Ansu Fati beleidigt

22. Oktober 2020 20:30; Akt: 22.10.2020 20:33 Print

Barça klagt Zeitung wegen Rassismus-​​Eklat an

Die spanische «ABC» hat sich massiv im Ton vergriffen. Bereits vor den rassistischen Aussagen hat ein Konzentrationslager-Vergleich für Empörung gesorgt.

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Wurde Opfer eines rassistischen Vergleichs: Barças Supertalent Ansu Fati. (Bild: Foto: Getty Images/David S. Bustamante)

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Er ist Barças jüngster Torschütze der Vereinsgeschichte. Und jüngster Torschütze der Champions-League-Historie. Und er ist das auch in Spaniens Nationalteam. Ansu Fati ist aktuell die große Sensation im Weltfußball, zehn Ligatore hat der junge Mann schon auf seinem Konto, volljährig wird er erst Ende Oktober. Kein Wunder, wird er bereits mit den ganz Großen seiner Branche verglichen. Nun kam aber ein Vergleich hinzu, der weniger auf sein fußballerisches Talent abzielte – sondern auf seine Hautfarbe.

Im Spielbericht von Barças 5:1-Erfolg im Champions-League-Spiel gegen Ferencvaros schrieb die spanische Zeitung ABC: «Ansu rennt wie eine Gazelle, wie ein sehr junger, schwarzer Straßenverkäufer, den man plötzlich durch den Paseo de Gracia (eine Allee in Barcelona) sprinten sieht, weil ein anderer mit dem Coderuf ‹Wasser, Wasser› vor der Polizei warnt.» Der Journalist Salvador Sostres nutzte die Plattform gleich noch, um einen politischen Seitenhieb gegen Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau zu platzieren: «Obwohl, rennen müssen sie nicht mehr, weil für Ada Colau die Polizisten die Kriminellen sind, nicht die Straßenverkäufer.»

Lineker findets «widerlich»

Viral ging der Ausschnitt vor allem, weil Antoine Griezmann nicht lange wartete, um diese Aussage zu verurteilen: «Ansu ist ein außergewöhnlicher Junge, der ebenso Respekt verdient wie jeder andere Mensch. Nein zum Rassismus und nein zur schlechten Erziehung.» Die englische Fußballlegende Gary Lineker legte nach, nannte den Vergleich «widerlich» und schrieb dazu: «Als wären wir um 50 Jahre zurückversetzt worden.»

Laut der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo reagiert nun auch der Verein: Barça plane eine Klage gegen Sostres. Dieser sah sich aufgrund der zahlreichen Beschwerden zu einer Entschuldigung gezwungen: «Einige Ausdrücke wurden offenbar rassistisch aufgefasst, was absolut nicht meine Absicht war.»

Bereits vor wenigen Tagen fiel die ABC durch eine höchst umstrittene Textpassage auf. In einer Lobeshymne auf Luis Enrique rühmte ein Kolumnist den Nationaltrainer für «seine Anweisungen, wie von einem Wächter eines Konzentrationslagers».

(L'essentiel/fas)

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