Trotz freien Plätzen – 109 junge Luxemburger ohne Lehrstelle

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Trotz freien Plätzen109 junge Luxemburger ohne Lehrstelle

LUXEMBURG - Obwohl es im Handwerk offene Lehrstellen gibt, sind nicht alle Jugendlichen untergekommen. Wir erklären, wie das Paradoxon zustande kommt.

Das Bauhandwerk hat noch freie Lehrstellen zu bieten. Foto: Editpress

Das Bauhandwerk hat noch freie Lehrstellen zu bieten. Foto: Editpress

Dieses Jahr haben 613 junge Menschen einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, aber 109 blieben auf der Strecke. Das teilt die Handwerkskammer in ihren vorläufigen Zahlen mit. 82 Lehrstellen bleiben unbesetzt - und das, obwohl noch viele Jugendliche eine suchen. Das Paradoxon ergibt sich durch ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage.

«Viele junge Menschen konzentrieren sich auf Jobs, die wenig Berufschancen bieten, wie etwa Mode. Bereiche, in denen das Angebot an Ausbildungsplätzen groß ist, wie das Bauhandwerk, werden vernachlässigt», erklärt Daniel Schroeder, Abteilungsleiter der Handwerkskammer. «Dieses Jahr, das ist ein Novum, gab es viel mehr Friseurlehrstellen als Kandidaten. In Schönheitsberufen und in der Mode drängeln sich die jungen Leute, aber der Platz ist sehr begrenzt.» Ein weiteres Problem sind mangelnde Qualifikationen. «Unternehmen brauchen vor allem ein Diplom über die berufliche Reife (Diplôme d’aptitude professionnelle - DAP), aber viele junge Menschen schaffen das nicht.»

Daniel Schröder rät jungen Menschen, die sich in einer Einbahnstraße befinden, «eine Neuorientierung zu akzeptieren. Es ist immer möglich, einen neuen Beruf zu lernen». Und man muss nicht bis zum 31. Juli (ab dann werden die nächsten Lehrstellenverträge unterzeichnet) warten, um ein Unternehmen zu kontaktieren. «Es ist leichter, eine Stelle bei einem Arbeitgeber zu bekommen, bei dem man bereits ein Praktikum absolviert hat.»

(Séverine Goffin/L'essentiel)

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