Spenden-Boykott

27. Oktober 2020 11:22; Akt: 27.10.2020 11:37 Print

Statt teurer Spiele im TV spenden Fans lieber

Anstatt viel Geld für die TV-Livespiele ihres Lieblingsvereins auszugeben, sammeln englische Fußballfans das Geld für wohltätige Institutionen.

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In der Premier League dürfen Fans wegen der Corona-Pandemie noch immer nicht ins Stadion. Bis vor Kurzem konnten die Engländer dafür aber alle Spiele, die von Sky und BT Sport nicht für eine TV-Übertragung in Betracht gezogen werden, gratis im Fernsehen schauen. Doch damit ist nun Schluss.

Seit Mitte Oktober müssen die Fußballfans für die Partien bezahlen. Und zwar nicht wenig. Rund 15 Pfund (17.70 Euro) müssen sie für einen Match auf den Tisch legen. Jedoch machen die englischen Fans bei diesem teuren Spiel nicht mit. Stattdessen haben sie eine herzerwärmende und wohltätige Aktion gestartet.

Etwa 350.000 Euro gesammelt

Statt den Betrag zu bezahlen und die Spiele von ihren Lieblingsclubs zu schauen, spenden sie die 15 Pfund an wohltätige Organisationen. Meistens kommt das Geld Lebensmittelhilfen wie zum Beispiel Gassenküchen zugute. So wurden in zehn Tagen bereits 300.000 Pfund (etwa 350.000 Euro) gesammelt, wie BBC berichtet.

Demnach sammelten allein die Liverpool-Anhänger beim 2:1-Sieg gegen Sheffield United am Samstag über 120.000 Pfund für die Lebensmittelhilfe von Nord-Liverpool. Die Fans von Leeds United spendeten 57.000 Pfund, anstatt für den 3:0-Sieg ihrer Mannschaft am Freitag im Aston Villa zu bezahlen. Bei Newcastle United kamen über 60.000 Pfund zusammen. Arsenals Fangemeinde steuerte bis zum Anpfiff der 0:1-Niederlage gegen Leicester am Sonntag 30.000 Pfund bei, wobei auch Fans von West Brom, Sheffield United und Fulham einen Beitrag leisteten.

« Diese Spenden machen einen riesigen Unterschied »

Die Anhänger von Manchester United und Manchester City haben 25.000 Pfund an eine örtliche Lebensmittelbank gespendet – obwohl ManCity beispielsweise noch nicht einmal in einem Pay-per-view-Spiel vertreten war. Ebenso Tottenham: Ihre erste Pay-per-view-Partie findet erst am 1. November statt, trotzdem kamen schon rund 16.000 Pfund zusammen.

Simon Huthwaite von der Lebensmittelhilfe aus Nord-Liverpool sagte gegenüber BBC wohl stellvertretend für alle unterstützten Organisationen, dass diese Spenden einen «riesigen Unterschied» machen werden.

Ob auch die TV-Stationen in ihrem Angebot deshalb etwas verändern, ist derzeit unklar. Anzeichen dafür gibt es aber, da Sky und BT Sport offenbar ihren Ruf schützen wollen. Sicher bis zum 8. November wird das Pay-per-view-System laut Abmachung aber noch weitergeführt.

(L'essentiel/Laura Inderbitzin)

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