Hypercars: 10 Bugatti-Fakten, die du wahrscheinlich noch nicht kennst

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Hypercars10 Bugatti-Fakten, die du wahrscheinlich noch nicht kennst

Ob Topgeschwindigkeiten oder superteure Tachos: Der Hypercarbauer Bugatti hält Rekorde, die selbst Bugatti-Liebhaber aufhorchen lassen.

Bugatti ist eine Automarke der Rekorde. 

Bugatti ist eine Automarke der Rekorde.

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10. Sechsmal mehr Milliardäre als Veyrons

Hypercars sind per Definition exklusiv. Das gilt auch für Bugatti. Tatsächlich hat die Marke seit der Übernahme durch die Volkswagen-Gruppe im Jahr 1998 nur zwei Serienmodelle gebaut – den Veyron und den Chiron. Ersterer zählt zu den größten Game-Changern der Sportwagen-Geschichte und rollte bereits 2005 mit 1000 PS aus den Fertigungshallen in Molsheim (Elsass). Trotz der hohen Nachfrage beendete der französisch-deutsche Hypersportwagenhersteller die Veyron-Produktion nach nur zehn Jahren und 450 gebauten Fahrzeugen. Ergo gibt es heute weltweit sechsmal mehr Milliardäre als Veyrons. Die Hoffnung vieler Superreichen, einen Bugatti irgendwann ihr Eigen zu nennen, lebt trotzdem weiter – nämlich in Chiron-Form. Der 1500 PS starke Nachfolger wurde 2016 am Auto Salon in Genf vorgestellt und bis heute bereits 50 Mal mehr gebaut (500 Stück). Übrigens: Ein Mobilitätsmanko dürften die Wartenden kaum verspüren. Der durchschnittliche Bugatti-Besitzer hat 84 Autos, drei Jets und eine Jacht.

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9. Ein Reifensatz für 38.000 Euro

Hypersportwagen wie der Chiron verursachen hohe Belastungen für Mensch und Material. Ein wichtiger Sicherheitsaspekt sind dabei die Hochgeschwindigkeitsreifen. Bugatti setzt beim schwarzen Gummi auf speziell entwickelte Semislicks (Michelin Pilot Sport Cup 2). Diese müssen Extremes leisten: So beschleunigt der 1995 schwere Allradler innert 2,5 Sekunden auf Tempo 100, 300 km/h sind in 13,6 Sekunden erreicht. Bei der Spitzengeschwindigkeit von 420 km/h wirken Fliehkräfte von über drei Tonnen an jedem Rad. Trotz den an die Formel-1 erinnernden Werten soll der Reifen möglichst komfortabel sein und bis zu 4000 Kilometer ohne «Boxenstopp» auskommen. Kostenpunkt: ca. 38.000 Euro pro Reifensatz. Nach knapp 10.000 km werden zudem vier neue Felgen fällig. Bugatti bietet allerdings ein jährliches Servicepaket für umgerechnet 25.000 Euro an. All inclusive!

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8. Mit lieben Grüßen

Bugatti hält viele Rekorde. Einen für die Ewigkeit fuhr Le-Mans-Sieger und Bugatti-Testfahrer Andy Wallace am 2. August 2019 ein. Mit einem auf Höchstgeschwindigkeit getrimmten Chiron erreichte Wallace auf der VW-Teststrecke Ehra-Lessien 490,4 km/h. Kurze Zeit später verabschiedete sich Bugatti aus den High-Speed-Rennen. Als letzten Gruss an die Konkurrenz verrieten die Franzosen weitere Details zum Rekordversuch. So wären auf der Teststrecke in Nevada – wo beispielsweise der Koenigsegg Agera RS getestet wurde – auf Grund der höheren Lage und dem damit verbundenen niedrigen Luftdruck bis 515 km/h möglich gewesen.

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7. Neun Mal zum Mond

Der aktuelle «Serienbugatti» gilt als wahres Kohlefaserkunstwerk. Das Monocoque des Chiron sowie der gesamte hintere Teil sind aus Carbon gefertigt, was das Gesamtgewicht im Vergleich zum Veyron abermals reduziert. «Wenn alle im Monocoque verwendeten Fasern durchgehend ausgelegt wären, würden sie die neunfache Entfernung zwischen Erde und Mond zurücklegen», erklärte Bugatti bei der Fahrzeuglancierung.

