Luxemburg – 120.000 Menschen wechselten den Job

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Luxemburg120.000 Menschen wechselten den Job

LUXEMBURG – 9146 Jobs wurden innerhalb eines Jahres in Luxemburg geschaffen. Insgesamt wechselten aber 120.000 Menschen die Stelle.

Besonders gegen die Jugendarbeitslosigkeit will die Regierung vorgehen.

Besonders gegen die Jugendarbeitslosigkeit will die Regierung vorgehen.

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«Die Arbeitslosigkeit steigt nicht weiter – und die Entwicklung ist positiv.» Das sagte Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) am Freitag. Am 30. September 2014 standen in Luxemburg 378.968 Menschen in Lohn und Brot. Das sind 9136 mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. In der Zwischenzeit wurden 111.119 Arbeitsverträge gekündigt und 120.256 neue aufgesetzt. Das geht aus Zahlen der Beobachtungsstelle für Beschäftigung hervor. 19 Prozent der neuen Arbeitsstellen und 21 Prozent der Entlassungen gehen auf das Konto von Zeitarbeitsfirmen. Insgesamt sind im Großherzogtum zwei Prozent der Arbeitnehmer als Zeitarbeiter beschäftigt.

Die meisten neuen Arbeiter wurden in Handel (12.400), Baugewerbe (9700) und Gastronomie (9600) eingestellt. Im Gesundheitswesen wurden in absoluten Zahlen die meisten Arbeitsplätze geschaffen: Insgesamt 1500 Menschen haben hier zusätzlich Arbeit gefunden. In der verarbeitenden Industrie gab es dagegen einen Verlust von 157 Arbeitsplätzen. Der September war für die meisten Arbeitnehmer der Monat der Entscheidung: Hier wurden die meisten Menschen entlassen (9400) – aber auch die meisten eingestellt (12.000). Insgesamt wurden mehr Männer (52,3 Prozent) als Frauen neu eingestellt. Im Gesundheitswesen und im karitativen und sozialen Sektor wurden die meisten Frauen eingestellt – 13,8 Prozent aller weiblichen Job-Anfänger oder -wechsler arbeiten in diesem Sektor.

«Der Kampf geht weiter»

Während die Arbeitslosenzahl in den vergangenen Monaten relativ stabil blieb, geht der Kampf trotzdem weiter. Nicolas Schmit zog Bilanz bei verschiedenen Maßnahmen – zum Beispiel bei der «Jugendgarantie», die im vergangenen Juni eingeführt wurde. «Die ersten Ergebnisse machen Mut», sagte der Arbeitsminister. Seit dem Beginn der Maßnahme hätten 2741 junge Menschen Adem-Kurse begonnen. Von ihnen hätten 325 Unter-25-Jährige eine Anstellung gefunden, 168 wurden besondere Verträge oder Weiterbildungen vermittelt. Weitere 523 erhielten ein «qualitativ hochwertiges Angebot». «Für uns gilt: Die Jugendgarantie muss gestärkt werden», sagte Schmit.

Dazu will er auch die Belegschaft der luxemburgischen Arbeitsagentur Adem vergrößern. «Wir brauchen mehr Leute, die personalisierte Programme für die jungen Leute erstellen – und auch für die Arbeitslosen», sagte er. Die Anzahl von Menschen, die pro Sachbearbeiter betreut würden, sei immer noch hoch. Die personalisierte Betreuung soll es der Adem auch erlauben, Arbeitslose über 40 Jahren wieder in Lohn und Brot zu bringen. «69 Prozent von ihnen sind Langzeitarbeitslose – also für mehr als ein Jahr ohne Job», sagte Schmit.

«Das ist eine große Herausforderung für die Adem und die ganze Gesellschaft.» Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit werden viele Menschen RMG-Empfänger und landen in der Armut. Um dem zu entgegnen, sollen Maßnahmen geschaffen werden, die Arbeitgeber dazu bewegen sollen, ältere Menschen einzustellen. Zudem soll es Praktika, Coaching und Fortbildung geben. «Das Prinzip lautet weniger Subventionen und mehr Investitionen in die Menschen», sagt Schmit.

(Jérôme Wiss/L'essentiel)

Europäischer Sozialfonds finanziert Weiterbildung

Das neue Programm «Aide à la formation professionnelle» habe 2014 150 Arbeitslose unterstützt – eine Verdoppelung der Zahlen von 2013. Die Weiterbildungen, die vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden, hatten insgesamt 524 Teilnehmer. Die Maßnahme «Karriereneustart» half 26 (von 94) Teilnehmern, einen neuen Job zu finden.

Luxemburg nimmt auch am ESF-Förderprogramm für die Jahre 2014 bis 2020 teil. Die Investitionen sollen vor allem jungen Menschen unter 30 zu Gute kommen, Arbeitslosen über 45 und Benachteiligten. Insgesamt steckt die EU 30 Millionen Euro in das Programm, das Großherzogtum legt noch einmal die gleiche Summe drauf.

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