Studienbeihilfen – 14'500 Schüler haben sich zur Demo angemeldet
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Studienbeihilfen14'500 Schüler haben sich zur Demo angemeldet

LUXEMBURG - 14'500 Schüler wollen laut Bildungsministerium am Freitag am Streik gegen die Stipendienreform teilnehmen.

Die orangene, gelbe und grüne Linie zeigen, wo die Protestzüge entlang führen

Die orangene, gelbe und grüne Linie zeigen, wo die Protestzüge entlang führen

vdl

Nach Angaben des Bildungs- und Hochschulministeriums haben sich bis Donnerstag 14'500 Schüler der Lyzeen in Luxemburg für den Streik gegen die Reform der Studienstipendien eingeschrieben. Die Protestierwilligen mussten sich an ihrer Schule in Listen eintragen, um vom Unterricht befreit zu werden.

Unklar ist, ob alle angemeldeten Schüler tatsächlich zur Demo am Freitag in der Hauptstadt erscheinen werden. In der Zahl von 14'500 Personen sind jedoch die Studierenden, die ebenfalls zur Protestveranstaltung aufgerufen sind, noch nicht inbegriffen.

Drei Protestzüge

Studierende und Schüler werden am Freitag ab 10 Uhr in Luxemburg-Stadt gegen die von der Regierung geplante Reform der Studienbeihilfen demonstrieren. Zu der Protestveranstaltung aufgerufen hat die Union Nationale des Étudiant-e-s du Luxembourg (Unel).

Die Protestzüge starten auf dem Limpertsberg beim Lycée des Garçons, am Campus Geesseknäppchen sowie am Bahnhof. Hier kommen am Freitagmorgen Schüler aus dem Norden des Landes, aus Esch-sur-Alzette und Düdelingen per Bahn an. Die Protestzüge treffen sich am Platz Clairefontaine in der Innenstadt. Dort wird es zu einer Kundgebung kommen.

Junge Schüler aufklären

Für die Unel besteht die Aufgabe nicht nur darin, ihren Unwillen gegen die Reform zum Ausdruck zu bringen. Sie will die Veranstaltung auch zur Aufklärung nutzen. «Wir müssen den Jugendlichen erklären, was es bedeutet zu streiken. Einige glauben, dass es nur darin besteht, die Schule zu schwänzen und zu Hause bleiben zu können», sagt Milena Steinmetzer, Mitglied im Unel-Komitee. Gerade die jüngeren Schüler wüssten wenig über die Neuordnung der Studienbeihilfen: «Sie hören, dass von 2000 Euro gesprochen wird. Für sie ist es eine große Summe. Sie wissen aber nicht, was es bedeutet, davon die Miete zahlen zu müssen.»

Unterstützt wird die Aktion der Unel von verschiedenen Gewerkschaften, unter anderem dem OGBL und dem LCGB. Die Jugendorganisationen der Parteien sind gespalten. Zwar lehnen die Jungen Konservativen (CSJ) die Reform ab, sind allerdings trotzdem gegen die Demo. Sie empfinden die Forderungen der Unel als «nicht finanzierbar» und setzen eher auf den Dialog mit Bildungs- und Hochschulminister Claude Meisch (DP). Ihre Unterstützung verweigern auch die Jugendsektionen der beiden Regierungsparteien déi gréng und DP sowie die Association des Cercles d’étudiants luxembourgeois (ACEL). Getragen wird der Protest aber unter anderem von den Jungen Sozialisten, Linken und Piraten. Auch mehrere Schülerkomitees und das Künstlerkollektiv Richtung22 sind dafür.

Hier führen die drei Demonstrationszüge entlang:

- Der erste Zug startet am Hauptbahnhof und führt über die Avenue de la Gare und das Viadukt zum Platz Clairefontaine.

- Zug Nummer zwei beginnt am Platz Laurent auf dem Limpertsberg, zwischen dem Lycée des Garçons und dem Lycée technique des Arts et Métiers und führt am Glacis vorbei sowie über die Kinnékswiss in Richtung Innenstadt.

- Die dritte Gruppe beginnt ihren Fußmarsch in der Rue Marguerite de Brabant am Campus Geesseknäppchen. Der Zug läuft über die Rue de Bragance, die Avenue Monterey und die Rue du Curé zum Platz Clairefontaine.

Der Bus- und Autoverkehr kann zwischen 10.15 und 11 Uhr beeinträchtigt werden. Die Straßen rund um den Platz Clairefontaine (Rue Notre-Dame, Rue de l’Eau) sind zwischen 11 und 12 Uhr gesperrt. Die Polizei regelt den Verkehr vor Ort. Die Züge, die aus allen Teilen des Landes Schüler in die Hauptstadt bringen, können ab 9 Uhr überfüllt sein. «Wir haben die CFL kontaktiert, um ihnen zu sagen, dass viele Schüler den Zug nehmen werden. Aber angesichts der kurzfristigen Streikorganisation ist es für sie nicht möglich, weitere Waggons an die Züge zu hängen», heißt es bei der Unel. (Kerstin Smirr (mit lb)/L'essentiel)

Angestelltenkammer unterstützt Streik

Die Angestelltenkammer CSL zeigt sich solidarisch mit den Studierenden. Sie fordert, dass der Basisbetrag der Studienbeihilfen auf 4'500 Euro steigt, wie Präsident Jean-Claude Reding am Donnerstag erklärte. Er befürchte, dass «die Reform der Mittelschicht und den Ärmsten schadet». Auch der Mobilitätsbeitrag in Höhe von 2'000 Euro für Abiturienten, die zum Studieren ins Ausland gehen, müsse abgeändert werden, da die Lebenshaltungskosten je nach Stadt variierten. Reding: «Ich hoffe, dass der Streik die Regierung zum Nachdenken bringt und sie das Gesetzesprojekt nachbessert.»

Hintergrundinfos

Um was geht es bei dem Streik? Was plant Minister Meisch mit seiner Reform der Studienbeihilfen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen gibt's hier.

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