Wo ist «Dylan»? – 13-jährige Autodiebin jagt Phantom
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Wo ist «Dylan»?13-jährige Autodiebin jagt Phantom

Ein Teenager aus Texas machte sich mit einem gestohlenen Auto auf die Suche nach ihrer Internet-Bekanntschaft. Nach 1400 Kilometern endete die Reise erfolglos.

Beth Robinson machte sich auf die Suche nach einem gewissen Dylan. (Screenshot: zvg Familie Robinson)

Beth Robinson machte sich auf die Suche nach einem gewissen Dylan. (Screenshot: zvg Familie Robinson)

Das Abenteuer der 13-jährigen Beth Robinson aus Cypress im US-Bundesstaat Texas endete bitter. Am vergangenen Donnerstag floh sie aus ihrem Elternhaus, um einen 12-jährigen Jungen zu treffen, den sie über ein Online-Spiel kennengelernt hatte.

Das Mädchen hatte das Auto ihres Bruders gestohlen und vorsorglich die Nummernschilder ausgetauscht. Als ihre Mutter Tressa Robinson sie am frühen Morgen wecken wollte, um sie in die Schule zu schicken, war Beth schon seit mindestens drei Stunden unterwegs.

Wo ist «Dylan»?

Die Eltern reagierten sofort und riefen das Mädchen auf ihrem Handy an. Da Beth es in ihrem Zimmer zurückgelassen hatte, konnten sie die letzten Anrufe und SMS überprüfen. Dabei fiel ihnen auf, dass sie sich regelmäßig mit einem gewissen Dylan ausgetauscht hatte. In den letzten Kurznachrichten fanden sie schließlich den entscheidenden Hinweis: Beth war unterwegs zu Dylan, ins 1400 Kilometer weit entfernte Hodgenville in Tennessee.

Vater Robbie machte sich sogleich auf den Weg, während Mutter Tressa die Behörden informierte. Das Mädchen hatte die Kreditkarte der Eltern mitgenommen – zum Glück: Kurz nachdem die Mutter die Karte sperren ließ, hatte Beth versucht, Geld an einem Automaten in einem Dorf in Arkansas abzuheben. Schließlich gab ihr ein Paar 20 Dollar, um ein wenig Benzin tanken zu können. «Ich verstehe nicht, wie diesen Menschen nicht auffallen konnte, dass sie noch ein Kind ist», sagte Tressa Robinson gegenüber dem Nachrichtenportal «ABC News».

Weit und breit keine Spur von «Dylan»

Kurz bevor Beth an ihrem Ziel ankam, wurde sie von einem Polizisten angehalten. Das Mädchen wurde in Gewahrsam genommen, bis die Eltern sie abholten. Mutter Tressa wollte nun aber Gewissheit haben, um wen es sich bei «Dylan» handelt: «Ich dachte, wenn wir schon hier sind, bringen wir Beth zu ihm.»

Groß war die Enttäuschung, als die Robinsons auch nach stundenlanger Suche die Adresse von «Dylan» nicht fanden. Schließlich sah das enttäuschte Mädchen ein, dass sie von einem Fremden betrogen worden war. «Dylan», der im Online-Chat vom X-Box-Spiel «Call of Duty» angegeben hatte, zwölf Jahre alt zu sein, existiert nicht.

Die Familie hat nun entschieden, die Spielkonsole aus Beths Kinderzimmer zu verbannen. Zudem ließen sie ihren Facebook-Account sperren. «Sie muss verstehen, welcher Gefahr sie sich mit ihrem Verhalten ausgesetzt hatte», begründet die Mutter die getroffenen Erziehungsmaßnahmen.

(L'essentiel Online/kle)

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