3. Etappe

31. August 2020 18:38; Akt: 31.08.2020 19:02 Print

Ewan widmet seinen Sieg dem gestürzten Kollegen

Caleb Ewan gewinnt die 3. Etappe der Tour de France und widmet den Sieg seinem gestürzten Kollegen John Degenkolb. Die Franzosen feiern die Triumphfahrt 2.0 von Alaphilippe.

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Die Franzosen feiern weiter die Triumphfahrt 2.0 von Julian Alaphilippe (5. v. r.) im Gelben Trikot. (Bild: Christophe Ena)

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Caleb Ewan und Roger Kluge klatschten sich vor der schmucklosen Häuserwand in Sisteron kurz ab, dann galt der erste Gedanke auch Sturzopfer John Degenkolb. «Den Sieg möchte ich den beiden Jungs widmen. Wir hatten so viele Stürze und zwei Fahrer eingebüßt. Aber wir haben den Kopf oben behalten», sagte Ewan, nachdem er unter Mithilfe von Lokomotive Kluge am Montag auf dem dritten Teilstück nach 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron den Sieg vor dem Iren Sam Bennett und dem Italiener Giacomo Nizzolo geholt hatte.

Eine schöne Entschädigung für das Lotto-Soudal-Team, nachdem am ersten Tag Ewans prominente Kollegen Degenkolb und Philippe Gilbert das Rennen nach Sturzverletzungen verlassen hatten. Mit sechs Mann ging die Reise weiter, doch auf Ewan war Verlass – mal wieder. Wie ein Slalom-Fahrer schoss er durch das Feld nach vorne. «Sieg ist Sieg. Er hat es öfter bewiesen, er findet seinen Weg», sagte Kluge, der die Vorarbeit geleistet hatte. «Ein Gläschen Champagner wird es geben, aber morgen warten schon die Berge.»

« Von den Schmerzen merke ich fast nichts mehr. Ich bin optimistisch »

Die Ovationen am Straßenrand gehörten aber vornehmlich dem französischen Liebling Julian Alaphilippe, der am Sonntag triumphiert hatte und wie im Vorjahr ins Gelbe Trikot geschlüpft war. «Die Fete kann beginnen», schrieb das Tour-Organ L'Equipe und rechnete bereits vor, wie lange diesmal die Reise in Gelb andauern könnte. 2019 hatte Alaphilippe 14 Tage lang das Gelbe Trikot getragen, diesmal könnte es zumindest bis zu den Pyrenäen reichen. Auch wenn die Gesamtwertung nicht das Ziel sei, werde er das Gelbe Trikot mit Ehre verteidigen.

Am Montag war sein Spitzenrang – Alaphilippe liegt vier Sekunden vor dem Briten Adam Yates – nicht in Gefahr. Der Franzose erreichte mit dem Hauptfeld das Ziel, genauso wie die Topfavoriten um Vorjahressieger Egan Bernal aus Kolumbien. Auch Emanuel Buchmann konnte für die erste Bergankunft am Dienstag Kräfte sammeln. «Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, aber ich bin zufrieden. Von den Schmerzen merke ich fast nichts mehr. Ich bin optimistisch», sagte der Vorjahresvierte, der den vielen Stürzen an den ersten beiden Tagen aus dem Weg gegangen ist.

Erste Bergankunft am Dienstag

Diesmal lief alles glatt, auch wenn die Fahrer auf dem Weg nach Sisteron wieder Regen begleitete. Nachdem der letzte Ausreißer Jérôme Cousin 16 Kilometer vor dem Ziel eingeholt war, kam es zum erwarteten Sprint.

Am Dienstag wird es erstmals für die Favoriten richtig ernst, wenn die erste Bergankunft ansteht. Nach 160,5 Kilometern geht es zur 1825 Meter hoch gelegenen Skistation in Orcières-Merlette hinauf. Der Berg der ersten Kategorie weist über 7,1 Kilometer eine durchschnittliche Steigung von 6,7 Prozent auf. Entscheidende Minuten werden die Topstars hier zwar nicht rausholen, aber bei einem schlechten Tag können durchaus die Tour-Träume beendet sein.

(L'essentiel/dpa)

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