Tour de France trotzt Virus

30. August 2020 14:08; Akt: 30.08.2020 14:14 Print

Keine Küsschen, keine Selfies, kein Corona?

Am Samstag startet das wichtigste Radrennen der Welt. Doch in Frankreich steigen die Infektionszahlen stark an – wie schützt sich der Tour-de-France-Tross?

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Wenn am Samstag in Nizza die 107. Tour de France beginnt, sind Zuschauer erlaubt. Es gibt aber einige Beschränkungen und strikte Regeln für alle Beteiligten. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sind die Maßnahmen noch einmal verschärft worden. Die wichtigsten Corona-Maßnahmen des Tour-Veranstalters ASO im Überblick.

Fahrer

Die Athleten werden zweimal vor dem Tour-Beginn sowie an den beiden Ruhetagen auf das Coronavirus getestet. Bei einem Positivtest erfolgt der sofortige Ausschluss. Werden zwei Fahrer aus dem Team innerhalb von sieben Tagen positiv getestet, wird die ganze Mannschaft aus dem Rennen genommen. Positivtests im direkten Umfeld wie Betreuer oder Sportdirektoren haben nach einer Regeländerung keine direkten Auswirkungen mehr.

Auch soll bei einem Positivfall eine Gegenprobe genommen werden. Der enge Kreis von 25 bis 30 Personen soll sich in einer eigenen Blase aufhalten. Für die Fahrer gilt außerdem in den Hotels, im Bus, beim Einschreiben oder bei der Siegerehrung Maskenpflicht. Zugleich werden sie täglich auf Corona-Symptome untersucht. In den Hotels soll jedes Team eine eigene Etage haben und von den anderen Gästen abgeschirmt sein.

Tross

Der ganze Begleit-Tross der Tour (Organisation, Helfer, Medien, Sponsoren, etc.) umfasst in diesem Jahr nur 3000 statt 5000 Personen. Alle müssen vor dem Tour-Start einen negativen Test vorweisen und dürfen nicht in direkten Kontakt zur sogenannten ersten Blase, den Fahrern, treten. In Begleitfahrzeugen herrscht ab drei Personen Maskenpflicht.

Zuschauer

Im Start- und Zielbereich und auch sonst an der Strecke werden nur maximal 5000 Zuschauer zugelassen. Je nach Infektionslage werden es auch noch weniger sein, wie etwa an den ersten beiden Etappen in Nizza. Ansonsten ist der Zugang an die Strecke erlaubt, kann aber in den Bergen vereinzelt limitiert oder ganz ausgeschlossen werden.

Bei 26 Anstiegen dürfen die Fans nur zu Fuß oder mit dem Rad hinauf, Autos sind untersagt. Der Tour-Veranstalter ASO hält die Radsport-Fans an, immer eine Maske zu tragen. In vielen Städten Frankreichs wie Nizza oder Toulouse besteht im Freien ohnehin Maskenpflicht. Die Fans sollen außerdem mindestens zwei Meter Abstand zu den Fahrern halten. Autogramme oder Selfies sind nicht erwünscht. Der Parkplatz der Teambusse und auch die Team-Hotels sind für die Öffentlichkeit gesperrt. Auch die Familien dürfen die Fahrer in den drei Wochen nicht besuchen.

Karawane

Die Werbekarawane, die gewöhnlich als Vorauskommando auf der Tour-Strecke durch das Land zieht, wird nur noch halb so lang sein. Auch hier gilt: Abstand halten, Masken tragen.

Siegerehrung

Die übliche Zeremonie mit Küsschen von den Hostessen wird es nicht geben. Die Fahrer kommen bereits mit ihren Trikots auf das Podest, sollen Masken tragen und Abstand zueinander halten. Ansonsten wird das große Podium, wo sich sonst immer viele Offizielle, Stadtvertreter und geladene Persönlichkeiten um die Fahrer drängten, eher leer bleiben. Nur zwei statt wie sonst zehn Personen sind erlaubt.

(L'essentiel/dpa)

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