betont er, «und das alles nur, weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen.»

David Alaba meldet sich

Auch der Spieler selber meldete sich schließlich zu Wort. «Ich wünsche mir, dass meine vertragliche Situation nicht in der Öffentlichkeit geklärt wird», zitiert die Bild David Alaba. «Daher haben mich ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und auch verletzt. Viele Dinge, die im Moment geschrieben und gesagt werden, stimmen einfach nicht.»

Berater Zahavi sagte zu den Anschuldigungen am Montag: «Ich habe zu keinem Zeitpunkt detailliert über eine etwaige Provisionszahlung mit den Bayern-Verantwortlichen gesprochen. Das einzige Mal, dass dieses Thema auf den Tisch kam, war bei unserem Treffen in Lissabon. Dort fragte mich Sportchef Hasan Salihamidzic, wie ich mir das vorstellen würde. Ich sagte ihm, dass wir zunächst an einer Einigung mit dem Spieler arbeiten sollten, ich aber nicht mehr als das Übliche fordern werde.»

Alabas Vertrag beim Champions-League-Sieger läuft am 30. Juni 2021 aus. Er könnte dann ablösefrei wechseln. Laut Hoeness wird über einen neuen Vier- oder Fünfjahresvertrag verhandelt. «Dieser Club ist für mich nicht irgendein Verein, er ist Zuhause, Familie und Heimat», sagte Alaba.

(L'essentiel/dpa/lai)

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