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6. Sechsmal größere Katalysatoren

Die Katalysatoren im Chiron sind ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und etwa sechsmal so groß, wie bei einem «normalen» Auto. Wenn man die gesamte Oberfläche des wabenförmigen Katalysatormaterials addiert, erhält man eine Fläche von 2.478.562 Quadratmetern. Zur Veranschaulichung: Damit ließe sich ein Fußballfeld 30 Mal oder der komplette Europa-Park 2,5 Mal abdecken.

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5. Bremsen aus dem 3-D-Drucker

Wie stoppt man eigentlich einen zwei Tonnen schweren Chiron, wenn dieser mit 400 Sachen über die Gerade ballert? Genau, mit einer phänomenalen Bremsanlage. Die Acht-Kolben-Titan-Monoblock-Bremssättel sind die ersten ihrer Art, welche mit einem 3-D-Drucker hergestellt wurden. Die Chiron-Bremsanlage ist dadurch nicht nur 40 Prozent leichter als herkömmliche Aluminiumbremsen, sondern verfügt über den größten und leistungsstärksten Bremssattel aller Serienfahrzeuge.

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4. Das Tacho-Mysterium

Wem ein Bugatti «ab der Stange» nicht teuer und selten genug ist, der kann bei der Fahrzeugkonfiguration ein Kästchen ankreuzen, um einkarätige Diamanten in den Tacho einsetzen zu lassen. Falls du dich nun fragst, warum du noch nie einen mit Diamanten besetzten Bugatti-Tacho gesehen hast, dann geht es dir wie uns. Es ist unmöglich, im Internet ein glaubhaftes Foto vom Edel-Tacho zu finden. Zudem schweigt sich der Hersteller darüber aus, wie viele Kunden diese Option tatsächlich wählen. Aber auch ohne Zusatzoption finden sich Diamanten im Chiron – allerdings etwas versteckt. Jeder der vier Hochtöner des Accuton-Soundsystems ist mit einer einkarätigen Diamantmembran ausgestattet, um eine optimale Klangqualität zu gewährleisten.

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3. Unvergleichliche Lackierung

Ohnehin kann man Bugatti nicht vorwerfen, irgendwo zu sparen. Die Marke widmet sich jedem einzelnen Element des Design-, Entwicklungs- und Herstellungsprozesses mit vollem Engagement. So auch der Lackierung des Divo «Lady Bug». Die Designer verbrachten zwei Jahre damit, ein kompliziertes und möglichst authentisches Rautenmuster für das Äußere des Wagens zu entwerfen. Das 1600 Rauten in Diamantform zählende Muster soll an seinen Namensgeber, den Marienkäfer, erinnern. Mit Glück haben die Lackierarbeiten aber nichts zu tun: Nur ein Millimeter Differenz genügt bereits, um das Gesamtbild der Optik zu zerstören. Für einen sauberen optischen Abschluss müssen zudem die Rauten perfekt an Dachlinie, Türen und hinterer Kotflügelkante anliegen. Die Arbeit an diesem automobilen Meisterwerk ist also eine Symbiose aus Design, Kunst und Technik und ganz im Sinne von Gründer Ettore Bugatti, der einst sagte: «Wenn es vergleichbar ist, ist es kein Bugatti.»

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2. Eine Klimaanlage für eine ganze Wohnung

Wer auf der Rennstrecke mit bis zu 400 km/h unterwegs ist, muss die Motorentemperatur im Griff haben und zeitgleich selbst einen kühlen Kopf bewahren. Damit dies gelingt, haben Bugattis Ingenieure für den Chiron ein neues Kühlsystem entwickelt. Dieses soll den Kundenwünschen nachkommen und die gewünschte Cockpittemperatur möglichst schnell erreichen, ohne dabei die Motorengeräuschkulisse zu stören. Möglich macht dies ein extra dafür entwickeltes Kühlsystem, welches mit seiner Leistung in der Lage wäre, eine 80-Quadratmeter-Wohnung zu temperieren.

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1. Offiziell der Schönste

Bugatti lancierte nicht nur extrem schnelle Hypercars, sondern auch die schönsten – und das ganz offiziell. Im vergangenen Herbst kürte ein Gremium führender Automobildesigner den Bugatti Bolide auf dem 36. Festival Automobile International in Paris zum schönsten Hypercar der Welt. «Der Bolide war eine völlig neue Herausforderung für unser Designteam und eine Art mentales Experiment, bei dem wir den Wagen bis auf sein W-16 Herz mit Vierfach-Turbolader reduziert und mit dem absoluten Minimum wieder aufgebaut haben, um den bisher extremsten Bugatti zu schaffen», sagte Designdirektor Achim Anscheidt nach der Veranstaltung.

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(L'essentiel/Fabio Simeon/A&W Verlag)

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